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Der Ghostwriter| Kritik 7/10

Kinostart
18.02.2010



Handlung

Der britische Ghostwriter (Ewan McGregor) soll die Memoiren des früheren Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan) fertig stellen – die Chance seines Lebens, meint sein Agent. Der Verlag hat Lang eine hohe Millionengage für das Buch zugesagt und die Zeit drängt – für seinen "Ghost" verspricht das einen Karrieresprung und ein fürstliches Honorar. Doch von Anfang an steht das Projekt unter einem unguten Stern, nicht zuletzt weil der erste Autor, Langs langjähriger Berater, gerade bei einem tragischen Unfall starb. Der neue Ghostwriter wirft seine Bedenken schnell über Bord und reist auf die Atlantikinsel Martha’s Vineyard, wohin sich der Ex-Premierminister mit seiner Frau Ruth (Olivia Williams) und einem kleinen Stab um seine attraktive Assistentin Amelia Bly (Kim Cattrall) zurückgezogen hat. Doch die Ruhe der Insel ist trügerisch: Langs Ferienhaus gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Welches Geheimnis birgt das Buchmanuskript, das im Safe liegt und nicht das Haus verlassen darf? Schon ruft Langs Vergangenheit die Presse und aufgebrachte Demonstranten auf den Plan, die das Anwesen belagern. Inmitten des Tumults macht der Ghostwriter eine Entdeckung, die den smarten Ex-Premier in ein ganz neues Licht rückt. Er stößt auf eine globale Verschwörung und befindet sich plötzlich in höchster Lebensgefahr.


Filmkritik | Der Ghostwriter

Das neueste Werk von Regisseur Roman Polanski überzeugt auf der Berlinale so, dass er für den Goldenen Bären nominiert wurde. Vor allem der Macher Polanski steht im Mittelpunkt des Medieninteresses, denn noch immer sind Haftbefehle auf ihn wegen Verführung einer Minderjährigen ausgestellt. So bekannte Polanski in den Medien aufgrund seiner jüngsten Verhaftung in der Schweiz, dass er nun mehr Vorsicht walten lassen wird und nicht zur Preisverleihung anreisen wird.

Doch was bietet der Film „Ghostwriter“ außer Presserummel um den Regisseur Polanski, dessen Klassiker „Tanz der Vampire“ und „Ekel“ unvergessen sind? An einer renommierten Besetzung fehlt es nicht. Vor allem Ex-Bond Pierce Brosnan lebt seiner Rolle als Ghostwriter voller Ironie und leicht blasiert aus. Ihm zur Seite stehen Kim Cattrall, jenseits der Vierzig immer noch eine Augenweide, und Ewan McGregor.

Verfilmt wurde ein Roman von Thrillerautor Richard Harris, der auch die Drehbuchvorlage erstellte. Harris ist zweifelsohne ein Garant für hochkarätige Politthriller. Auch in „The Ghostwriter“ sind Parallelen zur realen Welt unverkennbar. Seine Figur Lang erinnert laut Presse an den britischen Ex-Premier Tony Blair, der es an kritik- und rückhaltloser Unterstützung der USA im Irakkrieg nicht fehlen ließ. Zumindest aber ist die Figur im Film als der klassische Politiker mit Dreck am Stecken unverkennbar. Die Figur Lang lebt durchaus im Wohlstand und von Bodyguards geschützt im Exil, besser gesagt im goldenen Käfig. Denn er wird vom internationalen Gerichtshof gejagt wegen vermeintlicher Kriegsverbrechen. Ein Ghostwriter soll seine Memoiren verfassen, insgeheim um ihn zu rehabilitieren.
Nun kommt der Thrillfaktor ins Spiel, denn bereits ein Ghostwriter kam im Zuge der Enthüllungen auf eher fragwürdige Weise ums Leben. Ewan McGregor gibt den Ghostwriter und hat kaum mehr Gelegenheit zur Brillanz als beim Handling mit dem Laserschwert, was wirklich schade ist. Überhaupt hätte man dem Schauspielensemble mehr Gelegenheit gewünscht zu agieren.

Der Ghostwriter“ ist ein solider Thriller, dem Straffung gut getan hätte. Sicher ist es eine gewisse Aktualität, der Bezug zur schmutzigen Politik, welche dem Film das Kritikerlob brachten. Polanski fesselte den Zuschauer mehr mit „Der Pianist“ oder „Chinatown“. Individualität, echte Spannung und die Klasse zum Meisterwerk fehlen der Harris Verfilmung auf jeden Fall. An handwerklicher Routine fehlt es Polanski nicht. Nach wie vor versteht er es gekonnt Stoffe in Bilder umsetzen.
Gepflegte Kurzweil ist auf jeden Fall garantiert. Womöglich ist aber auch einfach die Zeit der spannenden, weil heutzutage nicht mehr schockierenden Politthriller vorbei.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Der Ghostwriter

© Kinowelt Filmverleih

Kommentare


24.10.2010, 13:50:46
Ein durchaus spannender Thriller mit einer interessanten Grundidee. Für die Länge des Films war ich gut unterhalten. Darüber hinaus ist "Der Ghostwriter" aber kein Film über den ich im Nachhinein noch nachdenken würde.

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Herstellungsland
Deutschland, USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Ghost




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