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A Single Man| Kritik 7/10

Kinostart
08.04.2010



Handlung

Los Angeles, 1962, auf dem Höhepunkt der Kubakrise: George Falconer (Colin Firth), ein britischer Professor, bemüht sich, seinem Leben nach dem Tod seines langjährigen Partners Jim (Matthew Goode) wieder eine Bedeutung zu geben. Gefangen in der Vergangenheit, sieht er keine Zukunft mehr, doch die Ereignisse und Begegnungen eines einzigen Tages verhelfen ihm zu einer Entscheidung darüber, ob nach Jim noch ein Sinn existiert. Trost findet George bei seiner besten Freundin Charley (Julianne Moore), einer Schönheit von 48 Jahren, die selbst mit Zukunftsfragen zu kämpfen hat. Kenny (Nicholas Hoult), ein junger Student von George, der gerade mit sich selbst ins Reine kommen muss, verfolgt seinen Professor, in dem er eine verwandte Seele zu erkennen glaubt.


Filmkritik | A Single Man

Wenn sich ein Modedesigner erstmals als Regisseur versucht, bekommt man zunächste spitze Ohren und dann große Augen, erwartet aber ganz sicher kein filmisches Meisterwerk. Ex-Gucci-Designer Tom Ford beweist allerdings, dass er nicht nur fashiontechnisch ein glückliches Händchen hat, sondern auch ein Gespür für außergewöhnliche Projekte. Mit "A Single Man" liefert er ein fulminantes Regiedebüt und zugleich ein anrührendes Melodram, in dem ein fantastischer Hauptdarsteller von der ersten bis zur letzten Sequenz überzeugt.

Colin Firth kennt man eigentlich als unbeschwerten, meist harmlosen Helden, aus Filmen wie "Tatsächlich Liebe" oder "Bridget Jones". In "A Single Man" schlüpft er in die Rolle des schwulen Literaturprofessors George Falconer und spielt seine wohl bislang markanteste Rolle. Und das mit einer Hingabe, die ihm sicher noch so einige Nomierungen einbringen dürfte. Wobei - Was soll da noch kommen? Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig hat Firth 2009 bereits den Award für den "Besten Darsteller" abgesahnt und Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe gab es auch.

Zu Recht! "A Single Man" ist mehr als die reine Adaption eines Romanes. Die literarische Vorlage von Christopher Isherwood liefert Regisseur Tom Ford genügend Futter für eine visuelle Geschichte und Firth bringt diese mit einem schauspielerisch überzeugenden Spagat zwischen Vernunft und Gefühl auf die Leinwand. Was bleibt, ist die Traurigkeit des George Falconer, die auch beim Betrachter eine gewisse Leere hinterlässt.

Der gesamte Film wirkt kühl und steril, irgendwie unwirklich; das L.A. zu Beginn der 60er Jahre wenig einladend. Ebenso wie das Leben des einsamen Literaturprofessors. "A Single Man" ist ein so perfekt gestyltes Porträt, das es fast schon erdrückend ist. Elegante Menschen, die, rein optisch, ein Leben wie aus dem Katalog führen, und in teuren Autos und teuren Häusern ihr Dasein fristen. Diese oberflächliche und eindeutig designermäßig angehauchte Tom Ford-Idylle zerstört fast ein wenig den Inhalt des Films, zum Glück aber nicht den Tiefgang, den er durch den fabulösen Colin Firth gewinnt.

"A Single Man" ist schlussendlich ein berührendes Melodram, das in eine fast schon fremdartige, gläserne Welt entführt. Obwohl der Hauptcharakter seine Emotionen vor dem Zuschauer verbergen will, blitzen sie doch immer wieder durch die zerbrechliche Oberfläche und geben den Blick auf die wahren Beweggründe des depressiven Professors frei. Tom Ford's Erstling ist in jedem Fall sehenswert und beweist abermals sein feinfühliges Stilempfinden. Nicht nur für Mode, sondern auch für Geschichten.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

A Single Man

© Senator Entertainment AG

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Steckbrief
Regie
Tom Ford

Darsteller
Colin Firth, Ginnifer Goodwin, Julianne Moore, Lee Pace, Matthew Goode, Nicholas Hoult, Paul Butler, Paulette Lamori, Ryan Simpkins, Teddy Sears

Genre
Drama
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Der Einzelgänger




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