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Der Architekt| Kritik 8/10

Kinostart
05.02.2009



Handlung

Nach dem Tod seiner ihm in den vergangenen Jahren fremd gewordenen Mutter, beschließt der Hamburger Architekt Georg Winter (Josef Bierbichler), wenn auch nur widerwillig, zusammen mit seiner Frau (Hilde Van Mieghem) und den beiden Kindern zu ihrer Beerdigung zu erscheinen. Sie machen sich also auf die Reise in die Alpen, wo Georg sich in seinem Heimatdorf mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert sieht und sich seine größte Lebenslüge eingestehen muss. Nicht nur, dass die Testamentseröffnung eine unangenehme Überraschung beinhaltet, eine plötzliche Schneelawine schneidet auch noch alle Beteiligten vom Rest der Welt ab. In Anbetracht solch erschwerter Bedingungen bemüht sich der Architekt um Erhaltung seiner heilen Welt.


Filmkritik | Der Architekt

Die Schauspielerin Ina Weisse hat mit ihrem Regiedebüt "Der Architekt" ein Werk geschaffen, welches durchaus in der Lage ist, dem Zuschauer eine subtile Tragik im Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen aufzuzeigen. Hier werden im Deckmantel gespielter Harmonie familiäre Konflikte in skurriler Art und Weise hautnah veranschaulicht, wenn das Familiendrama wie von selbst seinen Lauf nimmt. Dabei ist der Hauptdarsteller stets darum bemüht, die Fassade aufrecht zu erhalten, was ihm trotz aller Anstrengung jedoch nicht gelingt. Das zerrüttete Verhältnis zu seiner verstorbenen Mutter und die Geister der Vergangenheit kollidieren immer wieder mit seinem sonst so durchstrukturierten Alltag.

Die eindrucksvollen Bilder von Kameramann Carl-Friedrich Koschnick und der dazu passende Soundtrack von Annette Focks vervollständigen dieses Meisterwerk, wohingegen die schauspielerische Leistung aller Beteiligten es erst zu dem macht, was es ist. Die gekonnte Darstellung eines misanthropischen Eigenbrödlers durch Josef Bierbichler und Hilde van Mieghem in der Rolle einer sexuell frustrierten Ehefrau überzeugen den Zuschauer sofort und auch Sohn und Tochter (gespielt von Sandra Hüller und Matthias Schweighöfer) tragen ihren Teil zum alltäglichen Wahnsinn der Familie Winter bei. Grundlage hierfür bilden wiederum Regie und Drehbuch, sodass die Geschichte eine mehr als gelungene Umsetzung findet.

An dieser Stelle sollte nochmals betont werden, dass es sich bei diesem Film um ein Erstlingswerk handelt, bei dem von Anfang an alles richtig gemacht wurde und dadurch den Nerv des Publikums trifft. Bisher konnten mit dem Bildnis vergleichbarer Klischees nur wenige deutsche Produktionen begeistern, doch in diesem Fall werden Erwartungen teilweise sogar noch übertroffen. Wer an schonungsloser und mitreißender Dramatik teilhaben will, sollte sich diese Szenen einer im Endeffekt doch erschreckend normalen Familie nicht entgehen lassen. Einerseits in ihrer eigentlichen Absurdität unterhaltsam, anderseits auch sehr reich an Details eröffnen uns diese Menschen einen tiefen Einblick in Situationen, die auch für uns Realität sein könnten.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Der Architekt

© Reverse Angle Pictures

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Steckbrief
Regie
Ina Weisse

Darsteller
Hilde Van Mieghem, Josef Bierbichler, Lucas Zolgar, Matthias Schweighöfer, Sandra Hüller, Sophie Rois

Genre
Deutscher Film, Drama

Tags
Architektur, Schnee, Winter
Gastkritiken
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Herstellungsland
Deutschland




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