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Der Adler der Neunten Legion| Kritik 7/10

Kinostart
03.03.2011



Handlung

Im Jahr 140 nach Christus erstreckt sich das Römische Reich bis nach Britannien, doch hoch im Norden der Insel herrschen die rebellischen Stämme Kaledoniens. Vor 20 Jahren verschwand dort die 5.000 Mann starke, von Flavius Aquila kommandierte Neunte Legion spurlos. In Britannien eingetroffen, will Flavius’ Sohn Marcus (Channing Tatum) den angeschlagenen Ruf seines Vaters wiederherstellen und das Mysterium aufklären. Als ein Gerücht die Runde macht, dass der Goldene Adler, das Feldzeichen der Legion, jenseits des Hadrianwalls gesichtet wurde, bricht Marcus sofort auf. An seiner Seite ist Esca (Jamie Bell), ein junger britischer Sklave, der Marcus Treue schwor, nachdem dieser ihm das Leben rettete. Je weiter die beiden Männer, die eigentlich nur Misstrauen und ein Eid verbindet, in das Territorium vordringen, das für Rom das Ende der bekannten Welt markiert, desto größer wird die Gefahr – und auch das Geheimnis um Esca, der mehr als nur seinen Hass auf Rom verbirgt.


Filmkritik | Der Adler der Neunten Legion

Das Thema dieses Sandalen Epos ist schnell ausgemacht - es ist die Freundschaft zwischen einem römischen Centurion und seinem keltischen Sklaven. Männerfreundschaften sind immer eine solide Grundlage für Abenteuerstreifen irgendwo zwischen "Der 13. Krieger" und "Braveheart", die Pikanterie bezieht "Der Adler der neunten Legion" natürlich aus der Tatsache, dass sich die Weggefährten standesmäßig nicht auf Augenhöhe befinden.

Schotte Kevin Macdonald serviert uns ein beeindruckendes Bilderspektakel, aber weniger durfte man ja eigentlich auch nicht erwarten, nachdem er für "Ein Tag im September" bereits den Oscar und für "Der letzte König von Schottland" und "Sturz ins Leere" bereits zwei mal die Auszeichnung "Bester Britischer Film" der British Academy of Film and Television Arts mit nach Hause nehmen durfte. Aber auch wenn das Drehbuch auf Rosemary Sutcliff's populärer und in englischen Schulen zur Pflichtlektüre erhobenen Vorlage "The Eagle of the Ninth" beruht, ist gerade die Story die größte Schwäche des Films, der ohne Zweifel an vielen anderen Stellen glänzt. Die dramatische Spannung, die Drehbuchautor Jeremy Brock rund um die Reise in unbekannte und mutmaßlich extrem gefährliche Gefilde aufzubauen versucht, wirkt leider oftmals konstruiert und will daher nicht so recht den Weg in Kopf und Herz des Zuschauers finden.

Die mangelhafte Bindung des Publikums ist aber mit Sicherheit auch Hauptdarsteller Channing Tatum zu verdanken, der den römischen Soldaten Marcus Aquila mit einer gewissen Gleichmütigkeit verkörpert. Der Besitz der physischen Voraussetzungen kann schauspielerisches Talent eben niemals ersetzen und genau das hätte es hier gebraucht, schließlich trägt Tatum den Großteil des Films auf seinen Schultern. Die Wendung, die Jamie Bell als Sklave Esca dem Geschehen im letzten Drittel beschert, kommt leider etwas zu spät, um den Zuschauer noch wirklich mitreißen können. Wirklich überzeugen kann eigentlich nur der Franzose Tahar Rahim, der als Marcus Aquilas Gegenspieler auf markante Weise alles daran setzt, dass dieser den namensgebenden Legionsadler nicht in die Hände bekommt.

Alles in allem ist "Der Adler der neunten Legion" für Dokumentarfilmer Macdonald eher ein Schritt zurück als nach vorne. Dennoch gelingt es ihm, sein Talent unter Beweis zu stellen, denn trotz aller Schwächen ist es durchaus unterhaltsam, sich seinen Film anzusehen. Der authentische Look, die prachtvolle Ausstattung und nicht zuletzt die meisterhaft eingefangene Szenerie Ungarns und Schottlands sorgen dafür, dass die gut inszenierten Schlachtszenen zu gefallen und beeindrucken wissen. Für Liebhaber opulenter historischer Schlachtepen kann es daher nur heissen: Ab ins Kino!


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Der Adler der Neunten Legion

© Concorde Filmverleih GmbH

Kommentare


Newyorkgirl
11.03.2011, 20:54:43
Also, ich fand den Film gigantisch und durchaus mitreißend. Auch die Figuren waren super besetzt, allen vorran Channing Tatum konnte mich wirklich überzeugen. Die Story war klasse, die Kampfszenen mitreißend und sehr realistisch und die schauspielerischen Leistungen überzeugend. Ich habe mich jedenfalls bestens unterhalten gefühlt - was will man mehr?

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Steckbrief
Regie
Kevin Macdonald

Darsteller
Channing Tatum, Denis O'Hare, Donald Sutherland, Douglas Henshall, Jamie Bell, Jon Campling, Julian Lewis Jones, Mark Strong, Tahar Rahim

Genre
Drama, Historie
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Eagle




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