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Der 13. Krieger| Kritik

Kinostart
1999



Handlung

Im Jahre 922 wird der Dichter und Diplomat Ahmahd Ibn Fadlan (Antonio Banderas) auf seiner Reise zu den Bulgaren von einer Bande Nordmänner dazu gezwungen, sie in ihre Heimat zu begleiten, um ihnen bei ihrem Kampf gegen die Wendol beizustehen. Letztere sind barbarische Kreaturen, die im Rufe stehen, ihre Toten zu essen. 13 Krieger sind nötig, um die Nebelungeheuer zu besiegen, aber der 13. Krieger darf kein Nordmann sein. Der arabische Reisende Ibn Fadlan hat das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und ist dazu auserkoren, Buliwyf (Vladimir Kulich) und seine Männer in den Kampf zu begleiten.


Filmkritik | Der 13. Krieger

Mehr als ein Jahr nach dem angekündigten Termin ist der Film "Der 13. Krieger" nun endlich in den Kinos angekommen. In der Zwischenzeit wurde nicht nur der ursprüngliche Titel geändert, sondern noch so manches mer, angeblich sogar der Soundtrack. John McTiernan hatte auf halbem Wege wegen Differenzen mit Michael Crichton das Handtuch geworfen, woraufhin Letzterer kurzerhand Szenen aus dem Film herausschnitt, einen neuen Soundtrack bestellte und neue Sequenzen drehte - wahrscheinlich nur zu froh darüber, dass ihm niemand mehr reinreden konnte. Die Produktionskosten stiegen schnell, von den geplanten 85 Millionen US-Dollar auf gerüchtweise 160 Millionen. Nicht, dass man nichts davon auf der Leinwand sähe, aber der Film war bis heute nicht imstande seine Produktionskosten wieder einzuspielen.

Der 13. Krieger entstand nach der Romanvorlage "Die ihre Toten essen" von Michael Crichton, auch bekannt unter dem Titel "Schwarze Nebel", die nun natürlich in "Der 13. Krieger" umbenannt wurde. Der ursprüngliche Titel erschien den deutschen Verlagen wohl schon vor einiger Zeit als zu morbide, ebenso wie später dem Filmstudio, weswegen es auch hier nicht dabei blieb. Der Film lehnt sich relativ eng an die Romanvorlage an, was wohl darauf zurückzuführen sein dürfte, dass Crichton das letzte Wort schließlich an sich gerissen hat.

Die Fans von McTiernan werden sicher enttäuscht sein, dass sie kein mittelalterliches Stirb langsam zu sehen bekommen, aber ob Antonio Banderas in diesem Fall die richtige Besetzung gewesen ist, bleibt wohl Geschmacksache. Kurz, wer sich den Film wegen Antonio Banderas ansieht, wird womöglich enttäuscht sein, wer ihn sich hingegen (wie ich) trotz Antonio Banderas ansieht, wird angenehm überrascht sein von dessen vornehm zurückhaltendem Spiel. Er ist ein schöner Kontrast zu den Nordmännern mit ihren barbarischen Sitten, die man übrigens gleich in den Anfangsszenen demonstriert bekommt. Allerdings sind sie längst nicht so schmutzig und barbarisch, wie sie im Buch beschrieben werden, aber immer noch schmutzig genug, um nicht den Wunsch zu verspüren, sie am eigenen Tisch zu bewirten. Unter den Charakteren der Nordmänner sticht eigentlich nur Buliwyf hervor, souverän gespielt von Vladimir Kulich, die anderen scheinen eher als Statisten im Hintergrund zu agieren.

Großartig sind die Bilder in diesem Film, die nebelverhangene Landschaft von British Columbia, wo der Film entstand, sowie die monumentalen Schlachtszenen, untermalt von Jerry Goldsmith stimmungsvoller Musik. Allzu zimperlich sollte man jedoch nicht sein, da es sich zwar nicht direkt um einen Splatterfilm handelt, aber trotzdem nicht mit Blut und abgeschlagenen Köpfen gegeizt wird. Doch Michael Crichton geht bekanntlich auch nicht gerade zimperlich mit seinen Romanfiguren um, man sollte daher auf einiges gefasst sein. Der 13. Krieger ist sicher kein Film, der jedem gefällt, aber die Fans von Crichton werden wohl auf ihre Kosten kommen.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
John McTiernan

Darsteller
Antonio Banderas, Clive Russell, Daniel Southern, Dennis Storhøi, Jerry Goldsmith, John DeSantis, Neil Maffin, Omar Sharif, Vladimir Kulich

Genre
Abenteuer

Tags
Krieger
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The 13th Warrior

Budget
160 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
62 Mio. US-Dollar (weltweit)



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