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Unbeugsam - Defiance| Kritik 3/10

Kinostart
23.04.2009



Handlung

Russland während des zweiten Weltkrieges - während Hitlers Soldaten immer weiter voranschreiten, befinden sich die Gebrüder Bielski auf der Flucht. Nachdem ihre Eltern ermordet wurden, machen sie sich tagelang durch die Wälder Weißrusslands auf den Weg, um ihrem Schicksal im Konzentrationslager zu entgehen. Auf ihrem Weg treffen sie nicht nur auf weitere jüdische Opfer, denen das gleiche Schicksal droht, sondern auch eine Reihe von russischen Widerstandskämpfern. Zusammen gründen sie in der tiefsten Wildnis ein Dorf der Vertriebenen, von dem aus sie nur eines wollen: Ihre eigene Form des bewaffneten Widerstandes ausüben, um wieder ihre Freiheit zu erlangen.


Filmkritik | Unbeugsam - Defiance

Manch ein Kinofreund mag sich darüber freuen, endlich wieder Daniel Craig auf der Leinwand zu sehen, ohne dass er mit Martini in die Hand auf Feindesjagd geht. Hier schlägt sich Craig mit einigen, schauspielerisch eher unbekannten Mitstreitern, durch den Grauen des Krieges, um seinem Schicksal als Jude zu Zeiten Hitlers zu entkommen. Wer als Kinozuschauer auf einen dramatischen Film mit Tiefgang wie beispielsweise "Schindlers Liste" hofft, wird jedoch tief enttäuscht. Denkt man sich das von Regisseur Edward Zwick erdachte Szenario des zweiten Weltkrieges weg und vernachlässigt den seminitischen Hintergrund der Hauptdarsteller, bleibt vielmehr ein halbgarer Action- oder Kriegsfilm übrig, der bei weitem nicht dem eigentlichen Vorsatz genügt, das Leiden der Juden im zweiten Weltkrieg zu präsentieren.

Zwick stellt sich mit Defiance der Herausforderung, dem Genre der Kriegsfilme eine neue Perspektive zu verleihen, was in der Sache auch nicht schlecht umgesetzt wird. Auch seine Grundidee kann streckenweise beeindrucken, wie sich Menschen mit dem gleichen Schicksal zu einem Dorf zusammenschließen und von hier aus gegen alles angehen, was ihnen böse erscheint, um das eigene Leben zu retten. Diese filmische Handlung jedoch mitten in den russischen Sektor des zweiten Weltkrieges zu verlegen, macht die Handlung doch sehr fade. Zu eingefahren sind die Klischees, zu vorhersehbar manche Handlungen und Feindbilder. Nahezu zweieinhalb Stunden weigert sich Zwick, konsequenter auf den jüdischen Hintergrund der Beteiligten einzugehen, so dass sich bei allem Gemeinschaftssinn der Protagonisten die Frage gestellt werden kann, ob manchmal nicht sogar die Verharmlosung des jüdischen Schicksals vorliegt.

Natürlich muss nicht jeder Kinofilm dieses Genres ein geschichtsträchtiges Werk sein. Dennoch vermeidet Defiance bereits im Ansatz den vom Zuschauer an manchen Stellen erwünschten Tiefgang und präsentiert vielmehr ein Kriegs- und Partisanenmärchen, welches einem nicht geringen Teil der jüdischen Bevölkerung sauer aufstoßen könnte. Da hilft auch Daniel Craigs schauspielerische Leistung nicht über derartige Missstände in der Handlung hinweg.


Filmkritik von Gastautor

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Unbeugsam - Defiance

© Constantin Film Verleih GmbH

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