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Deep Impact| Kritik

Kinostart
1998



Handlung

Wie fühlt man sich, wenn man plötzlich erfährt, daß das Ende der Welt, so wie wir sie kennen, bevorsteht? Deep Impact versucht, einen Eindruck dessen zu vermitteln, wie die Kenntnis vom bevorstehenden Weltuntergang Denken und Handeln der Menschen zu beeinflussen vermag.

Der junge Hobby-Astronom Leo Biederman (Elijah Wood) entdeckt eines Abends beim Blick durchs Teleskop ein Objekt, das er nie vorher gesehen hat. Der Wissenschaftler Marcus Wolf (Charles Martin Smith) identifiziert es kurz darauf als bisher unbekannten Kometen. Als er dessen voraussichtliche Bahn durch unser Sonnensystem berechnet, muss er mit Entsetzen feststellen, dass dieser sich auf direktem Kollisionskurs mit der Erde befindet und zwei Jahre später auf unserem Planeten einschlagen wird. Leider kann er die berechneten Daten nicht direkt auf den Server des Observatoriums überspielen, da dieser wieder einmal nicht erreichbar ist. Die Menschheit wird ein Jahr lang nicht erfahren, was ihr bevorsteht, da Wolf noch am selben Abend bei einem Autounfall stirbt und die Informationen aus politischen Gründen geheimgehalten werden.

Ein Jahr später sieht sich der Präsident der Vereinigten Staaten (Morgan Freeman) genötigt, die Öffentlichkeit endlich zu informieren. Gleichzeitig teilt er mit, dass ein Raumschiff gebaut worden sei, das zum Kometen fliegen und dessen Besatzung versuchen solle, ihn durch nukleare Explosionen von seinem Kurs abzubringen...


Filmkritik | Deep Impact

Der erste der beiden diesjährigen Asteroiden-Filme ist in den deutschen Kinos eingeschlagen, wobei das fragliche Objekt in "Deep Impact" ein Komet von eher bescheidenen Ausmaßen (11 km Länge) ist, im Vergleich zu dem Asteroiden in "Armageddon", der die Größe von Texas haben und im Juli für ein Inferno sorgen soll. Nach der Vorschau zu urteilen, handelt es sich bei "Armageddon" auch eher um einen Actionfilm, während "Deep Impact" ein Katastrophenfilm nach klassischem Muster ist. Der Hauptakzent liegt hier auf den menschlichen Schicksalen, wobei die Effekte eher zweitrangig sind, wenn auch durchaus sehenswert. Mimi Leder hat mit "Deep Impact" ihren zweiten Film abgeliefert, der eine deutliche Steigerung gegenüber ihrem Regiedebüt im letzten Jahr mit dem absolut uninspirierten, langatmigen "Projekt: Peacemaker" darstellt. Während letzterer dem Kinobesucher einiges an Durchhaltevermögen und Sitzfleisch abverlangte, kann "Deep Impact" sich durchaus sehen lassen und stellt eine ausgewogene Mischung zwischen Drama und Science Fiction dar.

Was bei einem Katastrophenfilm eher selten der Fall ist, ist hier gelungen: Man nimmt Anteil am Schicksal der Betroffenen und stellt sich vielleicht sogar vor, wie man selbst auf eine solche Nachricht reagieren würde. Die einen wollen den Augenblick der Apokalypse nicht abwarten und setzen ihrem Leben vorher ein Ende, andere reagieren mit einer "Jetzt-ist-sowieso-alles-egal-Haltung" und ziehen plündernd durch die Straßen, ein Szenario, dessen Realismus man unschwer abstreiten kann. Wieder andere wollen die Hoffnung nicht aufgeben, dass vielleicht doch noch ein Wunder geschehen und die nahende Katastrophe abgewendet werden kann oder besinnen sich auf Dinge, an die sie schon lange nicht mehr gedacht hatten und machen reinen Tisch mit sich selbst. Die schauspielerischen Leistungen in diesem Film sind sicher nicht oscarverdächtig, aber gut genug, um den Zuschauer zu fesseln und sein Interesse am Geschehen auf der Leinwand aufrechtzuerhalten. Die beeindruckendsten visuellen Effekte bekommt man erst am Schluss des Films zu sehen, wenn eine Flutwelle über den Norden der USA hinwegrollt und ganze Städte - veranschaulicht am Beispiel New York - zerstört. Einmal mehr kann man der Zerstörung von touristischen Sehenswürdigkeiten zusehen, und auch diesmal übersteht die Freiheitsstatue - offensichtlich ein bevorzugtes Objekt der Tricktechniker - die Katastrophe nicht.

Vielleicht weniger imposant, aber gut gemacht ist der Einschlag eines Kometenfragments im Nordatlantik selbst. Diese Bilder erinnern an Simulationen, die man vom Einschlag des Asteroiden am Ende der Kreidezeit gesehen hat, der für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gemacht wird und einen Krater von über 100 Meilen Durchmesser im Golf von Mexiko hinterlassen hat. Das Objekt, das in "Deep Impact" auf der Erde einschlägt, hat aber nur ca. ein Zehntel der Größe, die man für diesen Asteroiden annimmt. Trotzdem sind die Verwüstungen unvorstellbar - man mag gar nicht darüber nachdenken, was ein größerer Himmelskörper beim Aufprall auf die Erde anrichten könnte.

Das alles klingt zu weit hergeholt? Kaum, denn auch wenn man in Betracht zieht, dass Hollywood wohl niemals einen wissenschaftlich exakten Film hervorbringen wird, ist die Präsentation der Ereignisse keine reine Phantasie. Die Erde wurde in ihrer langen Geschichte immer wieder von Asteroiden und Kometen getroffen, von denen einige für bestimmte Aussterbeereignisse verantwortlich gemacht werden. Neue Techniken ermöglichen das Auffinden von Einschlagkratern, die tief unter Jahrmillionen alten Sedimenten begraben liegen wie der Chicxulub-Krater vor der Küste von Yucatan. Ständig werden neue Asteroiden im Sonnensystem entdeckt, so daß es nicht unwahrscheinlich ist, dass auch die Menschheit in (geologisch gesehen) absehbarer Zeit von solch einem Objekt getroffen wird.

Fazit: Spannend gemachter Katastrophenfilm nach klassischem Muster, der zumindest für die Fans des Genres einiges zu bieten haben dürfte.


Filmkritik von Monika Hübner

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