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Deep Blue Sea| Kritik

Kinostart
1999



Wer schon immer wusste, dass die Gentechnik Teufelswerk ist, wird sich in Deep Blue Sea sicher gern weiter davon überzeugen lassen.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern ist einem Wunderheilmittel gegen die Alzheimer Krankheit auf der Spur, das kostbare Serum wird aus den Gehirnzellen von Haien gewonnen. Die Forschungen werden auf einer isolierten künstlichen Insel mitten im Pazifik betrieben, selbstverständlich unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Aber wir wissen spätestens seit Jurassic Park, dass auch moderne Technik nicht unfehlbar ist und menschliches Versagen niemals ausgeschlossen werden kann. Ganz zu schweigen vom menschlichen Ehrgeiz, der so manchen schon zu Taten getrieben hat, die er später vielleicht bereut hat. Dummerweise liefert das Hirn von normalen Haien nicht genügend Serum, so dass Dr. Susan McAlester (Saffron Burrows) heimlich damit beginnt, der Natur ein wenig nachzuhelfen, indem sie ihre Haie gentechnisch so verändert, dass deren Gehirn größer wird. Leider hat das den unerwünschten Nebeneffekt, dass sie nicht nur an Körpergröße zunehmen, sondern auch intelligenter werden, und zwar intelligent genug, um sich mit ihrem Dasein als Laborratten nicht länger abfinden zu wollen...

Und da wären wir wieder einmal beim schönsten Katastrophenszenario, das der Kinozuschauer sich nur wünschen kann. Renny Harlin serviert hier allerdings eine Fischsuppe, deren Zutaten schon etwas überlagert sind. Man nehme eine Prise "Jurassic Park", eine Prise "Sphere", eine Prise "Daylight" und eine große Prise vom "Weißen Hai", rühre einmal kräftig um und hoffe, dass dabei eine genießbare Bouillabaisse herauskommt. Wer jedoch an frischen Zutaten spart, wird damit keinen Stern im Michelin und auch keinen Oscar gewinnen. Dabei ist Deep Blue Sea nicht etwa langweilig, die Effekte sind zum Teil durchaus sehenswert und lassen einen auch dann und wann zusammenzucken. Wem das genügt, der kann durchaus einen vergnüglichen Abend im Kino verbringen. Man hoffe jedoch nicht etwa auf intelligente Dialoge, denn die Drehbuchautoren haben wohl wieder einmal gehofft, dass die Computereffekte alles überblenden würden. Der Koch als unfreiwilliger Held (gab es das nicht schon einmal irgendwo?!) ist auch nur mäßig originell und wurde zum Schluss etwas überstrapaziert. So mancher Zuschauer mag erleichtert aufatmen, als sein gefiedertes Haustier schließlich als Haifutter endet und insgeheim seufzen und sich wünschen, dass Herrchen ihm doch bald nachfolgen möge.

Insgesamt ist Renny Harlin (Zwölf Runden) mit bemerkenswert wenigen Schauspielern ausgekommen, von denen die meisten es noch nicht einmal über die halbe Lauflänge des Films geschafft haben. Das an Gagen gesparte Geld konnte wahrscheinlich in zusätzliche Computereffekte investiert werden. Ob man letztendlich seine Sympathie den unglücklichen Haien zuwendet oder sie an die recht unsympathischen Protagonisten verschwendet, ist wohl nicht von allzu großer Bedeutung. Allerdings hängt es davon ab, ob einem das Ende der Geschichte gefällt oder nicht. Ich hülle mich hier lieber in vornehmes Schweigen.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Renny Harlin

Darsteller
Aida Turturro, Jacqueline McKenzie, LL Cool J, Michael Rapaport, Saffron Burrows, Samuel L. Jackson, Stellan Skarsgård, Thomas Jane

Genre
Action, Horror, Sci-Fi, Thriller

Tags
Genetik, Haie
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Herstellungsland
USA

Budget
60 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
164 Mio. US-Dollar (weltweit)



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