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Death at a Funeral| Kritik 6/10

US-Kinostart
16.04.2010



Handlung

Diese amerikanische Familie ist zusammengekommen, um dem geliebten Ehemann und Vater die letzte Ehre zu erweisen. Doch als sich die Trauergemeinde im Haus der Familie versammelt, lösen schockierende Enthüllungen – schon lange unter der Oberfläche gärende Ressentiments – hässliche Drohungen, eine Erpressung und nicht zuletzt der verlorene Leichnam tödlichen Tumult und Chaos aus.


Filmkritik | Death at a Funeral

Bei manchen Filmen weiß man einfach nicht, warum sie überhaupt gedreht werden. So auch im Fall von "Death at a Funeral", der mit dem mehr als – sorry – dämlichen Zweittitel "Sterben für Anfänger" in Deutschland vermarktet wird. Der Streifen ist so überflüssig wie ein Kropf, wenn auch durchweg spritzig, straff und mit äußerst spielfreudigen Darstellern inszeniert. Überflüssig ist der Film deshalb, weil bereits 2007 ein nahezu identische unter dem entsprechenden Titel und nach demselben Skript des Briten Dean Craig vorgelegt wurde. Damals führte das britische Multitalent Frank Oz ("Die Frauen von Stepford") Regie, diesmal der vor allem auch als Autor äußerst sarkastischer Theaterstücke (u.a. "Fettes Schwein") bekannt gewordene Neil LaBute ("Wicker Man - Ritual des Bösen", "Wicker Man - Ritual des Bösen").

Böse, munter, lustvoll schwarzhumorig und politisch unkorrekt sind beide Filme – was zu den Charakterpersönlichkeiten der Regisseure passt: Beide verstehen sich als Außenseiter und gesellschaftliche Grenzgänger, Oz als Sohn polnisch-niederländisch-jüdischer Emigranten und Puppenspieler, LaBute als abtrünniger und aus seiner Community wegen Unbotmäßigkeit ausgeschlossener Mormone. Doch wo Oz auf den feinen bis subtil-abgedrehten schwarzen Humor der britischen Charaktere setzt, geht LaBute wie auch gerne in seinen Bühnenstücken im Laufe der Filmhandlung mit dem Holzhammer zu Werke. Der schwarze Humor verliert sich zunehmend in schriller Situationskomik, grellen Überzeichnungen und hysterischem Chaos.

Die Schauspieler schmettern die Bälle immer nach vorne, nie von hinten durch die Brust ins Auge wie die britischen Kollegen. Schlicht und ergreifend andere Schule. Da der Regisseur allerdings vom Theater kommt, behält er bei diesen munteren Schlagabtauschen, die sich wie auf einer Bühne im nahezu unveränderten Setting und in Echtzeit abwickeln, immer die Übersicht. Da kommt ihm sein dramaturgisches Talent und sein Händchen für straffe Schauspielerführung zugute. Unübersichtlich trotz verwickelter Handlung  und überzahlreichen Personals wird der Film nie.

Dass die Handlung ins sonnige, nicht gerade für doppelbödigen schwarzen Humor bekannte L.A. verlegt wurde, tut dem Film nicht gut, New York oder die amerikanische Provinz wären schon eher gegangen. Warum die Mehrzahl der Darsteller nun schwarz sind, einige wenige mit weißen Partnern verbandelt und der tote Familientyrann ein Asiate, erschließt sich auch nicht so recht. Nur der politisch unkorrekte "Zwerg", mit dem es eine ganz spezielle und pikante Bewandnis hat, wird in beiden Film-Varianten vom kleinwüchsigen Schauspieler Peter Dinklage ("Penelope", "Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia") verkörpert – vermutlich auch, weil es in der Filmbranche nicht viele ernsthafte Darsteller mit seiner Statur gibt. Im übrigen liefert der Cast ein solides, mehrheitlich ordentliches Spiel mit viel Teamgeist ab: Als Star spielt sich niemand in den Vordergrund, mimische Glanzleistungen sind allerdings auch nicht darunter. Hauptdarsteller Chris Rock ("Nurse Betty", "Spiel ohne Regeln") verrät ein bisschen allzu deutlich, dass er aus der gewollt komödiantischen Eddie Murphy-Schule kommt, Danny Glover ("Abgedreht", "Die Stadt der Blinden", "2012") legt die Rolle des bösartigen A....lochs Onkel Russell viel zu harmlos und nett an und Zoe Saldana ("Star Trek", "Avatar - Aufbruch nach Pandora") zeigt ohne Schutz der Maske als Elaine deutliche mimische Defizite. Gleiches gilt für James Marsden ("Superman Returns", "Spritztour") als Oscar. Tipp: Wer das Original von 2007 kennt, sollte sich das Remake schenken, er wird enttäuscht sein. Für alle anderen bleibt unterm Strich ein durchaus solider, amüsanter Komödienspaß mit Anflügen von Tiefgang übrig.
Filmkritik von mkrispien

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USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
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