Das Mercury Puzzle - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Das Mercury Puzzle| Kritik

Kinostart
1998



Handlung

Die Leidenschaft des neunjährigen, autistischen Simon (Miko Hughes) sind Rätsel aller Art, und kaum jemand hätte sich vorstellen können, dass ihm dies einst zum Verhängnis werden könnte. Bis zu dem Tage, an dem seine Betreuerin ihm ein Heft schenkt, in dem in einem Zahlenrätsel eine verschlüsselte Botschaft mit einer Telefonnummer verborgen ist...

Der amerikanische Geheimdienst hat einen neuen Verschlüsselungscode entwickeln lassen, um mit seinen Verbindungsleuten im Ausland korrespondieren zu können. Angeblich kann er von keinem Computer geknackt werden, geschweige denn von einem menschlichen Gehirn. Die Programmierer haben sich jedoch einen ganz besonderen Gag einfallen lassen, um es zu testen: Sie haben eine verschlüsselte Botschaft in einem Zahlenrätsel versteckt, eine Telefonnummer, die dem Anrufer beim "Puzzle Center" ein Jahresabonnement einer Zeitschrift seiner Wahl verspricht. Als dort jedoch tatsächlich das Telefon klingelt und eine Kinderstimme sich meldet, löst dies eine Flut von Ereignissen aus, mit denen niemand gerechnet hatte.

Lt. Nicholas Kudrow (Alec Baldwin) erteilt umgehend den Befehl, das Kind und seine Eltern ein für allemal zum Schweigen zu bringen, Simon entgeht dem Mordanschlag jedoch. FBI-Agent Art Jeffries (Bruce Willis) wird mit dem Fall seines Verschwindens beauftragt, und es beginnt eine Flucht auf Leben und Tod.


Filmkritik | Das Mercury Puzzle

Auch wenn es diesmal nur einen kleinen Jungen zu beschützen gilt und nicht gleich die Erde gerettet werden muss wie in "Das fünfte Element" oder "Armageddon", wirkt Bruce Willis in der etwas ungewohnten Rolle als unfreiwilliges Kindermädchen überzeugender als in den beiden anderen Filmen. Die Szenen zwischen ihm und dem kleinen Simon, meisterhaft gespielt von Miko Hughes, machen diesen ansonsten durchschnittlichen Film letztendlich doch sehenswert. Art Jeffreys unterscheidet sich von John McClane aus der "Stirb Langsam"-Reihe jedoch nicht nur durch das fehlende blutbesudelte Unterhemd, er ist auch nicht ganz so übertrieben tough und greift auch schon mal zur Pillendose, um seine strapazierten Nerven zu beruhigen. Mit den Jahren scheinen aus den Drahtseilen dünne Nylonfäden geworden zu sein, oder wie soll man diese Tatsache sonst interpretieren? Den Sturz aus einem Hubschrauber aus mehreren Metern Höhe übersteht er aber trotzdem unbeschadet - das Stehauf-Männchen vom Dienst ist zur Beruhigung all seiner Fans noch immer unverwundbar.

Jeffreys Gegenspieler Kudrow ist ein ganz anderer Typ. Die Rolle ist mit Alec Baldwin gut besetzt, man sieht ihm förmlich an, dass er sich niemals selbst die Hände schmutzig macht, sondern immer andere vorschickt, die den anstrengenden Teil der Arbeit erledigen. Das macht ihn allerdings nicht sympathischer, man wünscht sich als Zuschauer eigentlich die ganze Zeit, dass er irgendwann als Fettfleck enden möge. In Eingedenk dessen, dass in Hollywood-Filmen kleinen Kindern niemals etwas passieren darf und Bruce Willis sowieso immer der Stärkere ist, kann man sich von Anfang an ausrechnen, wer den Nachspann noch erleben wird. Randfiguren dienen von vornherein nur zur besseren, lauteren und blutigeren Inszenierung der Action-Sequenzen. Was die Vorhersehbarkeit angeht, unterscheidet sich Das Mercury Puzzle nicht im geringsten von anderen Filmen dieser Machart.

Die Funktion von Peter Stormares Kurzauftritt ist ein Rätsel, zu dessen Lösung man aber eventuell keinen Cray-Computer benötigt. Meine Erklärungsvorschläge wären folgende: 1. Er hat schon sein Leben lang davon geträumt, sich einmal mit Bruce Willis vor laufender Kamera prügeln zu dürfen; 2. er hatte ein paar äußerst dringende, überfällige Rechnungen zu bezahlen; 3. er hat vielleicht früher immer geglaubt, dass es imageschädigend sei, in einem Actionfilm mitzuspielen, aber seit ihn jeder in Spielbergs "Vergessene Welt" gesehen hat, sind diese Bedenken gegenstandslos geworden. Sein Talent war bei Das Mercury Puzzle jedenfalls die reine Verschwendung, aber es ist wohl doch so, daß bekannte Namen auf dem Plakat so manchen ins Kino zu locken vermögen.

Von schauspielerischem Wert war indessen die Darbietung von Miko Hughes, der den kleinen Autisten ziemlich überzeugend gespielt hat, was für ein Kind dieses Alters durchaus eine beachtliche Leistung ist. Neben Bruce Willis, der mehr oder weniger seine übliche Rolle zum besten gibt, ist er der eigentliche Star des Films, um dessentwillen man bereit ist, die Geschichte bis zum Ende zu verfolgen, auch wenn man längst vorher weiß, wie sie ausgehen wird.

Fazit: Wer auf überraschende Wendungen und geniale Einfälle hofft, der wird von Das Mercury Puzzle enttäuscht sein. Nichtsdestoweniger handelt es sich hier um etwas leichter verdauliche Sommerkost als beim Jüngsten Gericht in "Armageddon", das sich als harmloser Meteoritenschauer mit pompösem Vorspiel entpuppte.


Filmkritik von Monika Hübner

Sag es weiter



Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 9 * 6 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.




Steckbrief
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Mercury Rising

Einspielergebnis
93 Mio. US-Dollar (weltweit)



Benutzername

Passwort

Anzeige