Handlung
Das Mädchen Griet (Scarlett Johansson) kommt als Magd in die Familie Vermeer, wo sie zunächst hauptsächlich für die Wäsche und fürs Einkaufen zuständig ist. Außerdem soll sie das Atelier putzen, das im Hause des Malers eine Art Heiligtum darstellt. Als Jan Vermeer (Colin Firth) bemerkt, dass sie die Dinge ebenfalls mit dem besonderen Auge eines Malers zu sehen scheint, ist sein Interesse an ihr geweckt. Fortan soll sie ihm die Farben mischen, sehr zum Missfallen seiner Frau und seiner Schwiegermutter, die der Meinung sind, Griet würde deshalb ihre eigentliche Arbeit vernachlässigen. Die Situation spitzt sich zu, als Vermeer im Auftrag eines reichen Mäzens (Tom Wilkinson) ihr Porträt malen soll, worauf seine Frau einen ihrer zahlreichen Eifersuchtsanfälle erleidet. Als sie darauf besteht, das "schamlose" Bild zu sehen, kommt es zum Eklat.
Filmkritik | Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Das Mädchen mit dem Perlenohrring entstand nach dem gleichnamigen Roman von Tracy Chevalier und erzählt die fiktive Geschichte der Entstehung eines der berühmtesten Bilder des holländischen Meisters Jan Vermeer. Die erwähnte "Schamlosigkeit" des Gemäldes besteht nicht etwa in der Nacktheit des Modells, sondern vielmehr in der Sinnlichkeit, die es ausstrahlt. So gibt es auch keine expliziten Szenen zwischen dem Maler und der Magd, es bleibt der Fantasie des Zuschauers überlassen, was und wie viel er sich ausmalen will. Der Film ergeht sich in Andeutungen, doch die "Chemie" zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt. Ein großartiges Set schafft die gebührende Atmosphäre und versetzt den Zuschauer ins Delft des 17. Jahrhunderts. Peter Webbers Film ist ein Gemälde für sich, das es wert ist, von allen Seiten und aus allen Perspektiven betrachtet zu werden.
Filmkritik von Monika Hübner