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Das Kabinett des Dr. Parnassus| Kritik 7/10

Kinostart
07.01.2010



Handlung

Dr. Parnassus (Christopher Plummer) besitzt die außergewöhnliche Gabe, Menschen in wundervolle Fantasiewelten zu entführen. Zusammen mit seinem Wandertheater lädt er das Publikum ein, mittels eines magischen Spiegels dem banalen Alltag zu entfliehen und in ein Universum unbegrenzter Fantasien einzutreten. Dr. Parnassus wird jedoch von einem dunklen Geheimnis verfolgt. Für Unsterblichkeit und ewige Jugend hat der unermüdliche Spieler einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt von Mr. Nick (Tom Waits) abgeschlossen. Dr. Parnassus hinreißende Tochter Valentina (Lily Cole) ist dafür an ihrem 16. Geburtstag Mr. Nick als Gegenleistung versprochen. Nun, da dieser Tag näher rückt und Valentina sich in den charmanten Außenseiter Tony (Heath Ledger) verliebt hat, versucht Dr. Parnassus verzweifelt, seine Tochter vor diesem Schicksal zu bewahren. Die Theatertruppe um Dr. Parnassus macht sich deshalb zu einer aufregenden Reise gegen die Zeit auf – in eine surreale und berauschende Welt voller Wunder und Verlockungen.


Filmstart

Das aktuelle Werk der Regielegende Terry Gilliam "Das Kabinett des Dr. Parnassus" (Originaltitel "The Imaginarium of Doctor Parnassus") kommt am 7. Januar in die deutschen Kinos und am 8. Januar flächendeckend in die US-amerikanischen Kinos. Seit den Weihnachtsfeiertagen gab es allerdings bereits zahlreiche Pressevorführungen und auch einige Aufführungen vor normalem Publikum. Premiere hatte der Spielfilm auf den 62. Internationalen Filmfestspiele von Cannes, und zwar bereits am 22. Mai 2009.


Filmkritik | Das Kabinett des Dr. Parnassus

Große Erwartungen an "Das Kabinett des Dr. Parnassus" weckte vor allem der tragisch frühe Tod des Hauptdarstellers Heath Ledger und die Neugier auf sein schauspielerisches Vermächtnis. Ledgers Tod während der Dreharbeiten erforderte eine gravierende Umschreibung des ohnehin schon skurrilen, vielschichtigen und komplexen Drehbuches. Die von Heath Ledger gespielte Hauptfigur "Tony" wird nun im Film nacheinander von einer Riege exquisiter Schauspieler verkörpert, die Tony jeweils in einer seiner Metamorphosen beziehungsweise Verwandlungen darstellen. Nach der ersten Verwandlung übernimmt dabei Johnny Depp die Rolle des Tony, auf ihn folgt der britische Star-Schauspieler Jude Law. In der dritten und letzten Verwandlung schließlich betritt Colin Farrell als Tony die Leinwand. Insbesondere Johnny Depp weiß in seiner Interpretation der Rolle als äußerst charmanter Gigolo zu überzeugen.

Terry Gilliam erzählt die vielfach miteinander verwobenen Geschichten vor dem Hintergrund einer ins moderne London übertragenen Schaubude beziehungsweise eines Varietétheaters. Ihm gelingt es meist sehr überzeugend, ein Konglomerat aus verschiedenen Erzählebenen und Metaebenen zu einem schlüssigen Ganzen zu verweben. Leider lässt die Faszination im letzten Viertel der Story leider etwas nach und der Film wirkt trotz einer regulären Spielzeit von etwas über 120 Minuten doch etwas lang geraten. Die Zusammenarbeit von Regisseur Terry Gilliam und dem exquisiten Kameramann Nicola Pecorini ("Fear and Loathing in Las Vegas", "Rules of Engagement") erschafft eine bildgewaltige, skurille und stets faszinierende Parallelwelt, die den Zusschauer auch ohne 3D ganz in den Bann zieht. Gilliam-typisch überlässt der Regisseur während des gesamten Films darüber hinaus dem Zuschauer die Deutungshoheit. Der Kinobesucher kann für sich entscheiden, welche Ebene der Erzählung ihm am meisten zusagt, und dorthin seine Aufmerksamkeit fokussieren. Die Kostüme, die Requisiten und das Szenenbild in "Das Kabinett des Dr. Parnassus" überzeugen auf der ganzen Linie und der Filmfan wird auch beim zweiten oder dritten Ansehen der Produktion immer noch neue Aspekte und Details entdecken. Für die Filmmusik zeichnet das kanadische Brüderpaar Jeff und Mychael Danna verantwortlich, die bereits an zahlreichen Filmen gemeinsam gearbeitet haben. Ihr Score ist ebenso vielschichtig und facettenreich wie der Film selbst.

Zusammenfassend gesagt erreicht "Das Kabinett des Dr. Parnassus", vor allem auf Grund seiner visuellen Qualitäten, eine ordentliche Bewertung. Für Fans des verstorbenen Heath Ledger ist der Film natürlich ein Muss!


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Das Kabinett des Dr. Parnassus

© Concorde Filmverleih GmbH

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Herstellungsland
Frankreich, Kanada

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Imaginarium of Dr. Parnassus




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