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Das Haus der Dämonen| Kritik 6/10

Kinostart
02.07.2009



Handlung

Sara Campbell (Virginia Madsen) ist verzweifelt: Sie muss mit ansehen, wie ihr Sohn Matt (Kyle Gallner) langsam an Krebs stirbt. Um ihm die endlosen Trips zur Behandlung in einer Spezialklinik zu ersparen und seinen fragilen Körper nicht mehr zu belasten als notwendig, zieht die Familie nach Connecticut. Sara hat ein günstiges Haus gefunden, dass der schlechten finanziellen Lage der Familie entgegen kommt. Kaum eingezogen erfährt die Familie, dass es einen Grund für den guten Preis gab: Die Menschen machen einen Bogen um das Haus, das eine düstere Geschichte hat. Früher wurde es als Bestattungsinstitut genutzt, es kam zu unvorstellbaren Geschehnissen mit schwarzer Magie und Geisterbeschwörungen. Sehr bald beginnt ausgerechnet Matt, unheimliche Dinge wahrzunehmen. Die Eltern zweifeln zunächst: Liegt es nicht vielleicht an den starken Medikamenten? Oder doch am Haus? Als Jonah (Erik J. Berg), der Sohn des damaligen Besitzers, plötzlich zurückkehrt, beginnt für die Campbells ein unvorstellbares Grauen.


Filmkritik | Das Haus der Dämonen

Horror – aus unbekannten Gründen hat diese Filmgattung eine enorme Anziehungskraft. Es geht hier nicht um das sinnlos mit Blut beschmierte Szenario, sondern um viel mehr – die Realität in der dargestellten Fantasiewelt zu erkennen und diese Erkenntnis wahrzunehmen, bringt den Zuschauer dazu wie gelähmt die Leinwand anzustarren. Wer sich einmal darauf eingelassen hat, tut es immer wieder – Neugierde heißt der Code dieses Zustands! Wenn die Handlung zusätzlich noch zeitgenössische Relevanz und einen gewissen Wiedererkennungsgrad verspricht, steigt auch der Grad der Neugierde rasant. Und das Publikum möge sich fürchten!

Regisseur Peter Cornwell präsentiert mit seinem neuesten Film „Das Haus der Dämonen“ ein teilweise innovatives, aber zugleich schon irgendwie bekanntes Horrorwerk. Innovativ ist es, weil das Szenario eine gewöhnliche, paranormale Gruselgeschichte mit einem so greifbar nahen Problem wie die Unheilbarkeit einer Krebserkrankung verbindet. Basierend auf einer wahren Geschichte, erzeugt der Film dadurch einen noch größeren Realitätsbezug für die Zuschauer. Bekannt kommt das Ganze einem aber deshalb vor, weil der Ort der Geschehnisse schon wieder ein einsames, von bösen Geistern bewohntes Haus ist. Unzählige Filmgeschichten verstecken böse Geister in ihren Häusern. Auch wenn man versucht etwas Außergewöhnliches hier zu entdecken, stößt man auf nichts weiter als auf Grusel-Tradition – allerdings sehr effektiv und spannend dargestellt.

Matts Wahrnehmungen sorgen für Zweifel: Da er anfangs der Einzige ist, der auf die mysteriösen Ereignisse im Haus reagiert, stellt sich die Frage, ob dies eine Nebenwirkung seiner Krebserkrankung ist, oder sind das doch Anzeichen einer realen Gefahr? Dadurch wird eine ständige Korrespondenz zwischen Realität und Fantasie aufgebaut. Denn das Unheimliche und das Übernatürliche formen in manchen Fällen beim Betrachter ein Grinsen ins Gesicht, aber nicht, wenn persönliche Dramen und wahre Ängste eingebunden sind. Die mögliche Existenz von Parallelwelten, die lebende Seelen beherbergen, versprechen dem Zuschauer eine Art Dasein nach dem unwiderruflichen Ende. Allein diese These fesselt die Neugierde bis zum Schluss – denn man hofft immer wieder auf eine neuartige Erklärung über den Sinn des Lebens.

Für pure Spannung sorgt nicht nur die Handlung an sich, sondern auch die überzeugende schauspielerische Leistung der Hauptfiguren. Psychologisch stark aufgebaute Charaktere und deren charismatischer Auftritt sind die besten Voraussetzungen für eine hohe Akzeptanz. In den USA hat der Film unerwartet große Erfolge gefeiert. Das Interesse und somit die Neugierde des (amerikanischen) Publikums wird durch eine sehr einfache Regel gereizt und gehalten: Wenn eine kleine, mittelständische Familie es schafft, sich den menschlichen Ängsten und den übermenschlichen Geistern zu stellen, dann können das alle. Hoffnung muss sein!


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Das Haus der Dämonen

© Falcom Media

Kommentare


Lisa Reimer
07.06.2013, 15:58:06
Ich habe den Film gesehen und finde ihn grandios gemacht. Er erweckt einen gewissen Reiz im Menschen und zum Ende hin eine unfassbare Hingabe der Gefühle. Einfach Klasse!

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Steckbrief
Regie
Peter Cornwell

Darsteller
Amanda Crew, Elias Koteas, Kyle Gallner, Martin Donovan, Sophi Knight, Virginia Madsen

Genre
Horror

Tags
Geisterhaus, Krebs
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Haunting in Connecticut




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