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Crossing Over| Kritik 7/10

Kinostart
25.06.2009



Handlung

Max Brogan (Harrison Ford) ist Spezialgent der Einwanderungsbehörde, der in Los Angeles illegale Immigranten aufspürt und sie zurück über die Grenze schickt. Kein Job für schwache Nerven, und kein Job, der spurlos an Brogan vorübergeht: Sein Mitleid mit einer Mexikanerin, die ihren kleinen Sohn allein in L.A. zurücklassen muss, bringt ihn in große Schwierigkeiten. Viele andere Menschen warten hier auf Arbeitserlaubnis und Einbürgerung: die Familie von Brogans persischem Partner Hamid Baraheri (Cliff Curtis), eine junge Schauspielerin aus Australien, ein britischer Musiker, ein koreanischer Teenager. Sie alle haben Träume von Freiheit, Geld oder Ruhm – und sind bereit, für diese Träume einen hohen Preis zu bezahlen...


Filmkritik | Crossing Over

Kritisches Problemkino ist nicht grade das beliebteste Filmgut. Doch die große Leinwand ist längst zu einem Botschafter geworden, der nicht nur unterhält, sondern auch zur Auseinandersetzung anregt. Es ist die Auseinandersetzung mit der Realität und mit der Problematik der zwischenmenschlichen Verhältnisse. Um neue Zusammenhänge der Geschichte, der Historie, letztendlich des realen Lebens zu ergründen und zu präsentieren, suchen sich Regisseure und Drehbuchautoren Stoffe aus, die etwas bewegen können – vor allem in den Köpfen, denn nur dort ist der Anfang jeder Veränderung.

Mit „Crossing over“ versucht Regisseur Wayne Kramer Grenzen zu durchbrechen und kritisch wie erzählerisch einen Episodenfilm über die Immigration in die USA möglichst unverfälscht zu präsentieren. Die reale "Landesgrenze" wird somit für ihn nicht nur Nährstoff seiner Geschichte, sondern zu einem Symbol des so umjubelten, aber doch verfälschten Sinnes für amerikanische Freiheit. Das Thema ist nicht neu, die einzelnen Lebensgeschichten ergreifen nicht neue Erkenntnisse oder Erlebnisse der besonderen Art. Es ist keine einzigartige Erzählung, die durch Authentizität und Unübertroffenheit überzeugt. Was daran aber besonders auffällt, ist das Wagnis diese Grenzprobleme ans Licht zu führen und immer einen Schritt weiter zu gehen – im Vergleich zu den früheren filmischen Artgenossen. Es ist eine Kritik am lahmen Einwanderungssystem, an das Klischeedenken, an korrupte Beamte, aber vor allem ist es die Kritik an die Unfähigkeit sich zu verändern, die alten Denkweisen zu verändern und die Toleranz nicht nur als Begriff, sondern als nötige Tatsache zu betrachten.

Tabuisiert ist in den USA nichts – zumindest offiziell! Doch Wayne Kramers Charaktere erzählen kein Märchen, sondern ihr Leben und führen ungeahnte Tabus vor Augen, von denen man gar nicht denkt, dass es sich hier um Tabus handeln könnte. Redefreiheit, Mitgefühl, Aufopferungsbereitschaft, Einfühlsamkeit und Toleranz – wenn es in bestimmten Situationen darauf ankommt, wird aus diesen Nationalmerkmalen der amerikanischen Demokratie nichts weiter als ein Tabu. Zuspruch wird der Film insbesondere dort finden, wo die angesprochene Probleme Gestalt annehmen. Länder und Nationen mit großen Auswanderungsquoten und weltweite Immigranten werden sicherlich den Film anders betrachten als die Täter selbst oder diejenigen, die die Problematik nicht kennen, oder erkennen wollen. Das ist auf jeden Fall tolles Kino, aktuelles Thema, starke Charaktere, packende Geschichte und ganz viel Gefühl!


Filmkritik von Gastautor

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Crossing Over

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