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Crazy Heart| Kritik 7/10

Kinostart
04.03.2010



Handlung

Mit 57 Jahren ist der einstige Country-Star Bad Blake (Jeff Bridges) am Ende seiner Karriere. Seine letzte Hoffnung ist ein großes Konzert auf der Bühne seines früheren Lehrlings Tommy Sweet (Colin Farrell). Er bekommt seine Chance und lernt am selben Abend die junge Journalistin und Mutter Jean Craddock (Maggie Gyllenhaal) kennen und verliebt sich in sie. Doch kann Bad sein jetziges Leben in den Griff bekommen und mit Jean in eine neue Zukunft starten?

Filmkritik | Crazy Heart

Das Zentrum der Macht sitzt in Amerika in Sachen Filmkritik ausnahmsweise einmal nicht in Hollywood oder New York, sondern in Chicago. Die einflussreiche Chicago Film Critics Association hat dem jungen Regisseur Scott Cooper 2009 für seinen Debütfilm "Crazy Heart"  einen Preis als "Vielversprechendstem Filmemacher" verliehen. Bei den Golden Globes 2010 holte sich Hauptdarsteller Jeff Bridges die begehrte Trophäe als "Bester Hauptdarsteller in einem Drama" ab, ausgezeichnet wurde auch der Original-Filmsong "Weary Kind" von Ryan Bingham und T-Bone Burnett, der auch Produzent des Streifens ist. Für Scott Cooper, der das Drehbuch selber schrieb und der in Hollywood mit Nebenrollen in Horrorstreifen begann, bedeutet das mit einiger Wahrscheinlichkeit den Beginn einer Traumfabrik-Karriere.

Hauptdarsteller Jeff Bridges als Bad Blake ist umwerfend in seiner Rollengestaltung zwischen Knarzigkeit und Versoffenheit, Schüchternheit und Sensibilität. Raubein mit Herz, Alkoholiker mit ebenso viel Whiskey wie Musik im Blut, ein gefallener Held im Kampf mit dem inneren Schweinhund – eine Ikonengestalt wie aus dem Lehrbuch fürs Drehbuchschreiben made in Hollywood, wie sie die Amerikaner so sehr lieben. Insofern hat Scott Cooper alles richtig gemacht. Dass er mit Bridges einen Schauspieler fand, der sich mit Hingabe in seine Aufgabe stürzte, sogar kiloweise für die Rolle zunahm und das Klischee seiner Rolle zudem mit feinen Zwischentönen und hoher Schauspielkunst unterläuft, ist ein Glücksfall. Ansonsten ist der klischeebeladene und in herrlichen Sonnenuntergängen schwelgende Streifen zu biederer Cowboy-Musik eher durchschnittlich und sehr konventionell.

Jeff Bridges ("The Big Lebowski") ist mit 60 gereift wie ein gut gelagerter Whiskey und spielt auch so, optisch inzwischen zumindest in diesem Film eine Mischung aus Nick Nolte und Kris Kristofferson. Die in jeder Beziehung sehr blasse Maggie Gyllenhaal ("Batman: The Dark Knight") wird von dem Macho mit Cowboyhut und Dreitage-Bart rasant an die Wand gespielt. Außer heulen und mädchenhaft-bieder gucken umfasst die Palette ihrer schauspielerischen Möglichkeiten wenig. Ein Segen für deutsche Zuschauer, dass ihnen die nervig knödelnde Mickeymaus-Stimme der Actrice des Originals erspart bleibt. Manchmal hat Synchronisation ihre Vorteile. In einer kleinen, aber fein ausgeleuchteten Nebenrollenstudie glänzt Hollywood-Urgestein Robert Duvall ("Glück im Spiel", "Helden der Nacht") als verständnisvoller Kneipenwirt Wayne. Colin Farrell als Country-Star Tommy Sweet spielt übrigens auch mit und irgendwie fällt es nicht weiter auf. So weit gekommen ist es mit dem einstigen Hoffnungsträger Hollywoods aus Irland ("Alexander", "Pride and Glory"), der schon in "Das Kabinett des Dr. Parnassus" nur mehr einen Mini-Auftritt hatte. Dem Schauspieler, der wieder verstärkt in Großbritannien dreht, ist ein neuer Aufwind für seine Karriere zu wünschen.


Filmkritik von mkrispien

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Bilder / Fotos

Crazy Heart

© 20th Century Fox

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Steckbrief
Regie
Scott Cooper

Darsteller
Beth Grant, Colin Farrell, Jack Nation, James Keane, Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal, Paul Herman, Rick Dial, Robert Duvall, Tom Bower

Genre
Drama

Tags
Countrysaenger
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Herstellungsland
USA




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