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Coraline| Kritik 9/10

Kinostart
13.08.2009



Handlung

Coraline Jones (Originalstimme: Dakota Fanning) ist ein erst elfjähriges, doch bereits weit über ihre Altersstufe hinaus sehr selbstständiges, neugieriges und abenteuerlustiges Mädchen. Sie und ihre Eltern (Originalstimmen: Teri Hatcher und John Hodgman) sind gerade von Michigan nach Oregon gezogen. Coraline vermisst ihre alten Freunde sehr und fühlt sich sogar oft ein bisschen alleine gelassen, da ihre Eltern von der Arbeit sehr in Beschlag genommen werden. Es dauert allerdings nicht lange, da geht Coraline in ihrer neuen Umgebung auf Entdeckungstour. Dabei trifft sie zuerst auf den gleichaltrigen Jungen Wybie Lovat, der mit ihr auch gleich Freundschaft schließen will – oder, wie sie es sieht, ihr furchtbar auf die Nerven geht! Sie besucht die älteren Nachbarsdamen, die exzentrischen britischen Schauspielerinnen Miss Spink und Miss Forcible (Originalstimmen: Jennifer Saunders und Dawn French), sowie den zugegebenermaßen noch exzentrischeren Russen Mr. Bobinsky (Originalstimme: Ian McShane). Nach diesen Begegnungen zweifelt Coraline ernsthaft daran, dass ihre neue Heimat ihr jemals echte Abenteuer bescheren könnte.

Also träumt Coraline erst einmal – wie sie es schon immer getan hat - weiter von einer besseren Welt und einem schöneren Leben: Also keinen Vater, der meistens seine Ruhe haben will, keine Mutter, die kaum Zeit für sie hat und bitte auch keine Silberfische in der Dusche. Was würde sie nicht alles geben für ein bisschen mehr Luxus, Spannung und Spaß? Und wer hätte gedacht, dass all das in ihrem neuen Zuhause schon hinter einer versteckten Tür auf sie wartet? Coraline entdeckt nämlich im Inneren des Hauses eine geheime Tür. Sie öffnet diese Tür und wagt sich in einen gespenstischen Tunnel hinein, hinter dem sich eine etwas andere, spektakuläre Version ihres eigenen Lebens verbirgt.


Filmkritik | Coraline

Wer kennt das nicht? Man hat das eigene Leben mit seinen störenden oder immer wiederkehrenden Macken absolut satt und wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Leben, in dem einmal alles tadellos und glatt verläuft.

Ein Wunsch, den auch die die elfjährige, von ihren Eltern vernachlässigte, „Coraline“ zu Beginn des gleichnamigen Fantasy-Filmspektakels hegt. Doch nicht alles, was auf den ersten Blick einfach und perfekt scheint, ist es auch. Und so wird in Henry Selicks (unter anderem bekannt durch „Nightmare Before Christmas“) rund 100-minütigem Werk nicht nur die neugierige Protagonistin schnell eines besseren belehrt: Sondern auch der Zuschauer.

Einen zweiten Blick sollten übrigens auch Eltern auf den Film werfen. Bestenfalls schon bevor das Kino geentert wird. Denn obwohl es sich bei „Coraline“ auf den ersten Blick um ein raffiniertes und verspieltes Märchen handelt, muss der ab sechs Jahren freigegebene Animationsfilm nicht zwangsläufig für jedes Kind geeignet sein. Denn „Coraline“ hat, trotz der geringen Altersvorgabe, viel gruselige und eigenwillige Skurrilität sowie diverse kleine Schockmomente vorzuweisen: Etwa zähnefletschende Blumen, Menschen mit leblosen Knopfaugen oder gigantisch große, schwarze Witwen im bildschönen Vorgarten.

Für ein ganz besonderes Filmerlebnis sorgt dann nicht nur die gelungene Mischung aus aufwendiger Stop-Motion und dezent eingesetzter CGI, sondern auch die beeindruckende Soundausstattung. Und diese reicht über einen facettenreichen und emotionsgeladenen Soundtrack, der einen in wirklich jede gewünschte Stimmung zu versetzten vermag, bis hin zu schier fantastischen Sprechern.

Im Gegensatz zur Originalversion – die mit Schauspielgrößen wie Dakota Fanning (Coraline) und Teri Hatcher (Coralines Mutter) aufwartet - wurde in der deutschen Version auf Prominenz verzichtet; was sich jedoch in keiner Weise – oder vielleicht auch gerade deshalb – auf die Qualität der deutschen Synchronisation auswirkt.

Im Großen und Ganzen handelt es sich bei Selicks Schauermärchen nach dem Roman von Neil Gaiman (auch bekannt durch "Sternwanderer" und die „Sandmann“-Reihe) um ein glanzvolles Stück Film, welcher mit seiner ganz eigenwilligen und - an Tim Burton erinnernden – Machart sicherlich nicht nur im Kino wundervolle Unterhaltung bietet. Mit einer tieferen Bedeutung, welche auch schon Gaimans Buch vorzuweisen hatte.

Als amüsantes und rabenschwarzes Ganzes entführt „Coraline“ seine Hauptdarstellerin und die Zuschauer nicht nur ein eine täuschend schöne Traumwelt, die sich – wie eigentlich schon im ersten Moment erwartet – viel zu schnell und doch plötzlich in einen wahren Alptraum verwandelt. „Coraline“ zeigt vor allem auf, wie wichtig es ist, bescheiden schon die kleinen Dinge im Leben schätzen zu lernen: Auf schaurig schöne und amüsante Art und Weise.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Coraline

© Universal Pictures International Germany GmbH

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Steckbrief
Regie
Henry Selick

Genre
Animation, Fantasy

Tags
CGI, Einsamkeit
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Budget
60 Mio. US-Dollar




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