Contagion - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Contagion| Kritik 7/10

Kinostart
20.10.2011



Handlung

Ein durch die Luft übertragenes Virus breitet sich rasend schnell aus und tötet seine Opfer innerhalb von Tagen. Als sich die Epidemie auf die ganze Welt ausdehnt, arbeiten internationale Ärzte fieberhaft an der Entwicklung eines Gegenmittels und planen geeignete Maßnahmen zur Eindämmung der um sich greifenden Panik – denn die ist noch ansteckender als das eigentliche Virus und bringt auch gesunde Menschen in Lebensgefahr, weil sich die sozialen Strukturen im Chaos zunehmend auflösen.


Filmkritik | Contagion

Die so genannte Schweinegrippe - eine Pandemie des H1N1 Virus - hat sich glücklicherweise als harmloser erweisen, als zuvor befürchtet. Aber es hätte auch anders kommen können. Das Virus verbreitete sich rasend schnell über den Globus und wäre es tödlicher gewesen, hätte es Millionen dahinraffen können.

Genau diese noch sehr aktuelle Thematik greift Regisseur Steven Soderbergh ("Erin Brockovich", "Der Informant") in seinem Film "Contagion" auf. Und das tut er gut. Sehr gut. Vollkommen glaubwürdig wird das Chaos und die Verzweiflung der modernen Welt im Angesicht der tödlichen Katastrophe gezeigt. Exemplarisch anhand der Schicksale einer Vielzahl von Betroffenen. Ärzte und Virologen der WHO und amerikanischer Gesundheitsbehörden versuchen fieberhaft das Virus zu isolieren, deren Ursprung zu finden, die Ausbreitung zu begrenzen und einen Impfstoff zu entwickeln. Die meiste Filmzeit mehr als verzweifelte Schadensbegrenzer, denn als erfolgreiche Weltenretter.
Andere Episoden des Films zeigen die vielen Einzelschicksale normaler Familien und Weltenbürger, die sich nicht gegen das verhängnisvolle Virus wehren können. So zum Beispiel das Schicksal der Familie Emhoff, dessen Vater Thomas (Matt Damon) Frau (Gwyneth Paltrow) und Kind an den Virus verliert und sein zweites Kind - seine Tochter - nun um jeden Preis vor einer Infektion durch das Virus beschützen will.
Oder der Kreuzzug des Bloggers Alan (Jude Law), der als einer der ersten über das Virus im Internet berichtet und die neuen Medien nutzt um eine Millionenschar von Interessierten davon zu überzeugen, dass das Virus von der Regierung entwickelt wurde und dass sich der in Entwicklung befindliche Impfstoff wirkungslos sei. Als heilbringende Alternative preist er einen homöopathisches Mittelchen an.

Das Thema von "Contagion" ist spannend, keine Frage und absolut auf der Höhe der Zeit. Aber Steven Soderbergh erzählt ausgesprochen kühl. Mehr dokumentarisch als emotional. Verglichen mit dem anderen großen Film über einen die Menschheit bedrohenden Killervirus, Wolfgang Petersens "Outbreak – Lautlose Killer" von 1995, kann der Zuschauer in "Contagion" keine emotionale Beziehung zu der Schaar von Protagonisten aufbauen. Trotz "Starbesetzung". So ist der Film letztlich weniger befriedigend als das Vorbild - also weniger Kinotauglich. Dafür aber auch akkurater und genauer - eine fiktionale Doku in Spielfilmlänge.

Groß war in Deutschland und im Ausland die Debatte über die Impfung zur Schweiniegrippe. Totz dieser segenreichen medizinischen Errungenschaft haben Impfgegner viel Lärm gegen die Schutzimpfung gemacht und so verhindert, dass sich viele Leute Impfen lassen. Wegen marginaler Risiken im Vergleich zu den möglichen Konsequenzen. In "Contagion" wird der Wortführer der Impfgegner und Verschwörungstheoretiker von Alan (Jude Law) dargestellt. Mehr als überzeugend da er als erfolgreicher Internet-Aktivist Zugang zu einem Millionenpublikum hat. Dies macht ihn mächtig und für die Regierung verdächtig. Bewusst macht der Film aus dem Mann keinen Sympathieträger. Ein Glaubenskrieger der Millionen Menschen das Leben kosten kann weil er mittels Homöopathie ein tödliches Virus heilen will. Die aktuelle - wenn auch durch den Film nicht beabsichtigte Parallele ist - der viel beachtete Tod des Apple-Gründers Steve Jobs - der in seiner bald erscheinenden Biografie bitter bereut nicht früher auf die Schulmedizin zurückgegriffen zu haben. Im Angesicht seiner tödlichen Krankheit, dem Krebs.

Als Fazit zu "Contagion" lässt sich sagen, es ist ein guter Film. Gut gemacht - sehr glaubwürdig - und interessant. Das Gezeigte kann eines Tages Realität werden. Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit. Aber leider ist der Film nicht das Kinoerlebnis welches man erwartet. Dazu ist die Geschichte einfach zu kühl. Man verlässt den Kinosaal unbefriedigt. Nachdenklich aber emotionslos.


Filmkritik von rom

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Contagion

© Warner Bros. Pictures

Kommentare


duckk
04.11.2011, 15:28:55
„Contagion“ ist ein sehenswerter und äußerst realistischer Thriller, der noch dazu Hollywood-untypisch wissenschaftlich akkurat ist und eine dichte Handlung mit interessanten Charakteren bildet. Nach diesem Film möchte man sich gar nicht ausmalen was passieren könnte, wenn ein Killervirus wie MEV-1 morgen etwa in der Millionenmetropole Hongkong ausbricht…
Volle Kritik: http://www.newsgrape.com/a/filmkritik-contagion/
Nelte
26.10.2011, 13:16:30
Sehr akkurate Rezension, ich war gestern im Kino und habe es genau so empfunden.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 17 + 86 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Contagion abspielen

Steckbrief
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA, Vereinigte Arabische Emirate




Benutzername

Passwort

Anzeige