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Company Men| Kritik 7/10

Kinostart
07.07.2011



Handlung

Bobby Walker (Ben Affleck) lebt den sprichwörtlichen amerikanischen Traum: guter Job, liebevolle Frau, zwei sympathische Kids, ein schönes großes Haus, zwei Autos in der Garage - aber dann plötzlich das Undenkbare: Sparmaßnahmen in der Firma, Entlassung von einem Tag auf den anderen. Genauso ergeht es seinen älteren Kollegen Phil Woodward (Chris Cooper) und Gene McClary (Tommy Lee Jones). Zuerst wollen sie es nicht wirklich wahrhaben, aber dann müssen sie schmerzhaft lernen, mit Niederlagen umzugehen, sich selbst und anderen auch Schwäche und Unsicherheit einzugestehen, und letztlich ihr Leben als Männer, Ehegatten und Väter neu zu organisieren. Es fehlt nicht an gutgemeinten Ratschlägen von allen Seiten, und natürlich bewirbt sich Bobby immer wieder auf passend erscheinende Stellenangebote. Aber weil das Geld immer knapper wird, muss Bobby schließlich bei seinem Schwager (Kevin Costner) als Hilfsarbeiter auf dem Bau mitarbeiten, auch wenn es ihm schwerfällt und ihm seine Management-Erfahrungen dort so gar nichts nützen. Und ganz allmählich scheinen er und seine Kollegen zu begreifen, dass es vielleicht noch wichtigere Dinge im Leben gibt, als die Jagd nach dem immer noch größeren Deal.


Filmkritik | Company Men

Geldgierige und millionenschwere Konzernchefs, talentierte und gewitzte Mitarbeiter, die in deren Schusslinie geraten und die darauf folgenden Schicksalsschläge, die letztendlich dennoch alles zum Guten wenden – oder auch in Einzelfällen nicht. Das ist der Stoff, aus dem Wirtschafts- und Sozialdramen sind. Das ist aber auch der Stoff, aus dem John Wells (Regie, bekannt durch „Emergency Room“) aktuelles Kinowerk „Company Men“ ist.

Company Men“ ist aber nicht nur das. Es ist auch Wells erstes Werk, das es letztendlich auf die Kinoleinwand schaffen sollte. Denn bisher tobte der Produzent, Autor und Regisseur sich ausschließlich an TV-Serien und Kurzfilmen aus. Etwas, das sich bei „Company Men“ in keiner Weise bemerkbar macht. Auch auf der großen Leinwand weiß Wells, der auch das Drehbuch schrieb und die Produktion übernahm, durch den richtigen Einsatz von Dramaturgie, Charme und Witz zu überzeugen. Zudem überzeugen seine hochkarätig ausgewählten Darsteller ebenfalls auf ganzer Linie durch Menschlich- und Glaubwürdigkeit. Frauenschwarm Ben Affleck („Armageddon“) übernimmt dabei die Rolle des nur zu Filmbeginn erfolgsverwöhnten Bobby Walker, Oscarpreisträger Kevin Costner die des aufmunternden Schwagers Jack Dolan und Hollywoodgröße Tommy Lee Jones (bekannt durch „No Country for Old Men“) die des knallharten und doch mitfühlenden Managers Gene McClary. Aber so menschlich, wie das Cast spielt, sind die internen Abläufe eines großen wirtschaftlichen Uhrwerks nicht. Das müssen tagtäglich Millionen Arbeitnehmer am eigenen Leib erfahren – und genau darum geht es in diesem Film.

Im Mittelpunkt von Wells Material steht also vor allem die Unmenschlichkeit der heutigen Gesellschaft und die innere Stärke des Menschen, die ihn trotz allem immer wieder aufstehen lässt. Bei diesem Lernprozess begleitet die Kamera Afflecks Charakter sehr unverschönt aber auch dezent – und somit auch das Publikum, welches Zeuge einer Geschichte wird, die so eindeutig tausendfach jeden Tag geschrieben wird. Trotzdem lässt es sich „Company Men“ nicht nehmen die unverständlichen und sicherlich auch etwas komisch-angehauchten Seiten der Arbeitslosigkeit auszuleuchten. Egal ob ehemaliger Manager oder Lagerarbeiter – letztendlich sind sie vor dem Staat alle gleich und müssen sich denselben unnützen Maßnahmen unterziehen. Ob diese wieder zurück in das alte Leben führen, bleibt fraglich.

Eine Geschichte, die das Leben schrieb... Darum handelt es sich bei „Company Men“ sicherlich zu großen und erfreulichen Teilen. Hier und da wirkt die Handlung aber etwas an dramatischen Schicksalsschlägen überzogen und auch nicht jede an den Pranger gestellte Lebensproblematik ist immer nachzuvollziehen. Wahrscheinlich muss man dazu aber selber erst einmal millionenschwer gewesen sein. Dennoch ist „Company Men“ ganz sicher sehenswert und unterhaltsam – aber eben auf sehr sanftem und plätscherndem Niveau.


Filmkritik von Gastautor

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Steckbrief
Regie
John Wells

Darsteller
Ben Affleck, Chris Cooper, Chris Everett, Craig T. Nelson, Gary Galone, Kevin Costner, Maria Bello, Rosemarie DeWitt, Thomas Kee, Tom Kemp, Tommy Lee Jones

Genre
Drama
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Herstellungsland
Großbritannien, USA




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