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Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft| Kritik 7/10

Kinostart
13.08.2009



Handlung

Ein kleines Mädchen, das irgendwo im tiefsten Frankreich mit seiner Schwester in einem Waisenhaus lebt und jeden Sonntag vergeblich darauf wartet, vom Vater abgeholt zu werden. Eine Varietésängerin mit schwacher Stimme, die vor einem Publikum aus betrunkenen Soldaten singt. Eine arme Näherin, die im Hinterzimmer einer Provinzschneiderei Säume stichelt. Eine junge, magere Nachwuchskurtisane, die bei ihrem Beschützer Etienne Balsan Zuflucht findet, unter Kokotten und Lebemännern. Eine Liebende, die weiß, dass sie niemals nur „einem Mann“ gehören wird und sogar die Ehe mit Boy Capel verweigert, obwohl dieser sie wirklich liebt. Eine Rebellin, die an den Konventionen ihrer Zeit erstickt und die Kleidung ihrer Liebhaber trägt. Dies ist die Geschichte von Gabrielle Chanel, die ihr Leben als willensstarkes Waisenkind beginnt und sich auf außergewöhnliche Weise zur legendären Modeschöpferin entwickelt, zur Verkörperung der modernen Frau – und zum zeitlosen Symbol für Erfolg, Freiheit und Stil.


Filmkritik | Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft

Ein Leben maßgeschneidert für die große Welt der Mode, war das der Gabrielle „Coco“ Chanel sicherlich nicht. Doch eines ist sicher: Das Leben der eigenwilligen Französin war maßgeschneidert für eine große Unternehmensgeschichte und so auch für ein Filmporträt.

Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte des armen Waisenmädchens Coco beinahe wie ein Märchen a la Cinderella. Denn die auch heute noch, Jahrzehnte nach ihrem Tod, prägende Modeschöpferin begann ihren grandiosen Aufstieg wortwörtlich ganz unten. Somit bieten Chanel und ihr Lebenswerk genug Stoff für weitaus mehr als nur einen einen fesselnden Unterhaltungsfilm.

Wie auch Chanels zahlreichen Kollektionen, kommt auch Anne Fontaines Werk (Regie und Drehbuch) „Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft“ eher schlicht, dezent und vor allem angenehm altmodisch daher. Fontaine zeigt sehr direkt und raffiniert auf, was Coco Chanel in der schwierigen Anfangsphase ihres unaufhaltsamen Werdegangs erreichte: Sie stellte die ursprünglich rüschen- und farbenreiche Modewelt der Frauen gehörig auf den Kopf.

Dennoch spielt die schillernde Welt rundum die Haute Couture der 20er Jahre, und ihren Reichen und Schönen, in „Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft“ eine eher kleine Rolle. Die eigentliche Hauptrolle übernimmt Audrey Tautou (bekannt durch „Die fabelhafte Welt der Amélie“); Und zwar die der exzentrischen und einsiedlerischen Modezarin. Die sicherlich alles andere als einfache Darstellung der sehr sturen Französin scheint Tautou hierbei gar wie auf den Leib geschnitten: Etwas, das man der eigentlich so liebreizend wirkenden Amelie anfangs gar nicht zutrauen mag.

So gelingt es Tautou spielend leicht, dem leider etwas zu tristen und streckenweise vor Kitsch sprühenden Werk, starke und tiefe Emotionen zu verleihen. Nicht zuletzt auch durch die Hilfe der ebenfalls sehr beeindruckenden Nebendarsteller.So übernimmt Marie Gillain die Rolle von Chanels mehr als komplexen Schwester Adrienne sehr authentisch und auch Alessandro Nivola nimmt man die Darstellung von Cocos große Liebe Arthur „Boy“ Chapel ohne Zweifel ab.

Chapel etwa war es, der die Französin aufgrund seines sehr frühen Todes für den nicht kurzen Rest ihres Lebens in eine stetige Trauerzeit stürzte: Aus der das weltweit bekannte und in jedem weiblichen Kleiderschrank befindliche „kleine Schwarze“ hervorging.

Chanels Leben war wie ihre Kleider: Schlicht, farblos und doch edel. Vor allem aber, war es trotz Ruhm, Erfolg und zahlreicher Liebhaber eines: Einsam. Farblos und grau ist leider auch Fontaines Werk; zugegeben etwas zu grau. Jedoch ist diese jüngste Verfilmung, die Aufzeigt wie Gabrielle „Coco“ Chanel zu der Frau wurde, die auch heute noch eine unumstrittene Legende ist, in jedem Fall leidenschaftlich und bestechend ehrlich...


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft

© Warner Bros. Pictures Germany

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Steckbrief
Regie
Anne Fontaine

Darsteller
Alessandro Nivola, Audrey Tautou, Benoît Poelvoorde, Coco Chanel, Emmanuelle Devos, Marie Gillain, Marie Parouty

Genre
Biografie

Tags
Mode
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Frankreich

Alternativ- bzw. Originaltitel
Coco avant Chanel




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