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Cars 2| Kritik 6/10

Kinostart
28.07.2011



Handlung

Da ist sich der kleine rote Sportwagen Lightning McQueen ganz sicher. Er ist das schnellste Auto der Welt. Um dies zu beweisen macht er sich zusammen mit seinem besten Freund, dem betagten Abschleppwagen Hook, auf eine Reise zu den Rennstrecken dieser Welt. Vor allem nach Europa zum Weltmeisterschaft. Aber der Weg ist weit und Hook wird zudem unverhofft zum Geheimagenten. Lightning McQueen muss sich gegenüber den schnellsten Fahrern dieser Welt beweisen und auch seinem Freund bei seiner gefährlichen Mission helfen...


Filmkritik | Cars 2

Es ist kein Geheimnis, dass „Cars“ das alte Pixar-Versprechen nicht einhalten konnte, für das das Studio so geliebt wird. John Lasseters Rezept für gute Filme vermischt „eine außergewöhnlich gute Geschichte voller Emotionen und Humor mit wahrhaftigen Charakteren und einer glaubwürdigen Welt, zeigt Dinge die der Zuschauer bis dato nicht kannte und lässt ihn sich gleichzeitig im Film wiedererkennen“. „Cars“ hatte in erster Linie mit der glaubwürdigen Welt und dem Identifikationsfaktor zu kämpfen, was durch die menschenlose aber zutiefst vermenschlichte Welt verursacht wurde. Nichtsdestotrotz schien jemand von der Idee einer Fortsetzung überzeugt gewesen zu sein und Autonarr John Lasseter ließ es sich nicht nehmen, die sprechenden Autos erneut vom Band zu rollen.
Wo „Cars“ auf seiner Landidylle und dem Aufeinandertreffen von arroganter Stadt- und verschlafener Landmentalität baute, gibt sich der Nachfolger als humoristischer Actionfilm mit Bondflair. Zusätzlich finden sich einige unübersehbare Anleihen an die klassischen Verwechslungskomödien wieder, allen voran Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“, was der verrosteten Karosserie von Mater zumindest kurzfristig neuen Glanz verleiht. Doch Mater ist kein Lightning McQueen. Aus einem ehemaligen Sidekick einen tragfähigen Protagonisten zu machen, ist ein riskantes Manöver und im Falle von „Cars 2“ mit nervenbelastenden Nebenwirkungen. Jedes seiner Fettnäpfchen wird zur spektakulären Actionszene ausgebaut, ein Trick, der schnell zur nervösen Aneinanderreihung verkommt - auf Kosten der Herzlichkeit. Der freundschaftliche Aspekt ging vollends verloren, stattdessen wurde eine konstruierte Liebesgeschichte aufgedrückt. Auch die subtilen Botschaften der bisherigen Pixarfilme sucht man vergebens und wichen penetranten Selbsthilfeweisheiten.

Entschädigt wird der Zuschauer dafür von dem grenzenlosen Detailreichtum. Aus Big Ben wird Big Bentley, im Hintergrund sind Werbebanner für „Lassetyre“ zu lesen und als Tauben fungieren kleine Propellerflugzeuge. Wie ein Kinderbuch entfaltet sich der Film und in jeder Ecke sind neue Überraschungen zu finden. Auch die Stimmen von Schauspielern wie Franco Nero, John Turturro, Thomas Kretschmann oder Michael Caine sorgen für frische Akzente. Was „Cars 2“ allen anderen Pixarfilme voraus hat, ist seine 3D-Verwendung - stimmig, tief und einfallsreich. Pixar war bislang sehr bemüht, dezente 3D-Effekte zu verwenden, doch diese Schau haben sie vorerst abgelegt. Aber das sind im Endeffekt nur Oberflächlichkeiten, was dem Film fehlt, ist das Pixar-typische Wohlgefühl. Das kleine warme Etwas, das selbst Erwachsene strahlen lässt. „Cars 2“ ist actionreicher, dynamischer und vielleicht auch lustiger als sein Vorgänger. Aber das trifft auch auf die meisten Dreamworksfilme zu - bei Pixar will man mehr. Man möchte emotional umgarnt und nicht von Sinneseindrücken erschlagen werden.

Im direkten Vergleich halten sich die beiden Vehikel die Waage. Das Genre wurde gewechselt, das Tempo angezogen, aber die Problematik blieb die selbe. Die Autos wirken nur selten wie lebendige Charaktere und die automatisierte Welt nur selten glaubwürdig. Kinder werden darüber womöglich besser hinwegsehen können, womit Pixar sein erster reinrassiger Kinderfilm gelungen wäre, der gleichzeitig aber die Erwachsenen vollkommen ausschließt. Wenn man bedenkt, dass dies bis dato das Geheimnis des Studios war, lässt sich die Enttäuschung nur noch schwer verbergen, selbst mit den ohnehin gedämpften Erwartungen, die dem Film entgegengebracht wurden.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Cars 2

© Walt Disney Studios Motion Pictures

Kommentare


Jimmie123
07.08.2011, 20:04:35
Noch einmal kurz:

Zitat: Tita
"Genauso ist der Hauptcharakter Lightning McQueen viel zu kurz gekommen und wenn er da war, hieß es,dass er aus dem Verkehr gezogen werden soll. Meiner Meinung nach ein absoluter flop. Schade eigentlich."

Hauptcharakter? Ich dachte, der Hauptcharakter im 2. Teil ist der nette Schlepper Hook?!
Jimmie123
07.08.2011, 20:02:15
Hmm... Jo. Während Teil eins mir sogar 1- 2 Tränen beschert hat, war der 2. Teil James-Bond-Like Peng-Peng-Action. - Habe ich beim 2. Teil auch so emotional mitgefühlt wie noch beim 1.? Trotzdem, es bleibt, beide Teile sind gut.
Tita
02.08.2011, 23:13:38
Ich war mit meinem kleinen Cousin vor ein paar Tagen im Kino. Er hatte sich seit Wochen auf diesen Film gefreut. Doch letztendlich sind wir alle total enttäuscht aus dem Film rausgegangen. Der Kleine hat den Film nicht verstanden und meiner Meinung nach ist dieser Film absolut nichts für Kinder. Graphisch ist der Film echt top, doch es gab einfach zu viele Szenen mit Gewehren und Bomben, was in einen solchen Kinderfilm nicht rein gehört. Im Vergleich zu dem ersten Teil, ist der Zweite von der Story her total daneben. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir das Geld dafür gespart, denn die Tatsache das der Film für Kinder nicht zu verstehen ist, sagt wohl alles. Genauso ist der Hauptcharakter Lightning McQueen viel zu kurz gekommen und wenn er da war, hieß es,dass er aus dem Verkehr gezogen werden soll. Meiner Meinung nach ein absoluter flop. Schade eigentlich.

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Steckbrief
Regie
John Lasseter, Brad Lewis

Genre
Animation, Komödie

Tags
Auto, CGI, Wettrennen
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Herstellungsland
USA


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