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Cadillac Records| Kritik 7/10

Kinostart
23.04.2009



Handlung

"Cadillac Records" ist ein Film über den Aufstieg und den Fall der "Chess Records", ein Plattenlabel, das kurz nach dem 2. Weltkrieg in Chicago gegründet wurde. Der Gründer Leonard Chess (Adrien Brody), ein ehrgeiziger Sohn polnischer Einwanderer, hatte dabei insbesondere das Ziel vor Augen, junge und farbige Künstler aus dem Süden des Landes zu fördern. Die illustre Palette umfasst dabei u.a. Muddy Waters (Jeffrey Wright), Howlin' Wolf (Eamonn Walker), Chuck Berry (Mos Def), Etta James (Beyoncé Knowles), die auch als Produzentin fungiert und Big Willie Dixon (Cedric the Entertainer), der im Film die Rolle des Erzählers einnimmt. Produziert man anfangs noch speziell für ein farbiges Publikum, wird in den späten 1950ern das ganze Land mit außergewöhnlichen und wegweisenden Alben beliefert.

Titelgebend für diesen Film ist übrigens, dass Chess es sich zur Gewohnheit gemacht hatte, seine Künstler mit einem Cadillac zu beschenken, sobald diese ihre erste Platte aufgenommen hatten.


Filmkritik | Cadillac Records

Regisseur Darnell Martin, der bisher zumeist für TV-Produktionen verantwortlich war, dokumentiert aber nicht nur die aufkeimende Rock 'n' Roll Szene mit ihren protzigen Autos, sondern zeigt auch, dass die künstlerischen Pioniere mit Rassismus, ständiger Rivalität und finanzieller Ausbeutung zu kämpfen hatten. Die Ventile, derer sich die Mehrheit bedient, ist jedem Kenner der Musikszene nur allzu bekannt: Der Konsum von Alkohol und Heroin mutet in seinem Ausmaß fast schon als vertragliche Pflicht an.

Die Besetzung macht ihre Sache zum größten Teil gut: Jeffrey Wright als der grüblerische Muddy Waters knurrt an den richtigen Stellen, Columbus Short portraitiert stilecht den überdrehten Little Walter und Mos Def stiehlt als schelmischer Chuck Berry allen die Show. Leider merkt man "Cadillac Records" deutlich an, dass sein Regisseur dem Fernsehfach entstammt: Der Plot lässt eine packende Dramaturgie vermissen und enthält wegen der Vielzahl der Charaktere einfach zu viele erzählerische Ebenen. Deutlich über das TV-Niveau gehoben wird der Film dagegen vom Soundtrack, der von der Mehrzahl der Schauspieler übrigens höchstpersönlich vorgetragen wird: Die Musikpassagen faszinieren sowohl durch die hervorragende Performance, als auch durch das authentische Flair und lassen die Handlung daneben recht uninteressant aussehen.

Geschlossen wird der Film erwartungsgemäß mit einer Cadillac Szene, nämlich als Chess das letzte Mal in diesem Fahrzeug das Gelände seines Studios verlässt, welches gerade die Pforten für immer dicht gemacht hat. "Cadillac Records" ist somit ein Musikfilm, bei dem man glücklich wird, wenn man von ihm das erwartet, was der Name verspricht: Perfekt abgemischte, zeitlose Musik aus der Frühzeit des Rock 'n' Roll.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Cadillac Records

© Sony Pictures Releasing GmbH

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Steckbrief
Regie
Darnell Martin

Darsteller
Adrien Brody, Albert Jones, Beyoncé Knowles, Cedric the Entertainer, Columbus Short, Eamonn Walker, Emmanuelle Chriqui, Gabrielle Union, Jay O. Sanders, Jeffrey Wright, Jimmy Rogers, Jordan C. Haynes, Mos Def, Norman Reedus, Tammy Blanchard

Genre
Drama, Musikfilm

Tags
Musik
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Herstellungsland
USA

Budget
12 Mio. US-Dollar




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