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Brüno| Kritik 6/10

Kinostart
09.07.2009



Handlung

Der exzentrische Brüno (Sacha Baron Cohen) - teils Model, teils Celebrity-Reporter und vollständig schwul - macht sich aus Österreich auf, die Vereinigten Staaten und damit auch die Welt zu erobern. Auf seiner internationalen Tour der Provokationen schreckt Brüno vor nichts und niemandem zurück, um sich ins Rampenlicht zu drängeln. Ob mit einem Guerilla-Auftritt im Klettkostüm bei einer Modenschau in Mailand, ob mit kruden Auftritten und Reality-Reportagen oder eben mit seinem schwarzen Adoptivbaby, das man als angesagter Star einfach dabeihaben muss.

Mit hartgesottener Arglosigkeit sucht Brüno ungeniert nach Spaß und sorgt für Aufruhr, wo auch immer er hinkommt. Er lässt Moralapostel auflaufen, entblößt die Absurditäten der Fashionistas, ärgert selbsternannte Sittenwächter bis aufs Blut und tritt ignoranten Dummköpfen mit unanständiger Wucht vors Schienbein - ein schlüpfriger Narr in der Welt des schönen Scheins. Schamlos und unverschämt witzig.


Filmkritik | Brüno

Sacha Baron Cohen ist zurück und alle Kinobesucher, die meinten, dass er es extremer als im Film „Borat“ nicht treiben kann, haben sich getäuscht. Die Absicht des Films ist allerdings ähnlich. Auch seine neue Figur „Brüno“ möchte eine Gesellschaft vorführen, die nur auf den ersten Blick aufgeklärt wirkt. Dabei ist ihm keine Szene peinlich genug, um den Zuschauer zu demonstrieren, wie intolerant die Menschen sind, denen er über den Weg läuft. Sobald der Gesellschaft etwas begegnet, das nicht ganz in ihr Raster passt, dann tritt offener Hass auf und die Menschen werden durch einen regelrechten Trieb geleitet, das andersartige möglichst schnell zu beseitigen, wobei scheinbar jedes Mittel recht ist. Teilweise beschleicht einen allerdings das Gefühl, dass Sacha Baron Cohen in erster Linie möglichst viel Aufmerksamkeit erregen möchte und das Ziel, über gesellschaftliche Missstände aufzuklären, dabei eher in den Hintergrund tritt. Dennoch wird der Film niemals langweilig, da sich die Komödie mit einem atemberaubenden Tempo entfaltet. Was außerdem immer wieder verwundert, ist die Kreativität von Cohen. Bei den einzelnen Szenen kommt auch das kleinste Detail zu Geltung und die wahrhaften Ausschnitte aus dem Leben unterschiedlicher Menschen fügen sich zu einer beeindruckenden Dokumentation zusammen. Gerade das rabiate Vorgehen mancher Zeitgenossen gegen Homosexuelle schockt den Zuschauer dabei empfindlich. Dabei glänzt Cohen durch seine Pointen und man merkt, dass kein professioneller Gagschreiber in herkömmlichen Filmen an das Unterhaltungspotential von ihm herankommt.
Allerdings schleichen sich auch immer wieder Zweifel ein, inwieweit einzelne Szenen nicht vollkommen gestellt sind. Teilweise wirkt das Verhalten scheinbar Außenstehender so perfekt einstudiert, dass man sich fragt, ob es sich nicht doch am Ende um Schauspieler handelt. Dafür würde auch sprechen, dass sich Sacha Baron Cohen nach seinem letzten Streifen „Borat“ mit hohen finanziellen Forderungen von Personen auseinandersetzen musste, die ungewollt in dem Film einen Auftritt hatten. Wer weiß, ob er daher nicht bei seinem neuen Film auf Nummer sicher geht und kaum noch Unbeteiligte in den Film einbindet. Sehr schade ist auch, dass die deutsche Synchronisation wieder mehr als mangelhaft ist. Es kann nur jedem Filmfreund, der des Englischen mächtig ist, geraten werden, den Film in der englischen Originalfassung zu schauen!

Fazit: Sacha Baron Cohen scheidet die Geister. Entweder man verliebt sich in seine neue Kunstfigur oder man hasst sie. Dieser Film empfiehlt sich vor allem für diejenigen Personen, die auch bereits an „Borat“ ihren Gefallen hatten. Personen, die gerade auf homoerotische Szenen empfindlich reagieren, kann nur empfohlen werden, den Kinosaal weitgehend zu meiden.


Filmkritik von Gastautor

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