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Brothers| Kritik 8/10

Kinostart
27.01.2011



Handlung

Dem jungen Captain Sam Cahill (Tobey Maguire) steht der Erfolg ins Gesicht geschrieben: Verheiratet mit seiner Highschool-Liebe Grace (Natalie Portman), Vater von zwei Töchtern und für seine Dienste in der Armee mehrfach ausgezeichnet, zieht er nun zum vierten Mal in den Einsatz in Afghanistan. Zu seinem Abschiedsessen hat er, gegen den Wunsch seiner Frau, auch seinen Bruder Thommy (Jake Gyllenhaal) eingeladen. Thommy ist das Gegenteil seines erfolgreichen Bruders: Gerade aus dem Gefängnis entlassen, schlägt er sich eher nonchalant durchs Leben. In die Rolle des schwarzen Schafes der Familie hat er sich ergeben gefügt, kann er doch vor allem in den Augen seines Vaters (Sam Shepard), selbst Vietnamveteran, nicht bestehen.
In Afghanistan wird Sams Helikopter bereits beim ersten Flug über die Berge abgeschossen. Da man ihn nicht bergen kann, wird Sam für tot erklärt. Der Schock lähmt Grace und ihre beiden Töchter. Thommy steht ihr zur Seite und versucht, die Familie zu stützen und Verantwortung zu übernehmen.


Filmkritik | Brothers

Das Thema Afghanistan und der Auslandseinsatz der internationalen Truppen sind brisant wie nie. 2009 und 2010 haben dies bereits Filme wie "Das Leuchten der Stille" oder "The Messenger - Die letzte Nachricht" gezeigt, nun bringt Regisseur Jim Sheridan das Thema mit dem Kriegsdrama "Brothers" erneut auf die Leinwand. Basierend auf dem bereits 2004 erschienenen dänischen Film "Brødre" von Regisseurin Susanne Bier.

Dabei bedient sich das stille Drama außergewöhnlich vieler bekannter Darsteller. Im Mittelpunkt des Plots steht Tobey Maguire ("Spider-Man", "The Good German", "Seabiscuit") als Capt. Sam Cahill, der bislang größtenteils in eher seichten, actionlastigen Produktionen zu sehen war und nun langsam versucht, den Schatten des Peter Parker abzuschütteln. In "Brothers" gelingt ihm dies überraschend gut, denn die Rolle des gebrochenen, vom Krieg gezeichneten Soldaten spielt er äußerst überzeugend. Das belegt auch die Nominierung für den Golden Globe, die ihm zuteilgeworden ist.

Eigentlich hätte diese auch sein Filmbruder Tommy Cahill (Jake Gyllenhaal, bekannt aus "Love and other Drugs", "Brokeback Mountain") verdient, aber der Film lässt ihm einfach zu wenig Möglichkeiten. Den Part des rauen, etwas ziellosen und meist angetrunkenen Ex-Knastis hat er drauf und auch das Kriegsfilmgenre ist kein neues Terrain für ihn, erinnert man sich an "Jarhead - Willkommen im Dreck". Dennoch stiehlt ihm Tobey Maguire die Show, als er als aus dem Krieg zurückkehrt, und verdrängt damit auch die aufkeimende Nähe zwischen Tommy und seiner Schwägerin Grace Cahill (gespielt von Natalie Portman, "Black Swan", "Garden State", "Hautnah").

Eigentlich aus einem einfachen Grund: Der Film ist mehr, als nur eine simple Dreiecksgeschichte! Er greift das Thema Afghanistan von einer neuen, sehr aktuellen Seite auf. Es geht um die Heimkehr, darum, wie sehr der Einsatz einen Menschen seelisch verändern und auch belasten kann. Eine Thematik, die in unserer Gesellschaft gern ausgeblendet und mit Begriffen wie PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) abgetan wird. Die Familien, die an den Folgen der Einsätze zerbrechen, interessieren kaum. Daran wird wohl auch "Brothers" so schnell nichts ändern, aber das Kriegsdrama bemüht sich immerhin, auch dieses Kapitel anzusprechen und skizziert es nicht nur an den Brüdern Tommy und Sam, sondern auch an deren Vater Hank (Sam Shepard), der seine Erinnerungen an den Krieg mit Alkohol ertränkt. Zwischen all dem stehen die überforderte Ehefrau und die Töchter von Sam. Diejenigen, die an der "Heimatfront" kämpfen und versuchen, den Alltag irgendwie aufrecht zu erhalten.

Feinfühlig und ohne Pathos erzählt, entpuppt sich "Brothers" dabei als berührendes Drama, dessen ungewöhnliche Starbesetzung hervorragend funktioniert und sensibilisiert. Für ein Thema, das längst überfällig ist und dessen Brisanz in den nächsten Jahren noch zunehmen wird.


Filmkritik von Gastautor

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Brothers

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Kommentare


gert energy
20.01.2011, 19:04:10
naja,ich steh eher auf andere Filme,habs in der sneak gesehen,also klicheebehaftetes Hollywoodkino aus Amerika eben,schmacht,tränendrück alles schon mehrfach gesehen(Und besser gemacht),sorry spart das Geld und schaut Euch wieder mal Legenden der Leidenschaft an.

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