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Gesetz der Straße - Brooklyns Finest| Kritik 7/10

Kinostart
01.04.2010



Handlung

Brooklyns Finest erzählt die Geschichte dreier Cops in Brooklyn: Eddie Dugan (Richard Gere) hat nur noch ein paar Tage bis zur Pensionierung, als er noch einmal in einen großen Einsatz geschickt wird. Tango (Don Cheadle) ermittelt als Undercover-Cop in Brookylns Drogenszene. Sal (Ethan Hawke) ist Mitglied in einem Spezialkommando, das die Umschlagplätze überwacht und das Drogengeld aus dem Verkehr ziehen soll. Als Tango auf den Drogenkönig Caz (Wesley Snipes) angesetzt wird, kreuzen sich die Wege der drei Polizisten auf unheilvolle Weise.


Filmkritik | Gesetz der Straße - Brooklyns Finest

Neben dem Gangsterfilm und dem Film des "lonesome detective" gehört das Polizei-Movie zu den ganz großen Mythen des amerikanischen Kriminalfilms. Heute haben sich die Helden mit Polizeimarke nach so manchem filmischem Streifengang durch die urbanen Höllen von wahlweise Chicago, L.A. oder New York City rechtschaffen den Ruhestand verdient und tauchen nur noch sporadisch im Sondereinsatz auf. "Departed - Unter Feinden" von Martin Scorsese und "Training Day" von Antoine Fuqa, der auch bei diesem Film Regie führte, waren letzte Aufzuckungen eines sterbenden Genres. Alles, was es über Polizisten im Hollywoodfilm immer schon zu sagen gab - Überdruss im Job, Alkoholismus und Drogensucht, Zynismus, Verführbarkeit, Wechsel der Seiten, Freundschaft und Verrat, schwangere Ehefrauen und freundliche Huren - wurde schon 1000 mal erzählt, und davor macht auch dieser Film nicht halt. Das Drehbuch ist eine einzige Ansammlung von Klischees und gleichzeitig sein Abgesang darauf. Interessiert das jemanden noch? Wenn es - bei aller Voraussehbarkeit - so fiebrig-aufregend erzählt wird und dabei so verdammt gut gespielt wird, dann schon. Eine runde Sache. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Was das Drehbuch des jungen Anfängers Michael C. Martin, der in dieser "falschen" Gegend von Brooklyn aufgewachsen ist, so besonders und gleichzeitig so problematisch macht: Es weiß, wovon es erzählt, kennt die Milieus, und versteht es daher vor allem im ersten und mittleren Teil des Films durchaus zu überzeugen. Gleichzeitig hat sich der Autor bei seinem Erstling natürlich verhoben: Drei Film-Biografien von drei Cops parallel abzuspulen und das Ganze dann in einem finalen Crash aufeinander sausen zu lassen - das schaffen schon von den alten Hasen unter den Hollywood-Schreibern nur die Genies richtig gut, ein Anfänger ist damit überfordert. So verpufft eine gute Idee nach einem gelungenen Start und einer respektablen Mittelstrecke in einem belanglosen, blutgetränkten Finale. Dramaturgische Hilfestellung hätte in diesem Fall sicher nicht geschadet. Vor allem Regisseur Antoine Fuqa ("King Arthur", Shooter") verschenkt viele Chancen und beschränkt sich nach einem fiebrigen Parforce-Ritt durch die Untiefen der Straßenschluchten von Brooklyn und der menschlichen Seele auf das, wofür sein Name als Marke steht: Er lässt es ordentlich krachen und Ende, aus. Einer kommt natürlich durch...

Die Darsteller der drei Cops überzeugen allesamt durch starke Leistung: Ethan Hawke ("Before Sunset", "Tödliche Entscheidung"), der mit Regisseur Fouqa schon in "Training Day" zusammen arbeitete und dafür eine Oscar-Nominierung erhielt, gibt als zwischen Religion, Familientreue und Verbrechen zerriebener italienischstämmiger Cop Sal Procida einfach alles und emfpiehlt sich wieder einmal für die begehrte Statuette. Don Cheadle ("Hotel Ruanda", "Ocean´s Eleven", "Ocean´s Twelve") liefert eine anständige Leistung ab als zwischen Job und Loyalität zu einem alten Kumpel kaputt gehender farbiger Cop Tango Butler, tatkräftig unterstützt von Wesley Snipes ("The Detonator", "The Contractor") als cooler Ghetto-Gangster Caz. Die eigentliche Überraschung ist jedoch Richard Gere ("Chicago", "The Hoax", "Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft"), ewiges Weichei und Frauenversteher unter den Hollywoodikonen, der selbst in harten Rollen immer den alten "Pretty Woman"-Softie durchschimmern ließ, auch mit 60, und der zuletzt nur noch Schmonzes abgeliefert hat. In seiner feinnervigen, sehr differenzierten Rollengestaltung des auf Streife ergrauten, von Hause aus feigen, aber gutmütigen Officers Eddie Dugan überzeugt er und lässt Verständnis aufkommen: nicht jeder ist zum Helden geboren und erträumt sich ein Berufsende mit Orden, aber auch Zettel am Zeh in der Pathologie. Ein Weichei ist er auch diesmal, aber eines mit Tiefgang und Zwischentönen. Ein absoluter Glanzpunkt in der Karriere von Richard Gere.


Filmkritik von mkrispien

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Bilder / Fotos

Brooklyns Finest

© Kinowelt Filmverleih

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Steckbrief
Regie
Antoine Fuqua

Darsteller
Brian F. O`Byrne, Don Cheadle, Ellen Barkin, Ethan Hawke, Jesse Williams, Lili Taylor, Richard Gere, Wesley Snipes, Will Patton

Genre
Action, Thriller

Tags
Brooklyn, Drogen, Polizei, Undercover
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Herstellungsland
USA




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