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Bright Star - Meine Liebe. Ewig.| Kritik 9/10

Kinostart
24.12.2009



Handlung

Es ist eine Liebe, die zum Scheitern verurteilt scheint: Zu groß sind die Unterschiede zwischen der zwar klugen und schlagfertigen, aber nicht sonderlich gebildeten Schneiderin Fanny (Abbie Cornish) und dem jungen und sehr begabten, aber auch reichlich schwermütigen Poeten John (Ben Whishaw). Gleich von zwei Seiten wird ihre Beziehung torpediert: Fannys Mutter stellt sich ihnen entgegen, weil John kein Geld besitzt. Johns väterlichem Mentor Mr. Brown missfällt die hübsche Fanny, weil er sie für eine bloße Ablenkung von der Dichtkunst hält. Immer wieder voneinander getrennt, bleibt den Liebenden nur ihr inniger Briefwechsel, um einander nah zu sein. Doch als John schwer erkrankt, spitzt sich die Lage dramatisch zu.

Mit ihrem Meisterwerk "Das Piano" begeisterte die neuseeländische Regisseurin Jane Campion ein Millionenpublikum. Jetzt endlich widmet sie sich wieder einer großen Liebesgeschichte und erzählt in ebenso zarten wie poetischen Bildern die durch einen bewegenden Briefwechsel sowie zahlreiche wundervolle Gedichte dokumentierte wahre Romanze zwischen dem romantischen Dichter John Keats und der Schneiderin Fanny im England des frühen 19. Jahrhunderts.


Filmkritik | Bright Star - Meine Liebe. Ewig.

Nach einer Reihe von Kurzfilmen meldet sich Jane Campion endlich wieder mit einem großen Projekt zurück. Jane wer? - Ja, bei "Bright Star" handelt es sich also um einen Film mit vergleichsweise niedrigem Budget, von einer Regisseurin, die besonders hierzulande eher unbekannt ist. Erst, wenn der Titel "Das Piano" (1993) fällt, fällt bei vielen auch der Groschen: Achso, Jane Campion!

Ihre poetische Ader zeichnete bei "Das Piano" für eine breite kritische Akzeptanz verantwortlich. Drei Oscars gab es obendrein. Nun versucht sich die Neuseeländerin an einem hierzulande weitgehend unbekannten Poeten des 19. Jahrhunderts, John Keats. Wer sich sowieso für romantische Filme interessiert, weiß aber sicher auch, dass im angelsächsischen Sprachraum John Keats ein Inbegriff von Romantik ist.

"Bright Star" ist das Drama einer drei Jahre dauernden Romanze zwischen John Keats und Fanny Brawne, die mit Keats' vorzeitigem Tod im Alter von 25 Jahren ein tragisches und abruptes Ende nahm. Auf Keats Wunsch hin verbrannte Fanny nach seinem Tod alle ihre Briefe an ihn. 1937 sind jedoch 31 Briefe Fannys an Frances Keats, John Keats Schwester, bei Oxford University Press erschienen. Zum Teil basiert der Film auf den in diesen Briefen verfügbaren Informationen.

Zum Film sind bereits frühzeitig negative Stimmen laut geworden, die ihn als zu melodramatisch abstempeln. Er ist in der Tat das Gegenteil von episch, er bewegt sich langsam, es gibt keinen einzigen Moment, in dem "Action" das Ruder übernimmt. Und doch ist der Film keineswegs sentimental, sondern durchweg fesselnd und bezaubernd.

Bereits die ersten Sekunden des Films lassen uns in eine außergewöhnliche Welt eintauchen. In einer Nahaufnahme sehen wir, wie eine Nadel perfekt eingefädelt wird; wir sehen, wie diese Nadel jungfräulichen, weißen Stoff durchbohrt. Langsam arbeiten wir uns zur Situation der Frau durch, die den weißen Stoff bearbeitet und uns gleichzeitig den Filmstoff vermittelt...

Es versteht sich von selbst, dass die Dialoge delikat und nuanciert sind, gesprochen von sensiblen individuellen Persönlichkeiten. Es sind nicht die üblichen Hollywood-Charaktere, denen die meisten Details der Sprache entgehen. Keats und die anderen Charaktere in diesem Film sind echte Literaten: Die Poesie des Films ist ein Genuss.

Es ist einer dieser fast perfekten Filme. Ein Film, der nicht unbedingt zum Lieblingsfilm erkoren wird, wahrscheinlich auch nicht die Art von Film, die wieder und wieder gesehen werden kann; aber die bewegende und durchdringende Echtheit des Stils, die Intelligenz, der Realismus und die emotionale Tiefe machen "Bright Star" zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Bright Star

© Tobis Film

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Steckbrief
Regie
Jane Campion

Darsteller
Abbie Cornish, Ben Whishaw, Kerry Fox, Paul Schneider, Samuel Barnett, Thomas Sangster

Genre
Drama, Romantik

Tags
Liebe
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Australien, Frankreich, Großritannien, USA




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