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Brautalarm| Kritik 6/10

Kinostart
21.07.2011



Handlung

Im Leben von Annie (Kristen Wiig) läuft es alles andere als rund: ihr langjähriger Freund hat sie verlassen, der aktuelle Lover (Jon Hamm) will außer Sex nichts von ihr wissen und beruflich sieht es nach dem Verlust ihrer eigenen Bäckerei so schlecht aus, dass sie sich außer einem WG-Zimmer nicht viel leisten kann. Kein Wunder also, dass es ihr nicht allzu leicht fällt, sich mitzufreuen, als ihre beste Freundin Lillian (Maya Rudolph) sich verlobt. Trotzdem nimmt Annie ihre Aufgabe als Trauzeugin und oberste Brautjungfer, die rund um die Hochzeit alles organisieren muss,  natürlich ernst. So ernst sogar, dass sie sich auf keinen Fall von der reichen Zicke Helen (Rose Byrne), einer der übrigen Trauzeuginnen, die Show stehlen lassen will. So wird aus simplen Trauungsvorbereitungen ein erbitterter Zweikampf und ein schamloses Brautjungfern-Stelldichein, in dem auch Lillians toughe Schwägerin Megan (Melissa McCarthy), die frustrierte Hausfrau Rita (Wendi McLendon-Covey) und die naive Becca (Ellie Kemper) mitmischen.


Filmkritik | Brautalarm

Der Film ist eine deftige Persiflage auf die gängigen Hollywood-Rom-Coms, in der sich oft alles darum dreht, auf welchem Umweg zwei Menschen zueinander finden. Nach einem mehr oder weniger bedeutsamen Konflikt, streitet man, verträgt sich wieder und endet schließlich vor dem Traualtar. In „Brautalarm“ dagegen, beginnt der Schlamassel bereits ganz am Anfang mit einer Verlobung; diese stellt nämlich die langjährige Freundschaft zweier Frauen auf eine harte Probe.

Im Mittelpunkt der Komödie stehen die „Saturday-Night-Live“-Stars Kristen Wiig („Paul“), die neben Annie Mumolo auch für das Drehbuch verantwortlich ist, und Maya Rudolph („Kindsköpfe“). Erstmals dürfen beide in größeren Rollen, ihre geballte Comedy-Erfahrung zur Schau stellen und durch ihren trockenen Humor glänzen. Die Konstellation ist viel versprechend. In den Hauptrollen sind mit der Braut und ihren auserwählten Brautjungfern nur Frauen, das übliche Liebesgeplänkel zwischen der zukünftigen Braut und dem Bräutigam wird dabei völlig außer Acht gelassen. Und das ist unglaublich erfrischend.

Stattdessen ist die Verbindung innerhalb des weiblichen Hochzeitskomitees – mal freundschaftlich, mal feindselig – das Hauptthema der Komödie. Die besten Freundinnen, sympathisch verkörpert von Wiig und Rudolph, bleiben dabei herrlich normal und bodenständig, selbst nach Eintritt in die mondäne Hochzeitswelt, die garniert wird von Designerkleidchen und Hundewelpen To Go. Wiigs Annie verliert sich dabei so sehr darin, vor allem weil ihr eigenes Leben im Moment das genaue Gegenteil darstellt. Sowohl ihre Affäre, als auch ihr Verhältnis zu ihrem Boss enden in einem Totalschaden. Ebenso ist zuvor ihr Traum einer eigenen Bäckerei gnadenlos gescheitert, sodass es ihr umso schwerer fällt, die Traumhochzeit ihrer besten Freundin zu genießen, geschweige denn auszurichten.

Produzent Judd Apatow („Jungfrau (40), männlich, sucht“, „Beim ersten Mal“) bleibt seinem Genre, der Gross-Out-Comedy treu. Die Gags zielen dabei immer wieder bewusst unter die Gürtellinie, wo sie auch bleiben. Darin liegt auch die Schwäche des Films, da viele Ekelpointen bis zum Anschlag ausgereizt werden. Wenn's am schönsten wird, hört „Brautalarm“ nicht etwa auf, sondern setzt noch eins drauf und verliert dadurch an Witz und Charme.

So sehr man nun mit Annie seelisch mitleiden möchte, driftet das Ganze oft ins Physische ab, besonders als Braut und Gefolge eine Lebensmittelvergiftung in einem schicken Brautmodengeschäft ereilt, und sich eine von ihnen in einem Waschbecken erleichtert.

Fazit: „Brautalarm“ ist eine herbe Komödie, die durch einen für Frauenfilme ungewöhnlichen Humor gekennzeichnet ist. Und das mag man – oder eben nicht. Fest steht, „Brautalarm“ ist nichts für zart Besaitete, jedoch ein seichter Spaß für Freunde des derben Humors.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

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Steckbrief
Regie
Paul Feig

Darsteller
Chris O'Dowd, Ellie Kemper, Jill Clayburgh, Jon Hamm, Kristen Wiig, Matt Lucas, Maya Rudolph, Melissa McCarthy, Rebel Wilson, Rose Byrne, Wendi McLendon-Covey

Genre
Komödie

Tags
Hochzeit
Gastkritiken
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Herstellungsland
USA




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