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Blutzbrüdaz| Kritik 6/10

Kinostart
29.12.2011



Handlung

Otis (Sido) und Eddy (B-Tight) sind Freunde. Schon immer. Man könnte sie für Brüder halten, wäre Eddy nicht schwarz. Vor allem verbindet sie eines: die Liebe zur Musik. Sie wollen Rapper sein – sonst nichts. Aber Talent alleine macht bekanntlich nicht satt: Otis und Eddy haben keine Kontakte zur Szene, keinen Manager und vor allem kein Geld. Dafür aber immer Ärger am Hals. Zum ersten Mal scheint das Glück auf ihrer Seite zu sein, als HipHop-Urgestein Fusco (Milton Welsh) ein Demoband von den Jungs haben will. Dank Adal (Alpa Gun), notorischem Langfinger und „Alles-Verchecker“, können sie ihr erstes Demotape produzieren, das wie eine Bombe einschlägt. Da wird auch Plattenmogul Facher (Tim Wilde) auf die beiden aufmerksam. Keine Frage, die "Blutsbrüdaz" wähnen sich am Ziel ihrer Träume...


Filmkritik | Blutzbrüdaz

Wenn ein bekannter Musiker einen Film ankündigt, dann muss das nicht immer gut sein. In den 80ern standen Nena und Markus für schlimme Peinlichkeiten auf der Leinwand und auch Rapper Bushido lieferte mit "Zeiten ändern Dich" einen Streifen ab, auf den man am besten hätten verzichten können. Doch es gibt auch Ausnahmen, bei denen der Auftritt auf der großen Leinwand durchaus gelungen ist. Was Rapper-Kollege Eminem vor einigen Jahren gelang, versucht aktuell auch das "super intelligente Drogenopfer" Sido. Der Titel "Blutzbrüdaz" lässt dabei ebenfalls Schlimmes erwarten. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, darf sich von einer durchaus unterhaltsamen Komödie berieseln lassen.

Regisseur Özgür Yildirim ("Chiko") verzichtete nämlich darauf, die Lebensgeschichte des Rappers Sido 1:1 auf die Leinwand zu bringen. Stattdessen spielt der Rapper sich nicht selbst, sondern einen anfangs erfolglosen Musiker. Und zeigt durchaus vorhandenes komödiantisches Talent, indem er mit trockenem Humor und flotten Sprüchen punktet. Gut steht ihm dabei die Tatsache, dass er sich selbst ebenfalls nicht zu ernst nimmt und auch den ein oder anderen Witz macht, der auf seine Kosten geht. Der Dank dafür gebührt sicherlich auch den beiden Drehbuchautoren Jan Ehlert und Nicolas J. Schofield, die durch ihre flott geschriebene Vorlage den unterhaltsamen Streifen erst möglich machen. Selbst wenn man Rap nicht mag, kann man mit "Blutsbrüdaz" trotzdem jede Menge Spaß haben. Der Streifen nimmt dabei nicht nur das eigene Genre, sondern auch den Wahn nach den Boybands in den 90ern gelungen aufs Korn. Diese Ironie steht nicht nur Sido gut, lässt ihn aber gerade gegen seinen damaligen Ex-Erzfeind Bushido auf der Leinwand deutlich sympathischer wirken. Die Zeiten als Schreck aller Schwiegermütter und unnötiger Provokationen scheinen also endgültig vorbei zu sein.

Leider weist der Film im letzten Drittel dann doch noch einige Schwächen auf. In erster Linie gilt dies für die beiden Figuren der Plattenbosses Facher sowie seiner Assistentin Jasmin auf. Denn während der Plattenboss ziemlich eindimensional charakterisiert wird und eher wie eine überzogene Karikatur ohne Seele wirkt, wird der von Claudia Eisinger ("13 Semester", "Meer is nich") gespielten Assistentin eine ziemlich unnötige Affäre mit Sido vorgesetzt. Beides hätte nicht sein müssen und kostet dem Film am Ende einige Sympathien, da diese beiden Figuren den anfangs flotten Witz von "Blutzbrüdaz" einfach stören. Wer sich davon nicht stören lässt, wird mit dieser durchaus amüsanten Milieu-Komödie sicherlich seinen Spaß haben. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man auch von "Blutzbrüdaz" kein Revolution des Genres erwarten darf. Das verspricht der Film allerdings auch nicht.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Blutzbrüdaz

© Constantin Film

Kommentare


Stefan
08.01.2012, 14:17:57
http://likeitis93.blogspot.com/2012/01/blutzbrudaz.html
Stefan
08.01.2012, 14:17:30
Blutzbrüdaz, die Überraschung des noch jungen Kinojahrs?! Mehr im Blog!
04.01.2012, 19:54:14
@ano
Oh ja natürlich, danke für den Hinweis!
ano
04.01.2012, 19:16:41
Ich schätze ihr meint bei Bushidos Film "Zeiten ändern Dich".

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Steckbrief
Regie
Özgür Yildirim

Darsteller
Alpa Gun, Alwara Höfels, B-Tight, Claudia Eisinger, DJ Desue, Jessica McIntyre, Martina Ysker, Milton Welsh, Sido, Tim Wilde, Timo Dierkes

Genre
Komödie, Musikfilm
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Herstellungsland
Deutschland




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