Blindflug - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Blindflug| Kritik

Kinostart
21.08.2008



Handlung

In dem deutschen Drama "Blindflug" von Ben von Grafenstein geht es um die typischen Probleme einer Beziehung, wenn ein Partner mehr, weniger oder auch anders liebt, als der andere. Der Film handelt von drei Personen: Henrik (Christoph Bach), der gerade seine ganze Bude ausräumt, sein Leben hinter sich lässt und nochmals von vorne beginnen will; Rainer (Michael Rotschopf), in dessen Leben alles vom ersten bis zum letzten in egoistischer Eigenregie durchgeplant ist und dazwischen steckt seine Freundin Lotte (Barbara Philipp), die eigentlich nur mal ne kleine Verschnaufpause aus dem organisierten Leben ohne Mitspracherecht braucht und dabei einfach nur weg will.


Filmkritik | Blindflug

Der Ort, an dem dieser teils tragischer und teils komischer Film spielt, konnte wohl kaum ein besserer sein als ein Flughafen. Der Ort, an dem so viele Geschichten anfangen aber gleichzeitig auch enden. Es gibt sehr viele Räume, endlos lange Gänge und dazu eine sehr imposante Infrastruktur, wie in einer kleinen überdachten Stadt. Die Figuren sind wie in einem Käfig und werden mit sich selbst und ihrem Leben konfrontiert, und wenn sie da raus sind ist die Geschichte erzählt.

Mit seiner Länge von 61 Minuten ist der Film Blindflug gerade lang genug, um weder in die Kategorie Kurzfilm noch Langfilm zu passen. Allgemein wollte der Regisseur eine sehr lange Geschichte in besonders kurzer Zeit wiedergeben. Die drei Hauptcharaktere erzählen jeder eine komplizierte und lange Geschichte mit individuellen Sorgen und Probleme. Es wurde auf überflüssige Gags verzichtet und die Handlung an sich wurde auf ein Minimum reduziert. Trotzdem bleibt den Figuren genug Raum zur Entfaltung und macht sie somit glaubwürdig. So spielt bei der Erzählung einer wirklich guten Geschichte die Zeit, die man braucht um sie zu erzählen, qualitativ keine größere Rolle.

Ben von Grafenstein hat bewusst auf filmtechnischen Schnickschnack wie Special-Effects oder Bluescreen verzichtet, was bei einem guten Drama, in dem es ja um eine eigentliche Geschichte, Gefühle und viele Emotionen geht, sicherlich das einzig Richtige war. Bei den Dreharbeiten wurde sogar komplett auf Digitaltechnik verzichtet und was übrig blieb, ist ein toller deutscher Film für alle, die sich für Dramaturgie in ihrer reinster Form, Liebe, Hass, Eifersucht, sowie das Leben und die Problem anderer Menschen begeistern können. Der Handlungsort mag an die charismatische Geschichte von Viktor Navorski aus dem Film "Terminal" erinnern, aber "Blindflug" ist keine Kopie, sondern eine völlig eigenständige Kreation.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 4 + 54 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.




Steckbrief
Regie
Ben Von Grafenstein

Darsteller
Anna Katharina Muck, Barbara Philipp, Chris Pichler, Christoph Bach, Jeff Burrell, Michael Rotschopf

Genre
Deutscher Film, Drama, Komödie

Tags
Flughafen
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland




Benutzername

Passwort

Anzeige