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Black Death| Kritik 4/10

Kinostart
09.09.2010



Handlung

Europa im Jahr 1348. Der dunkle Mantel der Pest legt sich unaufhaltsam über den ganzen Kontinent. Während der Schwarze Tod Millionen Menschen dahinrafft, flüchtet sich die hungernde, verängstigte Bevölkerung in Aberglauben und Promiskuität. So verliert die katholische Kirche immer mehr an Einfluss und will unbedingt verhindern, dass sich Gerüchte verbreiten, wonach es ein einziges Dorf geben soll, das von der Epidemie verschont wird, weil seine Bewohner satanische Rituale abhalten. Im Auftrag des Bischofs soll der Ritter Ulric (Sean Bean) dieses ominöse Dorf finden und dem Spuk mit allen Mitteln ein Ende bereiten. Zusammen mit einem wüsten Söldnertrupp macht sich Ulric auf den Weg durch ein gottverlassenes Land, in dem sich überall apokalyptische Szenen abspielen. Als Wegführer dient ihnen der zweifelnde Mönchsnovize Osmund (Eddie Redmayne), der seine ganz eigenen Gründe für die gefährliche Reise hat. Als die Männer ihr Ziel erreichen, entdecken sie eine fast schon unheimlich wirkende Idylle. Ist hier wirklich das Böse zu Hause? Bestimmt tatsächlich ein grausamer Kult das Leben der Gemeinschaft um Heilerin Langiva (Carice van Houten)? Die Suche nach den Antworten führt Ulric und Osmund direkt ins Herz der Finsternis.


Filmkritik | Black Death

Im modernen Unterhaltungskino gibt es grundsätzlich klar verteilte Rollen: einerseits sind da die Guten, die das Publikum mögen soll, und auf der anderen Seite stehen die Bösen, welche den Erstgenannten das Leben schwer machen oder es gleich beenden. Auch "Black Death" stellt hier keine Ausnahme dar: im Namen des Herrn zieht eine kleine Ritterschar durch das pestgeplagte Mittelalter und erfüllt alle Klischees der brutalen Kirche, die ihren Glauben notfalls auch mit Gewalt und Tod unters Volk trägt. Auch die Guten haben ihren Platz in "Black Death", legen den Mantel dörflicher Idylle aber schnell ab und entpuppen sich dann als umso grausamere Zeitgenossen.

Ein solcher Rollentausch gibt auf dem Papier jede Menge her, wird aber in "Black Death" nur ungenügend ausgespielt, vor allem wenn es gilt, den Film auf den Punkt zu bringen. Denn eigentlich zielt dieser Film auf die Grundaussage, dass keine Krankheit oder Katastrophe den Menschen so sehr bedroht wie der Mensch selbst. Genau diesen Kern kann Black Death aber nur dürftig vermitteln, die kleine Reise ins Mittelalter bleibt am Ende ein beliebiger und nicht sonderlich fesselnder Kurztrip.

Nach leichtem Grusel und Splatter in seinen Werken "Creep" und "Severance" verhebt sich Regisseur Christopher Smith bei diesem Film, denn "Black Death" ist für ein breites Publikum zu diffus und für die einschlägige Fan-Gemeinde nicht explizit genug. Zwar gibt es jede Menge Gore in schnellen Schnitten am Rande der Wahrnehmbarkeit, aber letztlich wird für den Fan und den neutralen Betrachter zu wenig geboten, was in Erinnerung bleiben könnte. Sean Bean ("Herr der Ringe") und Carice van Houten ("Black Book" und "Repo Men") führen eine eher unbekannte Darstellerriege an, welche zwar solide agiert, aber den Film auch nicht aus seiner Mittelmäßigkeit erheben kann. Der in Sachsen-Anhalt und Brandenburg abgefilmte "Black Death" erinnert optisch oft an "Der 13. Krieger", "The Village" oder "Der Name der Rose" und will am Ende noch mit einer Auflösung im Stile eines M. Night Shyamalan überraschen, welche aber zu diesem Zeitpunkt längst vorhersehbar war und für kein Aha-Erlebnis mehr sorgen kann.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Black Death

© Central Film Verleih / Wild Bunch

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Steckbrief
Regie
Christopher Smith

Darsteller
Andy Nyman, Carice van Houten, David Warner, Eddie Redmayne, Emun Elliott, Jamie Ballard, John Lynch, Johnny Harris, Kimberley Nixon, Marianne Graffam, Sean Bean, Tim McInnerny, Tygo Gernandt

Genre
Drama, Horror, Mystery
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Herstellungsland
Großbritannien, Deutschland




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