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Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung| Kritik 8/10

Kinostart
23.09.2010



Handlung

Tommy (Jacob Matschenz) und Sule (Burak Yigit) sind wie Brüder. Die Clique ist ihre Familie und eine Tuning-Werkstatt ihr größter Traum. Ihr Leben gleicht einer Party, bis Tommy wegen der gemeinsamen Dealerei in den Jugendknast wandert und dort die Hölle erlebt. Als er sechs Monate später entlassen wird, ist einiges passiert: Die Amerikaner sind abgezogen, seine Freundin Sina (Aylin Tezel) hat einen Neuen und seine Mutter (Simone Thomalla) droht ihm mit Rausschmiss. Obwohl er sich geschworen hat, mit dem Dealen aufzuhören, findet er den einzigen Rückhalt in seiner alten Clique und bei Sule. Und der hat den Masterplan, um den Traum vom Tuningladen wahr werden zu lassen: Einen letzten großen Deal!


Filmkritik | Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung

Männerfreundschaften sind bekanntlich eine ganz besondere Sache. Sie sind meistens simpel, immer ehrlich aber vor allem so schnell durch nichts zu erschüttern. In Oliver Kienles Debüt „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ erleben die Protagonisten genau eine solche Freundschaft. Allerdings ist diese überschattet von Armut, Aggressionen, Vorurteilen und Gewalt.

Alles beginnt, wie viele andere Freundschaften auch, im Kindesalter. Erstmalig treffen die grundverschiedenen Jungen Sule (Burak Yigit) und Tommy (Jacob Matschenz) bei einem Streit in der Schule aufeinander. Dann geht alles ganz schnell – und das im wahrsten Sine des Wortes. Denn Kindheit und Jugend lassen die beiden Freunde bereits in den ersten Filmminuten mehr oder weniger erfolgreich hinter sich. Was folgt, ist das Leben - und das ist bekanntlich knallhart und wenig rücksichtsvoll.

Genau so kommen auch Kienles Handlungs-, Musik-, Szenen- und Kamerakonzept daher. Das Drama ist schnelllebig, mitreißend, aggressiv und dynamisch. Streckenweise wirkt der sehr unruhige und bedrohliche Streifen – der jüngst mit dem „First Step Award“ ausgezeichnet wurde - zwar wie eine bizarre Mischung aus Bushidos „Zeiten ändern Dich“ und Eminems „8 Mile“. Doch irgendwo dazwischen findet sich der gewisse Hauch von Realität, der das Filmerlebnis mehr als nur sehenswert macht. Yigit und Matschenz spielen dabei so glaubhaft, dass man sich fragt ob sie wirklich nur spielen oder einfach „sie selbst“ sind. Ab und an überzieht Kienle seine Absichten, mit „Bis aufs Blut“ besonders Jugendliche anzusprechen, allerdings etwas. Da die sehr ghettomäßige Aussprache und das gangstalike Auftreten der Charaktere aber meistens authentisch wirken, kann man das verzeihen. Die Sprüche, Handlungen und Ansichten der Protagonisten wirken hingegen oft etwas zu unterdurchschnittlich. Ganz anders sieht es aber bei der Grundhandlung aus. Kienle hat sich bei der Umsetzung seiner autobiografisch inspirierten Geschichte eindeutig Gedanken gemacht: Über Freundschaft, über Gewalt aber auch über die Problematiken, mit denen wir heute alle zu kämpfen haben. Und das nicht nur in den Plattenbauten und den sozialschwachen Familien und Kreisen.

Der Titel ist bei „Bis aufs Blut“ von der ersten bis zur letzten Minute volles Programm. Zwar geht es in dem dramatischen und sehr realitätsnahen Streifen um Loyalität, Freundschaft und Naivität, aber all das ist geprägt von Brutalität, Gewalt, Drogen und falschen Attitüden. Meistens in glaubhaften Maßen, in denen man es aus den Nachrichten, von Straßenschlägereien und vielleicht sogar aus der eigenen Nachbarschaft kennt. Ein Film den man gesehen haben sollte also... und den man sicher so schnell nicht vergessen wird.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung

© Camino Filmverleih

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Steckbrief
Regie
Oliver Kienle

Darsteller
Aylin Tezel, Balder Beyer, Burak Yigit, Jacob Matschenz, Liv Lisa Fries, Manuellsen, Peter Lohmeyer, Simone Thomalla

Genre
Deutscher Film, Drama, Krimi
Gastkritiken
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Herstellungsland
Deutschland




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