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Ben X| Kritik

Kinostart
08.05.2008



Handlung

Ben (Greg Timmermans) ist aufgrund seiner Krankheit, dem Autismus, in dieser Welt ein Außenseiter. Die Menschen die ihm im täglichen Leben begegnen, nehmen ihn nicht wirklich als Persönlichkeit wahr. Ben ist ständigem Spott, Mobbing und seelischen Quälereien ausgesetzt. Unter all den Grausamkeiten leidend, sieht Ben für sich keinen anderen Weg, als sich in „seine Welt“ zu flüchten, dem virtuellen Rollenspiel eines Computergames namens „Archlord“. Hier kann er sein wie er gern wäre, ein Held! Tag für Tag, immer am frühen Morgen, kurz bevor er aus dem Haus geht, verfällt er diesem Wahn der Virtualität, aus dem er für sich die Kraft holt, im wahren Leben bestehen zu können. Ben hat sich mittlerweile seine eigene Welt geschaffen und es erscheint Außenstehenden nahezu unmöglich, auch nur einen Schritt in diese einzudringen. Nur eine einzige Person schafft es, diese Barriere zu brechen. Scarlet, seine Online-Partnerin (Laura Verlinden), auf die er auch im wahren Leben treffen wird. Eine Begegnung die nicht ohne Folgen bleibt.


Filmkritik | Ben X

Ben X – ein hervorragend gespieltes Drama, welches in den heutigen Zeiten mehr als möglich erscheint. Es zeigt einen autistischen Jungen, der leidend unter dem Egoismus und der Kälte der heutigen Zeit versucht, sich mittels virtueller Gewaltphantasien eine eigene Welt zu erschaffen, in der er respektiert wird. Sehr tiefgründig wird das am Verhalten seiner Mitschüler und der Hilflosigkeit der Lehrer dargestellt. Ein Video, das Bens Mitschüler ins Netz stellen, in welchem er gezwungen wird seine Hose herunter zu lassen, zeigt die teilweise zerstörerische Grenzenlosigkeit der Medien.

Nic Balthazar hat mit diesem Film ein sehr ernstes und heutzutage sehr brisantes, gegenwärtiges Thema aufgegriffen. Ein Thema, welches in den meisten Zimmern der Jugendlichen aktuell ist. Ben flieht vor der Realität und sucht sich Bestätigung in am Computer ausgelebten Gewaltphantasien. Erschreckend realitätsgetreu, mit einer Mischung aus gespielten Szenen, reellem Film und anfangs mehr dokumentarisch wirkenden Interviews. Eine Mischung die manches Mal etwas ungewöhnlich überladen und unverständlich erscheint, im Laufe des Films aber eine fesselnde Wirkung erzielt. Besonders einfühlsam wird seine Mutter gezeigt, die sich mit all ihrer Kraft Ben`s Krankheit stellt und versucht auf eine einzigartige, mütterliche Weise mit der Veränderung ihres Sohnes umzugehen.

Schlussendlich muss man sagen, dass mit diesem Film ein wahres Regiedebüt gelungen ist. Nic Balthazar hat es geschafft eine hochsensible Thematik aufzugreifen und gleichzeitig darzustellen, dass die heutige Realität geprägt ist von Egoismus, Lethargie und Empathie. Zurück bleibt ein Eindruck von sprichwörtlicher Hilflosigkeit gegenüber dem Autismus als Krankheit und Mobbing im Zusammenhang mit der Alltäglichkeit der Medien, respektive des Internets.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Ben X

© Kinowelt Filmverleih

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Steckbrief
Regie
Nic Balthazar

Darsteller
Greg Timmermans, Laura Verlinden, Maarten Claeyssens, Marijke Pinoy, Pol Goossen, Titus De Voogdt

Genre
Drama, Fantasy

Tags
Autismus, Computerspiel
Gastkritiken
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Herstellungsland
Belgien, Niederlande




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