Dieses Jahr bekommen wir die Antwort, was nach "Twilight" kommt: "Beilight - Biss zum Abendbrot". Bekannt durch Spoof-Verfilmungen wie "Scary Movie", "Epic Movie" und "Meine Frau, die Spartaner und Ich", hat sich dieses Mal das Regie- & Autorenteam Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die erfolgreiche Vampirsaga vorgeknöpft. Von den "Twilight"- Hauptdarstellern über Lady GaGa bis hin zu den Black Eyed Peas und "Alice im Wunderland" verulkt dieser neue Streifen alle Lieblingsstars unserer Zeit.
Handlung
Becca (Jenn Proske) ist ein Mädchen wie Du und ich: Ihr Vater (Diedrich Bader) ist der große Kontrollfreak, der in seiner Teenie-Tochter immer noch das hilflose Mädchen sieht. Aber nicht nur Daddy macht Becca das (Über)Leben schwer. Sie ist hin und her gerissen zwischen dem geheimnisvollen, seltsam blassen Edward (Matt Lanter) mit dem eigenartigen Zahnstand und Jacob (Christopher Riggi), dem ewigen Sunnyboy mit dem Kleiner-Bruder-Image. Letztendlich muss Becca sich entscheiden, wem ihr Herz gehören soll. Und dabei sollte sie aufpassen, dass ihr diese Entscheidung nicht von Edwards hungrigen Vampirfreunden - die große Ähnlichkeit mit den Black Eyed Peas haben - abgenommen wird. Ob ihr Alice, Buffy oder Gossip Girl eine große Hilfe sein können? Zielstrebig steuert Becca dem Höhepunkt ihres kurzen Lebens zu: dem großen Abschlussball, der zum Showdown zwischen ihr und Lady Gaga wird. Klingt gaga? Ist es auch.
Filmkritik | Beilight - Biss zum Abendbrot
„Das habe ich doch so schon gesehen?“, fragt man sich beim vermeintlichen Kino-Hit „Beilight: Biss zum Abendbrot“, den so mancher genervter Teenie gerade heißblütig erwartet. Natürlich ist der Wiedererkennungswert der Komödie beabsichtigt. Ob es sich hierbei allerdings wirklich um einen Hit handelt, lässt das schwache Konzept an so mancher Filmstelle stark bezweifeln.
Auf der anspruchslosen Filmschippe des Streifens, aus der Regiefeder des Parodie-Duos Jason Friedberg und Aaron Seltzer (unter anderem bekannt durch „Date Movie“ und „Disaster Movie“), befindet sich dabei kein geringerer Buch- und Filmstoff, wie der der momentan gehypten „Twilight“-Saga. Alles dreht sich also um Edward Sullen (Matt Lanter, bekannt aus der Serie „90210“) alias Vampirschönling Cullen und die kleine Becca Crane (Jenn Proske) alias Bella Swan. Beide Schauspieler liefern übrigens, wie auch das restliche Cast, kleine Glanzleistungen ab.
Leider täuscht das nicht über das dürftige Gesamtpaket hinweg. So ist die sehr fantasiereiche Namensänderung der Hauptcharaktere schon das Amüsanteste an der gesamten Parodie. Diese hält sich übrigens überwiegend an die Storyline von Autorin Stephenie Meyer und streut nur ab und an andere Filme und Serien ein: etwa Hitchcocks „Psycho“ oder „Gossip Girl“. Die Witze der verdrehten und verblödelten Filmszenen - zum Beispiel der Chihuahua-Werwolf oder der Hamburger-Ausraster des unkontrollierten Vampirbruders - sind so schwach, dass sie dem Zuschauer nur in den seltensten Fällen ein richtiges Lachen abgewinnen können. Denn zum einen scheinen die besten Szenen bereits in den Trailer gefunden zu haben, zum anderen finden sich vergleichbare Parodie-Szenen bereits zu Genüge im Netz. Gemacht von zahlreichen Hobbyfilmern und -Regisseuren. Wer es nicht glauben mag, muss nur eine „Twilight-Parodie“ Suche im Word Wide Web starten.
Zu den dürftigen Versuchen Storyszenen durch den Filmdreck zu ziehen, die selbst Nicht-Fans mittlerweile kennen sollten, gesellen sich noch weniger amüsante Versuche das Ganze anhand von flachen und sinnlosen Prügelszenen noch „komischer“ zu machen. Beim Zuschauer kommt dabei aber eher die Frage auf, was genau die Macher letztendlich bezwecken wollen? Dass über die im Hintergrund stehende und veräppelte Saga gelacht wird, oder dass die Parodie beide Fan-Seiten übersättigt?
Leider kann „Beilight: Biss zum Abendbrot“ mit den wenig gelungenen Szenen, und auch trotz der recht passablen Schauspieler, nicht überzeugen. Der gesamte Film kommt viel zu überzogen und überspitzt daher, um ihn ernst nehmen und genießen zu können. Etwas weniger banaler Blödel-Ulk und mehr zynischer Humor wären hier eindeutig ratsam gewesen. Das abschließende Fazit von jemandem, der weder Fan noch Gegner der Ursprungssaga ist: Alles andere, als gelungen.
Filmkritik von Gastautor