Batman - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Batman| Kritik

Kinostart
1989



Tim Burton, der uns vor einigen Monaten das schräge, grellbunte Spektakel Mars Attacks! beschert hat, führte im Jahre 1988 Regie bei dieser Adaptation der Batman-Comics. Ich habe derartige Filme seit Jahren gemieden, ob zu Recht, das werde ich im folgenden näher erläutern.

Batman ist 118 Minuten lang, also annähernd zwei Stunden. Ich brauchte eine davon, um herauszufinden, worum es eigentlich geht. Den halben Film. Das ist unglaublich, werden die Fans sagen. In dieser ersten Stunde wird man mit Gotham City und diversen seiner Bewohner bekanntgemacht. Gleich in einer der ersten Szenen trifft man zum ersten mal Batman (Michael Keaton), der zwei dunkle Gestalten in dunkler Nacht das Fürchten lehrt. Soweit, so gut. Er ist also auf der Seite des Guten, das habe ich verstanden. Zwei der nächsten Charaktere, die vorgestellt werden, sind Jack (Jack Nicholson) und Vicki, eine Pressefotografin (Kim Basinger). Dann ist da noch Bruce Wayne, ein geheimnisvoller, alleinstehender Herr, der sich in Vicki verliebt. Oder auch umgekehrt, so sicher bin ich mir da nicht. Es hat noch eine ganze Weile gedauert, bis ich kapiert hatte, dass er und Batman ein und derselbe sind. Das muss einem ahnungslosen Zuschauer schließlich auch gesagt werden. Und dabei hat Tim Burton sich solche Mühe gegeben mit seiner Einführung.

Die Handlung ist schnell erzählt: Jack entpuppt sich als böser Joker, der am liebsten die ganze Stadt vergiften möchte, um sie zu übernehmen. Batman versucht, dies zu verhindern. Er hat sowieso ein Hühnchen zu rupfen mit Jack, da dieser vor vielen Jahren seine Eltern vor seinen Augen auf offener Straße erschossen hat.

Jack ist also der Bösewicht, was unschwer zu erkennen ist: Wer so aussieht, der kann nichts Gutes im Schilde führen. Es ist sicher eine gute Wahl gewesen, Jack Nicholson mit dieser Rolle zu betrauen, er hat genug psychopathisches Potential, um den idealen Schurken zu verkörpern. In seinem Fall hat der Maskenbildner nicht allzuviel zu tun, um ihn in den fiesen Joker zu verwandeln: Ein bisschen weiße Schminke fürs Gesicht, ein bisschen Rot für die Lippen, ein paar Polster in die Backen, fertig ist die Schurkenfratze. Ich hatte einmal mehr den Eindruck, dass diese Art von Rolle Jack Nicholson am meisten liegt, Hauptsache fies, da ist er eigentlich immer überzeugend. Aber so schön unser Schurke auch ist, am Ende muß natürlich das Gute siegen.

Michael Keaton ist Batman, er hat die Ehre, im schwarzen Latexdress unerkannt Gotham City zu retten. Ich habe gehört, dass es Frauen geben soll, die sich diesen Film nur seinetwegen angesehen haben. Zu meiner Überraschung sah man ihn weit öfters als Bruce Wayne ohne Latex. Diese Szenen haben mich auch eher davon überzeugt, dass er besser spielt, als seine Auftritte als Fledermaus. Ich finde, der schwarze Gummidress hat in etwa soviel Sexappeal wie ein Gartenschlauch.

Zu Kim Basinger als Vicki gibt es nicht allzuviel zu sagen. Sie wird am Anfang des Films als Pressefotografin vorgestellt, die auch mal ein Risiko für eine gute Story eingeht. Damit hat es sich aber auch schon, ihre Figur bleibt den ganzen Film über flach und eindimensional. Zum Schluss muss sie dann (natürlich) von Batman vor dem Joker gerettet werden. Warum müssen Frauen in Hollywood-Filmen eigentlich immer gerettet werden?

Insgesamt sah der Film weniger "comichaft" aus, als ich befürchtet hatte. Die Ausstattung war eher düster als grell und bunt. Ich hatte indessen gehofft, er würde schräger sein, zumindest hätte ich das nach "Mars Attacks!" von Tim Burton erwartet. Aber "Mars Attacks!" ist angeblich kein typischer Burton-Film, seine echten Fans mögen ihn nicht. Auch die Musik von Danny Elfman fand ich diesmal nicht so besonders gut gelungen. Ich glaube, ich überlasse Batman doch lieber den echten Fans und sehe mir bei Gelegenheit noch einmal "Mars Attacks!" an.


Filmkritik von Monika Hübner

Sag es weiter



Kommentare


Stefan
18.02.2015, 15:01:25
Batman Comics sind ja ziemlich wertvoll: Comic Price Guide

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 33 + 62 - 12 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.




News

12.05.2007
Warner Bros. Pictures hat eine Teaser-Webseite zum kommenden Batman-Film ins Netz gestellt. Bis auf das Fledermaus-Logo ist dort aber noch nichts zu sehen. Unabhängig davon wurde der Kinostart-Termin für Deutschland bekanntgegeben. Es ist der 31. Juli 2008, 13 Tage nach dem US-Start.

Steckbrief
Regie
Tim Burton

Darsteller
Billy Dee Williams, Jack Nicholson, Jerry Hall, Kim Basinger, Michael Gough, Michael Keaton, Pat Hingle, Robert Wuhl

Genre
Action, Comic

Tags
Batman, Fledermaus
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA, Großbritannien

Budget
35 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
411 Mio. US-Dollar (weltweit)

Filmreihe


Benutzername

Passwort

Anzeige