Im Jahr 2013, einer Zeit wo genetische Manipulation zum Alltag gehört, hat der Söldner Toorop (Vin Diesel) die Aufgabe eine schwangere Frau von Russland nach China zu eskortieren. Eine hoch riskante Angelegenheit, denn er weiß nicht, dass sie der Wirt eines genetisch manipulierten Virus ist, der einem Kult dazu dienen soll, den zukünftigen Messias zu erschaffen.
Der Film ist eine Adaptation des Buches Babylon Babies von Maurice Georges Dantec. Geschrieben wurde sie von Regisseur Mathieu Kassovitz und Eric Besnard.
Filmkritik | Babylon A.D.
Typisch Vin Diesel: Narben, Tattoos und eine Menge stumpfes Geballer. Schon nach den ersten fünf Minuten wird dem Zuschauer einleuchtend klar gemacht, dass sich die Welt am Abgrund befindet und sich Vin Diesel (Toorop) mit Sicherheit in alt bekannter Triple xXx Manier durch die Heerscharen an Gegnern ballert. Auch wenn Babylon A.D. versucht mehr zu sein als ein schnöder, muskelbepackter, tatoowierter und vernarbter Endzeit Actionstreifen, gelingt ihm das eigentlich nur sehr selten, da der Film von der Ersten bis zur letzten Minute keine wirklichen Unterschiede zu anderen "gewöhnlichen" Actionfilmen aufweist. Auch im Verlaufe des Films, treten storymäßig keine unvorhersehbaren oder wenigstens überraschenden Wendungen auf. "Endzeit Söldner versaut Auftrag wegen Liebe".
Vin Diesel der in Babylon A.D. einen Söldner mit dem doch sehr eigenartigen Namen Toorop spielt, bleibt seinem klischeebehafteten Möchtegern-Rambo-Dasein treu. Brutalisiertes Heldentum, Cyberarchaisches Machotum in einer Plump zusammen gewürfelten Endzeitwelt. Und genauso wie man sich Toorop vorstellt, sieht er dann auch aus mit seinen gewaltigen Muskelbergen, die nur noch durch seine Narben und Tatoos überboten werden können. In Babylon A.D. Wird man mit Klischees geradezu bombardiert. Auch wenn Toorop der super Söldner schlechthin sein sollte, entdeckt er "überraschender" weise im Verlaufe des Films seinen weichen Kern, den er selbstverständlich nur mit Hilfe einer wunderschönen Frau in einer düsteren dennoch funkelnden Welt offenbaren kann. Mélanie Thierry ("Aurora"), die Toorops Auftrag darstellt, ist ein wandelndes Klischee. Ätherisch-mysthische Heilsbringerin. Ein süße, blonde, unschuldige Frau in einer von Männern Regierten und amoralisierten Welt.
Kulturpessimisten dürfen sich angesichts Babylon A.D. in vielerlei Hinsicht bestätigt fühlen. Nirgendwo ist ein Gedanke aber überall ist Bild. In Babylon A.D. wird man nichts sehen, was nicht schon mehrfach in anderen Filmen gezeigt wurde. Manche Quellen im Internet behaupten sogar, das Babylon A.D. ein Plagiat von Alfonso Cuarón "Children of Men" (2006) ist. Richtiger wäre allerdings die Bezeichnung Abklatsch.
Filmkritik von Gastautor