Away We Go - Auf nach Irgendwo - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Away We Go - Auf nach Irgendwo| Kritik 5/10

Kinostart
15.10.2009



Handlung

Als Burt (John Krasinski) und Verona (Maya Rudolph), beide um die 30 Jahre alt, erfahren, dass sie demnächst Eltern werden, ergreift sie die Panik! Noch dazu, wo gerade jetzt Burts Eltern (Jeff Daniels und Catherine O’Hara) nach Belgien auswandern wollen. Von ihnen ist also keine Unterstützung zu erwarten. Dabei fühlen sich Burt und Verona noch ziemlich orientierungslos und alles andere als gut vorbereitet aufs Erwachsensein, geschweige denn die Rolle als Eltern. Was tun? Verona entwirft einen Plan: In den nächsten Wochen werden sie und Burt gemeinsam sämtliche Freunde und Verwandte besuchen, um in deren Nähe vielleicht den perfekten Platz zum Leben zu finden. Es beginnt ein turbulenter Trip quer durch Nordamerika, eine urkomische Odyssee mit absurd-skurrilen Begegnungen, Erlebnissen - und Erkenntnissen

Filmkritik | Away We Go - Auf nach Irgendwo

Der neue Film des Oscarpreisträgers Sam Mendes ("American Beauty") ist vor allem eines: ein modernes amerikanisches Roadmovie mit ständigen, meist indirekten Pädagogikappellen. Denn die beiden Protagonisten, bei denen sich die weibliche Hauptdarstellerin im 6. Monat ihrer Schwangerschaft befindet, reisen den ganzen Film über entweder per Flugzeug, per Bahn oder mit dem Auto zu Freunden oder Bekannten, die an unterschiedlichen Orten in Nordamerika wohnen. Die dort dann stets aufgezeigten Personenkonstellation kreisen unentwegt um das Thema "Ideale Familienbeziehung und idealer Familienort".

Hierin liegt auch das Problem von "Away We Go".  Dadurch, dass er ein Roadmovie ist, werden die einzelnen Orte mit den verschiedenen Personenkonstellationen episodisch unter einem bestimmten Aspekt des Themas beleuchtet. Nachdem jedoch diese Episode vorbei ist, kommt stets die nächste, wenn zwar unter einem anderen neuen Aspekt des Themas. Aufgrund dieser gleichbleibend linearen Erzählweise bleibt aber eines beim Film von Anfang bis Ende auf der Strecke - der Spannungsbogen. Zwar ist dies oft bei klassischen Roadmovies der Fall, aber dafür liefert dieses Genre alternativ dem Zuschauer normalerweise tolle Bilder mit skurrilen Figuren (wie z.B. bei "Easy Rider" oder "Fluchtpunkt San Francisco"). Lange Zeit gelingt dies dem Film auch zumindest bezüglich seines Figurenpersonals, das auch fast zur Gänze aus skurrilen Personen besteht, welches die nahezu komplett fehlenden Landschaftsbilder auch vergessen lässt. Aber leider auch nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Danach wird der Film nämlich sehr langatmig und daher langweilig.

Die fehlenden normalerweise roadmovieimmanten Landschaftaufnahmen kann man als Zuschauer auch deswegen sehr gut verschmerzen, da sie zum einen aufgrund der Story nicht dazupassen. Denn es werden die verschiedenen Familienbeziehungen von ausschließlich Stadtbewohnern (hauptsächlich Großstadtbewohnern die im Film in Phoenix, Montreal und Miami leben, aber auch von Mittelgroßstadtbewohnern aus Madison) mit einem Familienleben auf dem Lande gespiegelt. Zum anderen ist das skurrile Figurenensemble wirklich erstklassig, wordurch die überpräsente pädagogische Grundthematik oftmals ins sehr schräg absurde abdriftet. Allen voran ist hierbei der herausragende Hauptdarsteller John Krasinski zu nennen - der z.B. aufgrund seines Versicherungsvertreterberufes ständig bei Anrufen von Klienten seine Sprache mitsamt Sprachduktus ändert oder auch einen Hang hat bei Frauen augenscheinlich auf ihren Busen zu schauen und auch oftmals seine hochkomischen Naturkinderziehungsvorstellungen gegenüber seiner schwangeren Freundin kund tut. Da aber die beiden letzten Episoden des Filmes (in Miami und wieder zuhause im Eigenheim) gänzlich keine komischen Momente mehr aufweisen, sondern nur noch fast schon penetrant wirkendes pädagogisches Gerede sind (Wie man am besten ein Kind aufzieht und was hierfür der beste Ort ist?), fällt hier ganz besonders der völlig fehlende Spannungsbogen auf. Und das an den Stellen des Filmes, wo normalerweise die Spannung - bzw. die Skurrilität der Personen oder die Schönheit der Landschaften bei Roadmovies - aber am höchsten sein sollte. Daher ist auch das Ende des Filmes schwach.

Da man bei "Away We Go" nur bis zu maximal 2/3 des Filmes "mitgeht" und man gerade von Sam Mendes wesentlich bessere Filme gewohnt ist und demzufolge auch erwartet bekommt der Film nur eine mittlere Bewertung.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Away We Go - Auf nach Irgendwo

© Tobis Film

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 93 / 2 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Away We Go - Auf nach Irgendwo abspielen

Steckbrief
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Großbritannien, USA




Benutzername

Passwort

Anzeige