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Auf der Jagd| Kritik

Kinostart
1998



Der Titel "Auf der Jagd" klingt schon so ähnlich wie "Auf der Flucht", und auch wenn der Originaltitel "U.S. Marshals" lautet, läßt der deutsche Titel den Zuschauer bereits ahnen (oder fürchten?), was ihn erwartet: Eine Art "Remake" von "Auf der Flucht", nur langweiliger, schlechter und absolut chaotisch. Die leise Hoffnung, es möge vielleicht doch noch ein sehenswerter Streifen über die Leinwand flimmern, verfliegt im Nu, und so mancher Zuschauer wird sich Harrison Ford als den unschuldigen Flüchtigen Dr. Richard Kimble zurückwünschen, der immerhin in der Lage war, zwei Stunden lang Anteilnahme zu erwecken.

Die Ingredienzen:

1. Ein flüchtiger, vermeintlicher Verbrecher, von dem man eigentlich nicht so recht weiß, ob er nicht vielleicht doch ein paar Leichen im Keller hat und man ihm daher vielleicht gar nicht wünschen sollte, daß er entkommt. Auch wenn es eigentlich eine gute Idee sein könnte, ein wenig Verwirrung um die wahren Absichten des Helden (?) zu stiften, ist die gute Absicht hier gründlich mißlungen und läßt denjenigen Zuschauer, der sich nicht so gern in Details verliert, mehr als einmal den roten Faden verlieren.

2. Ein U.S. Marshal (siehe Originaltitel), der dem bösen Buben hinterherjagt und dem es natürlich nicht in den Sinn kommt, daß dieser unschuldig sein könnte. Daß Tommy Lee Jones sich auf seine alten Tage noch für eine solche Rolle hergibt, nimmt man allenfalls kopfschüttelnd zur Kenntnis, aber offensichtlich ist es ihm unmöglich, etwas anderes als den aufrechten Gesetzeshüter zu spielen, gleichgültig, ob er nun Aliens jagt oder sehr irdische Bösewichter.

3. Der vermeintliche freundliche Helfershelfer des U.S. Marshals, der kaum jemanden zu täuschen vermag, außer natürlich den Marshal selbst, und in dessen Anwesenheit immer wieder schlimme Dinge passieren, die er jedoch lange erfolgreich dem bösen Buben auf der Flucht in die Schuhe schiebt.

Mit diesen Zutaten wird ein Cocktail zusammengemixt, der zwei Stunden lang unterhalten soll, aber der Barmann scheint mit frischen Zutaten gegeizt zu haben. Das meiste schmeckt irgendwie schal und abgestanden, so als hätte er alle möglichen Reste zusammengegossen in der Hoffnung, daß durch irgendein Wunder doch noch ein genießbares Ergebnis dabei herauskommen könnte. Aber eine Schießerei hier und ein paar Stunts dort, garniert mit einer Notlandung, ergeben nun einmal keinen schlüssigen Handlungsstrang. Letzteren sucht man jedenfalls in dieser Aneinanderreihung von Actionszenen vergeblich, die Lautstärke verhindert jedoch, daß man irgendwann sanft einschlummert.

Fazit: Gründlich mißlungener Actionthriller, der kaum Neues bietet.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Stuart Baird

Darsteller
Daniel Roebuck, Irène Jacob, Joe Pantoliano, LaTanya Richardson, Robert Downey Jr., Tom Wood, Tommy Lee Jones, Wesley Snipes

Genre
Action, Thriller

Tags
Flucht
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
U.S. Marshals

Einspielergebnis
102 Mio. US-Dollar (weltweit)



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