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Attack the Block| Kritik 8/10

Kinostart
22.09.2011



Handlung

Auf dem Nachhauseweg wird die angehende Krankenschwester Sam (Jodie Whittaker) in einem Viertel in Süd-London mitten auf einer einsamen Straße von einer Gang maskierter Jugendlicher umstellt. Gewalt liegt in der Luft – und explodiert doch ganz anders als erwartet: Ein Meteorit schlägt direkt neben den Kids in einem Auto ein. Während Sam fliehen kann, wird die völlig überraschte Gang von einem blutrünstigen Alien attackiert. Mit vereinten Kräften können die Kids zurückschlagen und den außerirdischen Angreifer zur Strecke bringen. Doch zum Triumphieren bleibt keine Zeit, denn ein regelrechter Meteoritenhagel über London kündigt an, dass die Invasion jetzt erst richtig beginnt...



Alien-Invasion aus der Sicht einer Gang in Londons Problembezirken. "Attack the Block" begeistert die internationale Presse!

Filmkritik | Attack the Block

Regisseur Joe Cornish mag bei uns trotz seiner Comedywurzeln noch ein unbeschriebenes Blatt sein. Doch was ihm an Ruhm fehlt, machen die Schirmherren seines Kinodebüts „Attack the Block“ mit ihren Namen mehr was nur wett. Edgar Wright und Nick Frost - Zweidrittel des Chaotentrios, das hinter den beiden modernen Spoofklassikern „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ stecken - leisteten dem Projekt als Produzent und reichlich zugedröhnter Nebendarsteller Starthilfe. Was die Herren an dem Projekt reizte, muss nicht lange gesucht werden, denn der Regisseur macht um seine großen Vorbilder keinen Geheimnis. Nach eigener Aussage sollte sich sein Film anfühlen wie „American Werewolf“, sich dem selben kinematografischen Spielplatzes wie „Stirb langsam“ bedienen, sozialpolitisch ähnlich subtile Fragen stellen wie „Assault – Anschlag bei Nacht“ und nicht zuletzt den Spieltrieb und selbstreflexiven Humor eines „Shaun of the Dead“ besitzen. Was als Größenwahnsinn aufgefasst werden könnte, stellt sich letzten Endes als nüchterne Tatsachenbeschreibung heraus. Nur hatte Cornish mit seiner Aufzählung zwei wichtige Assoziationen vergessen. Nicht nur rezitiert „Attack the Block“ Sci-Fi-Klassiker wie „Alien“ am laufenden Band, mit seiner frischen Inszenierung der millionsten und ersten Alieninvasion gelingt ihm das Kunststück, Außerirdische aus dem Hut zu zaubern, die wirklich neu wirken - in Form eines extraterrestrischen und blutrünstigen Muppettheaters!

Feindliche Aliens landen in einem Londoner Stadtviertel, dem sich kein Tourist freiwillig aussetzen würde und der von Sozialbauten, Kleinkriminellen und herumstreifenden Gangsterbanden nur so wimmelt. Ein Ort, an dem die menschlichen Bewohner genau so unerwünscht sind, wie die später dazustoßenden Alienhorden. Mit einem Handstreich gelingt dem Film, die britische Sozialpolitik in Frage zu stellen, die Bewohner dieses Mikrokosmos zu empathischen Siegern zu erklären und den klassischen Heldenarchetyp zu verkehren. Wenn die Menschheit sich außerirdischer Invasoren gegenübersieht, bildete das Militär seit jeher die vorderste Verteidigungslinie. Bei „Attack the Block“ gehört die Polizei zur Bedrohung - ob Aliens, Polizisten oder Politiker, das Feindbild verschiebt sich für die im Mittelpunkt stehende Gesellschaftsschicht nur um Nuancen. Die Aussichtslosigkeit, aus ihren Blocks und aus ihren sozial benachteiligten Leben auszubrechen bleibt dieselbe. Aber trotz des soziologischen Subtexts verfolgten die Filmemacher mit ihrem Film ein Ziel, das der Regisseur kurz und knapp umriss: „Hauptsächlich geht es um eine irre Alien-Jagd, mutige Kids, Samuraischwerter und Mopeds.

So banal sie klingen, so treffend sind seine Worte. Wer „Shaun of the Dead“ mochte, kommt um „Attack the Block“ nicht herum. Anstatt über Horrorklischees und blutige Zombies darf nun über das Sci-Fi-Genre und noch blutigere Aliens gelacht werden. Lasst euch nicht von den einfallsreichen, aber billig wirkenden Tricks nicht täuschen. Im Film entfalten diese ein äußerst wirkungsvolles Potential mit inspirierendem Nebeneffekt. Dem Zuschauer offenbart sich das reinste Muppetmassaker inklusive eines Actionfeuerwerks, wie es von Bruce Willis nicht hätte eindrucksvoller entzündet werden können. Es ist somit nicht verwunderlich, dass Joe Cornish als heißer Kandidat für den fünften „Stirb langsam“-Ableger gehandelt wird. Doch ganz ehrlich, der Mann und sein Team sind selbst für John McClane zu gut!


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Attack the Block

© Capelight Pictures

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Steckbrief
Regie
Joe Cornish

Darsteller
Alex Esmail, Chris Wilson, Edgar Wright, Franz Drameh, Jodie Whittaker, John Boyega, Leeon Jones, Luke Treadaway, Nick Frost, Paige Meade, Terry Notary

Genre
Action, Komödie
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Herstellungsland
Großbritannien




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