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Alles, was wir geben mussten| Kritik 8/10

Kinostart
14.04.2011



Handlung

Kathy (Carey Mulligan), Tommy (Andrew Garfield) und Ruth (Keira Knightley) verbringen ihre Kindheit im Internat Hailsham, einem nur scheinbar idyllischen Ort. Denn irgendetwas stimmt nicht – und allmählich wird ihnen klar, was für eine tragische Zukunft sie erwartet. Als die drei schließlich die Schule abgeschlossen haben, müssen sie sich ihrem Schicksal stellen, damit leben, dass ihre Zeit auf der Welt höchst begrenzt ist. Aber damit nicht genug, auch die Freundschaft des Trios wird auf eine harte Probe gestellt. Die Liebe folgt eigenen Gesetzen und mit dem Erwachsenwerden gehen auch Neid und Betrug einher...


Filmkritik | Alles, was wir geben mussten

Der Japaner Kazuo Ishiguro hat Freunde der emotionalen Literatur bereits 1989 mit seinem Werk "Was vom Tage übrig blieb" berührt und wurde dafür ausgezeichnet. Auch sein Roman "Alles, was wir geben mussten" aus dem Jahr 2005 steht dieser Arbeit in nichts nach, weshalb es nur eine Frage der Zeit war, bis sich jemand an die Verfilmung wagen würde. Mark Romanek war mutig und hat sich der Geschichte angenommen. Dabei beweist er, dass er ein durchaus bemerkenswertes Auge für melancholische Aufnahmen hat und eine beeindruckende Atmosphäre schaffen kann. Romanek ist zwar in erster Linie als Regisseur für Musikvideos bekannt, hat aber bereits für "One Hour Photo" 2002 erfolgreich das Genre gewechselt.

Und was bei "Alles, was wir geben mussten" auf den ersten Blick wie eine romantische Liebesgeschichte aus den 70er Jahren anmutet, entpuppt sich im Laufe der Zeit als Science Fiction-Story mit ethischem Hintergrund und einem sehenswerten Star-Aufgebot. Das Trio, um das sich die ungewöhnliche, wenn auch nicht ganz neue (man erinnere sich an "Die Insel") Geschichte dreht, wurde mit Keira Knightley ("Stolz & Vorurteil", "Die Herzogin"), Carey Mulligan ("Public Enemies", "Wall Street: Geld schläft nicht") und Andrew Garfield ("Das Kabinett des Dr. Parnassus", "The Social Network") perfekt besetzt. Die Drei agieren mit- und gegeneinander, harmonieren sichtbar vor der Kamera und verleihen ihren Figuren glaubhaften Ausdruck. Verstärkt wird dies durch pathetische Bilder und sanfte, tragische Musik.

Wer die Buchvorlage nicht kennt, dürfte angesichts der ersten Hälfte des Films aber kaum erraten können, dass "Alles, was wir geben mussten" eine Geschichte über menschliche Klone und das unfreiwillige Spenden von Organen ist. Genau dieser Kontrast ist es, der den Film zu einem bewegenden und nachhaltigen Erlebnis macht. Die Bande zwischen den Hauptcharakteren werden so geschickt geknüpft, dass man Anteil an ihrem Schicksal nimmt. Wenn auch nicht so stark wie im eigentlichen Roman. Denn das Drehbuch von Alex Garland ("28 Days Later", "Sunshine") hat ein paar Schwachstellen und lässt offene Fragen zu, welche die gesamte Logik der Erzählung ein wenig infrage stellen.

Die Intensität, die Kazuo Ishiguro mit seinem Werk geschaffen hat, ist einmalig und kann durch die Verfilmung von Mark Romanek leider nicht vollends erreicht werden. Wenn es deshalb etwas gibt, was man "Alles, was wir geben mussten" vorwerfen kann, dann die mangelnde Emotionalität. Wobei selbst dieses Wort nicht den schmalen Grat beschreibt, der zwischen Vorlage und Verfilmung herrscht. Es ist schlichtweg eine gewisse Nüchternheit, die zwischen Darstellern und Zuschauern besteht. Ein vorsichtiger Abstand, den Romanek bereits bei "One Hour Photo" gewahrt hat. Dennoch ist der Film berührend, er ist traurig und er macht nachdenklich. Aber er hätte eben noch so viel mehr sein können!


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Alles, was wir geben mussten

© 20th Century Fox

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Steckbrief
Regie
Mark Romanek

Darsteller
Andrea Riseborough, Andrew Garfield, Carey Mulligan, Charlie Rowe, Charlotte Rampling, Domhnall Gleeson, Ella Purnell, Izzy Meikle-Small, Keira Knightley, Nathalie Richard, Sally Hawkins

Genre
Drama, Thriller
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Herstellungsland
USA, Großbritannien

Alternativ- bzw. Originaltitel
Never let me go




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