Handlung
Jakob Zuckermann, genannt Jaeckie Zucker (Henry Hübchen), ist vom Pech verfolgt: Erst setzt seine Frau (Hannelore Elsner) ihn an die Luft, dann wirft seine Tochter ihn aus ihrer Praxis, und zu allem Überfluss droht ihm ein Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen, sofern er nicht binnen weniger Tage seine Schulden bezahlen kann, die sich auf schlappe vierundvierzigtausend Euro belaufen. Seine einzige Hoffnung ist ein Billardturnier am Wochenende, bei welchem dem Sieger ein Scheck über hunderttausend Euro winkt. Jakob ist überzeugt, dass er es gewinnen kann, doch dann bekommt er aus heiterem Himmel ein Telegramm, in dem steht, dass seine Mutter gestorben sei und sein Bruder Samuel (Udo Samel) nebst Familie - alles orthodoxe Juden - zwecks Beerdigung, Testamentseröffnung und ritueller Totenwache anzureisen gedenkt.
Um die Erbschaft antreten zu können, sollen sich die beiden Brüder, die jahrelang nicht miteinander gesprochen haben, versöhnen. Außerdem wünscht Mutti sich ein orthodox jüdisches Begräbnis mit allem, was dazugehört. Jakob, dessen Judentum allenfalls auf dem Papier besteht, muss schnellstens ein paar Dinge besorgen, die in jeden jüdischen Haushalt gehören, und all das, was eben nicht in diesen Haushalt gehört, entsorgen. Doch das ist erst der Anfang der Geschichte.
Filmkritik | Alles auf Zucker!
Es gibt sie also doch noch, die originellen deutschen Filme, die ohne Til Schweiger und Katja Riemann auskommen und wie der Film "Good Bye, Lenin" ohne Klamauk die Lachmuskulatur der Zuschauer strapazieren. Und das trotz eines eigentlich ernsten Grundtenors. Pfiffige, nicht immer politisch korrekte Dialoge, Schauspieler, die ganz offensichtlich Spaß an ihrer Rolle haben und eine Handlung, die viel Raum für Situationskomik lässt, lassen den Gedanken an Langeweile gar nicht erst aufkommen. Bei einer Laufzeit von 90 Minuten geht es Schlag auf Schlag, man hat sich gerade von der einen Wendung erholt, schon steht die nächste Überraschung an. Hier mehr zu verraten würde das Kinovergnügen trüben. Wem der etwas bizarre Humor von Goodbye Lenin gefallen hat, der wird "Alles auf Zucker!" lieben.
Filmkritik von Monika Hübner