Die Ausserirdischen schicken sich wieder einmal an, die Erde zu übernehmen. Nein, diesmal kommen sie nicht plötzlich in riesigen Raumschiffen und probieren es mit einem Überraschungsangriff: Sie sind längst unter uns, und das seit Millionen von Jahren. Ein unter der Eisdecke der Antarktis verborgenes, mutierter ausserirdisches Virus soll die mit ihm infizierten Menschen in Aliens verwandeln...
Verschwörungstheorien scheinen seit einiger Zeit besonders "in" zu sein. Und wenn dabei auch noch Ausserirdische im Spiel sind, locken sie Heerscharen von Zuschauern vor den Fernseher und nun auch ins Kino. Die Menschheit muss gerettet werden, und so gibt es wieder viel zu tun für die FBI-Agenten Dana Scully (Gillian Anderson) und Fox Mulder (David Duchovny), die in fossilen menschlichen Knochen, die in Texas gefunden wurden, auf ein bisher unbekanntes Protein gestossen sind, als sie dem seltsamen Todesfall eines kleinen Jungen und der Explosion eines Gebäudes nachgingen, die scheinbar nichts miteinander zu tun hatten.
Muss man ein Fan der Serie sein, um sich diesen Film anzusehen? Nein, sicher nicht, eher im Gegenteil, denn wer sich die Serie nie ansieht, geht wahrscheinlich ohne große Erwartungshaltung ins Kino. Wenn man von dem doch eher abstrusen Thema einmal absieht, macht es einfach Spass, Scully und Mulder bei ihren Ermittlungen zuzusehen. Der Ekelfaktor hält sich in Grenzen, bei den schlimmsten Szenen bleibt die Leinwand so dunkel, dass kaum etwas zu erkennen ist, was allerdings durch umso grössere Lautstärke kompensiert wird. Böswillige Zuschauer könnten dies allerdings auch als Sparmassnahme bei den Special Effects auslegen.
Die Rollenverteilung zwischen Scully und Mulder suggeriert zunächst Gleichberechtigung, allerdings könnte durchaus die Frage auftauchen, warum Scully und nicht Mulder für eine Weile aus dem Verkehr gezogen wird. Sollte dies wieder einmal ein Hinweis darauf sein, dass in Hollywoodfilmen der wahre Held nur ein Mann sein kann? Wie dem auch sei, die Chemie zwischen den beiden stimmt, und wäre Scully nicht von einer Biene gestochen worden, wer weiss, wie die Geschichte sich dann weiterentwickelt hätte. So müssen die Zuschauer für dieses Mal auf eine der Zutaten bei Filmen aus der Traumfabrik verzichten: Es gibt keine mehr oder weniger offene Liebesbeziehung zwischen den Hauptdarstellern. Auch eine wirkliche Auflösung des Falles findet nicht statt, er wird wohl als "Akte X ungelöst" in den Archiven verstauben. Aber mehr soll hier nicht verraten werden.
Fazit: Akte X: Der Film ist kein Highlight, aber eine Überlegung wert, wenn im Saal nebenan Armageddon läuft und man nichts besseres zu tun hat, als ins Kino zu gehen.
Filmkritik von Monika Hübner