Handlung
„Die Wahrheit ist irgendwo dort draußen.“ - Dieser Satz hat Fernsehgeschichte geschrieben. Sechs Jahre nach dem Ende der neunten Staffel und zehn Jahre nach dem ersten Kinofilm ("Akte X: Der Film") werden von „X-File“-Erfinder Chris Carter die Akten wieder geöffnet.
Der neue Kinofilm „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ macht dort weiter, wo die letzte Folge der epochalen Mystery-Serie endete. Die FBI-Agentin Monica Bannan (Xantha Radley) ist gekidnappt und wahrscheinlich ermordet worden. Ein Priester führt die Ermittler durch die Winterlandschaft von Virginia. Vertrauenerweckend ist der Geistliche nicht. Pater Joseph (Bill Conolly) gilt als pädophil und er hat Visionen, die ihn auf die Spur der Vermissten bringen. Kein Wunder, dass ihn die Agenten mit starkem Misstrauen begegnen. In ihrer Not kontaktiert die FBI-Agentin Dakota Whitney (Amanda Peet) ihre alte Kollegin Dana Scully (Gillian Anderson). Die Ex-Agentin praktiziert mittlerweile als Kinderärztin in einem katholischen Krankenhaus. Whitney versucht über Scully an deren Ex-Partner Fox Mulder (David Duchovny) heranzukommen. Er gilt als verschollen, seit dem er vor sechs Jahren aus seinem Job vertrieben wurde. Während Scully mit den alten Zeiten, die für sie keine Guten waren, eigentlich nichts mehr zu tun haben will, ist für Mulder die Beschäftigung mit dem Übersinnlichen noch immer Lebenselexier. Als Mulder tatsächlich Zugang zur Welt des Pater Joseph findet, nehmen die Ereignisse ihren dramatischen Lauf.
Filmkritik | Akte X - Jenseits der Wahrheit
Drehbuchautor Chris Carter hat diesmal auch auf dem Regiestuhl Platz genommen. "Akte X – Jenseits der Wahrheit" ist ein stilvoll inszenierter, 105 Minuten langer Kinofilm. Carter gelingt es mit der ihm eigenen Eleganz unterschiedliche Handlungsstränge sinnvoll miteinander zu verknüpfen. "Akte X" ist ein düsterer Mystery-Thriller, düsterer jedenfalls als einzelne TV-Folgen der Serie. Dazu trägt auch die Kamera mit ebenso kühlen wie bedrohlichen Bildern von der winterlichen Schnee- und Eislandschaft Virginias bei. Was "Akte X – Jenseits der Wahrheit" aber nicht auszeichnet, das ist die Komplexität der alten Folgen, deren luzides Zusammenspiel von Schrecken und Erstaunen, von Horror, Verschwörungstheorie und Außerirdischen. Die Mehrdeutigkeit der Serie, ihr anspielungsreiches Wispern und Knistern fehlt diesem späten Film.
Für Fans der Serie aber ist es eine Freude, Gillian Anderson und David Duchovny wieder in ihren angestammten Rollen ermitteln zu sehen. Deren Beziehung im Wandel der Zeit hat Chris Carter mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei nur die neue deutsche Synchronstimme des Mulder-Darstellers. Der bisherige Synchronsprecher Benjamin Völz protestierte mit einer höheren Lohnforderung gegen Dumpinglöhne bei Synchronsprechern, ohne Erfolg.
Filmkritik von Gastautor