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Air Force One| Kritik

Kinostart
1997



Handlung

Die Air Force One soll das sicherste Flugzeug der Welt sein, eine Art uneinnehmbare, fliegende Festung. In seinem neuen Film lässt der Regiesseur Wolfgang Petersen indessen das Unglaubliche geschehen: Auf dem Rückflug von einem Staatsbesuch in Moskau wird die "AFO" von Terroristen entführt, deren Anführer der fanatische Kasache Korschunow (Gary Oldman) ist. Niemand kann sich erklären, wie sie die Sicherheitskontrolle unbehelligt passieren konnten, und noch weniger, wie sie sich Zugang zum geheimen Waffenarsenal an Bord des Flugzeugs verschaffen konnten. Ihr Ziel ist, den inhaftierten Diktator Radek (Jürgen Prochnow in einem kurzen Gastauftritt) freizupressen, wozu ihnen jedes Mittel recht ist. Werden ihre Forderungen nicht erfüllt, so wird jede halbe Stunde eine Geisel erschossen. Die Vizepräsidentin im Weißen Haus (Glenn Close) bereitet sich darauf vor, das Amt zu übernehmen, denn das Schicksal des Präsidenten (Harrison Ford) ist ungewiss, da er sich anscheinend nicht unter den Geiseln in der Maschine befindet.

Filmkritik | Air Force One

Keine besonders originelle Geschichte, wie es auf den ersten Blick erscheint. Das haben wir doch alles schon mindestens ein dutzendmal gesehen, wird so mancher sich sagen. Warum Air Force One als Actionthriller trotzdem funktioniert, ist schwer zu sagen. Der Film enthält alle konventionellen Ingredienzen eines Actionfilms und bietet kaum Neues. Ungewöhnlich ist höchstens die Idee, den amerikanischen Präsidenten zum Actionhelden zu machen. Diesmal wird er nicht von schlagkräftigen Bodyguards verteidigt, sondern prügelt sich zur Abwechslung einmal selbst. Und Harrison Ford als US-Präsident James Marshall schlägt sich mit beachtlicher Hingabe und großem Einsatz, und die Terroristen haben - selbstverständlich - das Nachsehen. Es wurde kritisiert, er sei nicht sehr überzeugend in der Rolle als Staatsoberhaupt und mächtigster Mann der Welt, bzw. es sei an sich eine schlechte Idee, den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika von einem Schauspieler darstellen zu lassen. Wer damit Probleme hat, sollte sich kurz in Erinnerung rufen, dass dieses Amt jahrelang ein Mann namens Ronald Reagan innehatte, dessen ursprüngliche Berufung bekanntlich die Schauspielerei war. Einspruch abgelehnt.

Gary Oldman hat wohl immer noch ein paar Vorstellungen in seinem Bösewicht-Abo. Wir sind ihm in diesem Jahr schon einmal auf der Kinoleinwand begegnet, als bösem Zorg im Hitlerlook in "Das fünfte Element". Nun, wenigstens ist er in diesen Rollen überzeugend, und ohne Bösewicht kommt nun einmal kaum ein Actionfilm aus. Wir wissen auch, dass es heutzutage schwierig ist, finstere Gestalten zu finden. Früher mussten standardmäßig die Sowjets dazu herhalten, aber der Kalte Krieg ist seit einigen Jahren vorbei. Was also tun? Wo bekommt man auf die Schnelle neue Filmschurken her? Zu dumm, dass Kollege Emmerich im letzten Jahr die fiesesten Aliens aller Zeiten kreiert hat, die an Gemeinheit kaum zu überbieten sind. Dann greift man doch lieber auf Altbewährtes zurück und lässt ein paar böse Russen aufmarschieren, die das ehemalige Sowjetregime für ihr Leben gern wieder auferstehen lassen würden. Warum auch nicht.

Anfang und Ende sind also dem versierten Kinogänger bereits vorher bekannt, alles läuft nach einem bewährten Schema ab. Jeder weiß, dass in einem Hollywoodfilm der Präsident normalerweise nicht von Terroristen ermordet wird (obwohl auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen). Warum also funktioniert Air Force One trotzdem? Wohl wegen der Spannung, die zwischen Anfang und Ende durchaus vorhanden ist, denn es ist nicht nur wichtig, was passiert, sondern wie es passiert. Der Film ist solide inszeniert, bietet trotz allem einige Überraschungsmomente und wird eigentlich nie langweilig. Wer einen guten Film nur an einem überraschenden Ende misst, der sollte Air Force One jedoch meiden. Dasselbe gilt für diejenigen, die sich im letzten Jahr vom Patriotismus in "Independence Day" gestört fühlten - AFO ist kaum weniger patriotisch. Wen die genannten Klischees nicht allzusehr stören, der wird zwei Stunden lang spannend unterhalten, auch die Special Effects können sich sehen lassen. Man muss Wolfang Petersen außerdem zugute halten, dass er wenigstens nicht auf die Idee gekommen ist, das Flugzeug am Ende von einer Stewardess oder gar von Mr. President höchstpersönlich landen zu lassen.

Fazit: Solide und packend inszenierter Thriller mit einem überzeugenden Harrison Ford in der Hauptrolle.


Filmkritik von Monika Hübner

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Bilder / Fotos

Air Force One Blu-Ray Release

© Walt Disney Studios Motion Pictures

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Steckbrief
Regie
Wolfgang Petersen

Darsteller
Gary Oldman, Glenn Close, Harrison Ford, Jürgen Prochnow, Liesel Matthews, Wendy Crewson, William H. Macy

Genre
Action, Thriller

Tags
Air Force One, Amerikanischer Präsident, Entführung, Flugzeug, Terror
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Filmfacts
Herstellungsland
USA, Deutschland

Budget
85 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
315 Mio. US-Dollar (weltweit)



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