Handlung
Präsident Ashton (William Hurt) der Vereinigten Staaten wird bei einem wichtigen Gipfel im spanischen Salamanca eine Rede über den Krieg gegen den Terror halten. Doch kurz nach seinem Erscheinen auf dem Podium wird er niedergeschossen. Wenig später kommen weitere zahlreiche Menschen bei einer Bombenexplosion ums Leben. In der anschließenden Massenpanik kreuzen sich die Schicksale mehrerer Augenzeugen. Darunter der amerikanische Tourist Howard Lewis (Forest Whitaker), der mit seiner Videokamera die entscheidenden Sekunden aufgenommen hat. Ebenso die TV-Producerin Rex Brooks (Sigourney Weaver), die das Attentat auf den Monitoren live beobachten musste. Erst nachdem man die selben 15 Minuten unmittelbar vor und kurz nach dem Anschlag aus allen 8 Perspektiven gesehen hat, kommt eine erschreckende Wahrheit an die Oberfläche.
Filmkritik | 8 Blickwinkel
Der amerikanische Präsident wird während seiner Rede über den zu bekämpfenden Terrorismus auf einer Friedenskonferenz in Spanien niedergeschossen. Kurze Zeit später reißt eine Bombenexplosion zahlreiche Menschen in den Tod. Von diesem Attentat wird im US-amerikanischen Spielfilm "8 Blickwinkel" aus der Sicht unterschiedlicher Personen erzählt.
Der Anfang des Actionthrillers ist vielversprechend: Durch das Drücken der Rewind-Taste nach der großen Explosion zurück zum Ausgangspunkt bringen immer wieder neue Cliffhanger die Story voran. So fügen sich mit jeder Sichtweise die Teile des geammten Puzzles zusammen. Dass man letztendlich nur sechs Blickwinkel zu sehen bekommt, ist zwar seltsam, tut der Spannung jedoch zunächst keinen Abbruch. Auch das Erzähltempo des Actionfilms ist – dank der Handkamera bei der anschließenden Verfolgungsjagd – durchaus mit dem schnellen und erfolgreichen "Das Bourne Ultimatum" zu vergleichen.
Allerdings trübt der typisch amerikanische und allgegenwärtige Patriotismus den positiven Gesamteindruck gewaltig. Die Charaktere entwickeln sich zu Stereotypen, beim Zusammenführen der einzelnen Handlungsstränge gibt es inhaltliche Schwächen und das Ende ist an Kitsch kaum zu übertreffen. Die Story des Films "8 Blickwinkel" war sicherlich nicht als Komödie angelegt. Doch spätestens als Bodyguard Barnes, gespielt von Dennis Quaid, nach einer aberwitzig unrealistischen Verfolgungsjagd aus einem völlig demolierten Opel steigt, sich kurz den Staub vom Anzug wischt und dann die Attentäter heldenhaft zur Strecke bringt, lag das Kinopublikum flach vor Lachen. Getoppt wird dieser Heroismus nur noch von der abschließenden Kameraeinstellung, als Quaid – den Blick stur gen Horizont gerichtet – das Lob des Präsidenten mit einem einfachen „No problem, Sir!“ ignoriert. Schade, dass dadurch aus einem Thriller mit echtem Potenzial in der zweiten Hälfte doch noch eine Lachnummer geworden ist.
Filmkritik von Gastautor