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500 Days of Summer| Kritik 8/10

Kinostart
22.10.2009



Handlung

Dies ist die Geschichte von einem Jungen und einem Mädchen. Aber keine Liebesgeschichte. Zumindest, wenn es nach Summer (Zooey Deschanel) geht. Einer ganz normalen jungen Frau, die aber so normal dann doch nicht ist. Zumindest, wenn es nach Tom (Joseph Gordon-Levitt) geht. Denn Tom liebt Summer, seine neue bezaubernde Kollegin, doch sie nicht ihn. Vermutet er, weil sie nichts Ernstes und nur etwas Spaß haben will. Sagt sie jedenfalls, aber empfindet vielleicht anders. Hofft Tom, der seine Träume mit ihren Wünschen in Einklang zu bringen versucht. Nur Freunde sollen sie also sein, weil das einfach ihre Antwort ist und er nicht weiter zu fragen wagt. Freunde, die sich aber plötzlich küssen, schließlich das Bett und große Geheimnisse miteinander teilen. Was ist das, das diese beiden verbindet? Tom, im romantischen Rausch, ist sicher: Das ist Liebe. Was aber denkt Summer, das magische Mysterium? Und noch entscheidender: Was fühlt sie?

Filmkritik | 500 Days of Summer

Es gibt sie also doch noch, zu unser aller Kinogängerglück, die kleinen, preiswert produzierten und ganz unspektakulären Filme, die im Kino groß rauskommen, weil sie einfach lebensnah, interessant und berührend sind. Und damit ausnahmsweise einmal nicht das Produkt einer gewaltigen Marketingmaschinerie. „(500) Days of Summer“ ist solch ein Glückfall.

(500) Days of Summer“ ist ein Liebesfilm und zugleich auch ein Anti-Liebesfilm. Erzählt wird vom Scheitern einer Liebe. Romantisch, witzig, tragikomisch und auch ein bisschen abgefahren ist das. Und wie der Film von Newcomer Marc Webb diese Geschichte erzählt, ist vielleicht noch wichtiger.

Die geniale Idee ist die, die gescheiterte Liebesgeschichte in 500 Tagen aufzublättern und aus der Perspektive des Idealisten Tom (Joseph Gordon-Levitt) zu zeigen. Dabei bedienen sich Webb und die Drehbuchautoren Scott Neustadter und Michael H. Weber („Der rosarote Panther“, das Remake) aber zum Glück keiner linearen Erzählweise. Die Chronologie der Ereignisse ist ihnen schnuppe, hier wird ganz assoziativ und eher ellipsenförmig von Tag zu Tag gesprungen. Toms Erinnerung an seine vermeintlich schicksalhafte Begegnung mit Summer (Zooey Deschanel) setzt exakt beim Tag 488 ein.
So lässt sich eine an sich einfache Geschichte ganz fabelhaft mit vielen Facetten erzählen. Marc Webber beherrscht die Kunst, ganz eng bei den Figuren und den kleinen wechselnden Ereignissen zu bleiben, die um diese zu kreisen scheinen. “(500) Days of Summer" wirkt deshalb nie wie ein Filmstoff aus der Retorte, wenngleich einige Sequenzen dann doch ein wenig zu poliert über die Leinwand flimmern.

(500) Days of Summer“ lebt von den geschliffenen Dialogen, den Tücken und überraschenden Wendungen, die das Leben für seine Protagonisten nun einmal bereit hält. Wunsch und Wahn liegen dicht beieinander, ebenso wie die Illusion und die Enttäuschung. Der Film erzählt auf eine ganz eigene, wunderbare Weise in kleinen Szenen und stillen Momenten davon, wie fragil, lustvoll, heroisch und deprimierend der Alltag sein kann, im Büro, zu Hause, unterwegs in Los Angeles oder andernorts.

Joseph Gordon-Levitt („Brick“, 2005) spielt den verletzlichen Idealisten Tom angenehm nuanciert. Zooey Deschanel stellt die ihr eigenes Leben lebende Summer – große braune Augen, Ponyfrisur und tiefe Stimme – mit angenehmer Zurückhaltung und großer Überzeugungskraft dar. Die nach einer Romanfigur von J. D. Salinger benannte Schauspielerin wurde für die Rolle der Noel im Filmdrama „All The Real Girls“ (2003) preisgekrönt, sie hat aber auch schon an der Seite von Jim Carrey in „Der Ja-Sager“ (2008) gespielt.

Die Liebe zur britischen Band „The Smiths“ verbindet Tom und Summer im Film. Um diese Band herum hat Marc Webb, der bisher als Regisseur von Musikvideos in Erscheinung getreten ist, einen tollen Soundtrack mit Songs von Regina Spektor, Wolfmother und Carla Bruni gestrickt.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

500 Days of Summer

© 20th Century Fox

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Steckbrief
Regie
Marc Webb

Darsteller
Chloë Moretz, Clark Gregg, Geoffrey Arend, Ian Reed Kesler, Joseph Gordon-Levitt, Matthew Gray Gubler, Minka Kelly, Patricia Belcher, Rachel Boston, Zooey Deschanel

Genre
Komödie, Romantik

Tags
Liebe
Gastkritiken
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Herstellungsland
USA

Budget
7.5 Mio. US-Dollar




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