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21 Gramm| Kritik

Kinostart
26.02.2003



Handlung

Ein Mann, der seinen Job verliert, verursacht einen tragischen Autounfall, bei dem ein anderer Mann und dessen zwei Töchter ums Leben kommen. Eine Frau hat ihre Drogensucht hinter sich gebracht und möchte nun mit ihrem Mann und ihren hübschen Kindern ein friedliches Restleben führen. Ein weiterer Mann wird vom Tode bewahrt indem er ein neues Herz transplantiert bekommt. Sein Leben konnte vorerst gerettet werden. Seine Ehe jedoch zerbricht. Er lernt eine andere Frau kennen, die ihren Mann und ihre Kinder bei einem Autounfall verloren hat. Sie war einst drogensüchtig. Und so schließt sich der Kreis wieder.


Filmkritik | 21 Gramm

Alejandro González Iñárritu, der zuletzt mit dem Film "Babel" auf sich aufmerksam gemacht hat und damit auch seinen bislang größten internationalen Erfolg gefeiert hat, erzählt in seinem fragmentarischen und bei weitem nicht chronologischen Episodenfilm "21 Gramm" von der Ironie des Lebens, von Schicksal und Zufall, Liebe, Leben und Tod. Der mexikanische Regisseur und sein Drehbuchautor Guillermo Arriaga verweben die verschiedenen Episoden der diversen Einzelleben so miteinander, dass ein größerer Sinnzusammenhang entsteht, der das Leben der Personen und deren schicksalhafte Seinsbestimmungen miteinander verbindet und einen größeren, allgemeinen, ja fast göttlichen Sinn suggeriert, der im wahren Leben natürlich niemals eingelöst werden kann, da wir nicht die allmächtige Perspektive eines Zuschauers einnehmen können, sondern immer nur ein kleines Element darstellen, das bestimmte Verquickungen erkennt, aber niemals das große Ganze, denn wir bleiben als kleines Rad in einem scheinbaren Mechanismus stets gefangen in unserer Unwissenheit.

Wir können im wahren Leben niemals die Metaebene betreten, die uns Regisseur und Drehbuchautor mit diesem Film sozusagen als Geschenk einnehmen lassen. Gleiches gilt natürlich für ihre wunderbaren Protagonisten (Sean Penn, Naomi Watts, Benicio Del Toro und Charlotte Gainsbourg), deren schicksalhafte Begegnungen sie meist nicht als solche begreifen können, sie nicht als Resultat eines größeren Plans erkennen können. Tragisch bleibt für uns, dass dieser Plan zwar stets spürbar ist, wir fühlen seine schwammige Existenz, doch er ist letztlich nicht vollends als logisch oder sinnvoll begreifbar, als wolle der Film uns ein weiteres mal sagen: Die Wege des Herrn sind unergründlich. Das hinterlässt natürlich ein unbefriedigendes um nicht zu sagen, unerträgliches Gefühl. Zumal wir mit einer solchen Unsicherheit aus dem Kino entlassen werden, die wir im Zeitalter konventioneller Hollywoodkomödien, die uns ihre sicheren, konkreten Eskapismus-Welten vorlügen, nicht gewohnt sind.


Filmkritik von Gastautor

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Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
21 Grams

Budget
20 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
60 Mio. US-Dollar (weltweit)



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