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21| Kritik

Kinostart
10.04.2008



Handlung

Der Mathematikstudent Ben Campbell (Jim Sturgess) ist am renomierten M.I.T. in Boston ein wahres Wunderkind, wenn auch er seine Begabung nicht zu Würdigen weiß und es ihm noch an Selbstbewusstsein mangelt. Eines Tages unterbreitet ihm sein Mathematik-Professor Mickey Rosa (Kevin Spacey) ein verlockendes Angebot. Rosa leitet ein "Blackjack Team" aus vier M.I.T.-Studenten und braucht den hellen Kopf Ben um das Team zu vervollständigen, um in der Stadt des Glücksspiels - Las Vegas - mächtig abzuräumen. Dank einer ausgeklügelten, auf Statistik beruhenden Strategie (card counting / Karten zählen), entwickeln sie die perfekte Formel um jedes Casino auszunehmen. Und es funktioniert. Die Studenten und ihr Tutor Leben an Wochenenden das schillernde Leben der Reichen und Schönen. Doch schon bald sind ihnen die Casino-Securities dicht auf den Fersen.

Der Film über die sechs Systemspieler und das Glücksspiel Blackjack basiert auf tatsächlichen Ereignissen im Jahr 1993. Die Vorlage für das Script liefert das Buch Bringing Down the House von Ben Mezrich.


Filmkritik | 21

Wie sieht das Erfolgsrezept für einen Film aus, in dem Studenten die Casinobank knacken wollen? Man nehme ein paar Ideen von „Good Will Hunting“, dazu eine ordentliche Prise „Die Farbe des Geldes“, vermenge dies mit beeindruckenden Aufnahmen von Las Vegas und einer Liebesgeschichte. Langsam die Spannung aufkochen lassen und das Ganze mit einer ordentlichen Portion Kevin Spacey abschmecken. Fertig!

So einfach ist es in dem Film „21“ natürlich nicht, auch wenn manche Einfälle des Regisseurs Robert Luketic an den einen oder anderen großen Hollywoodstreifen erinnern möchten. Von Anfang an beeindruckt Kevin Spacey nach seiner langen Leinwandabstinenz als Mathematikprofessor. Die Figur des Mickey Rosa hat einige interessante Facetten und Kevin Spacey spielt diesen ganz eigenen Charakter beeindruckend. Normalerweise ist der Mathematikprofessor ein sehr intelligenter und auch konservativer Mensch. Er lässt aber auch andere Meinungen gelten und ist das Oberhaupt eines geheimnisvollen Black Jack Zirkels. Das arme Mathegenie Ben hätte in dem Film ein perfekter Gegenspieler zu seinem multiplen Professor werden können. Leider ließ das Drehbuch hier eine Chance vergehen und Jim Sturgess kann diese Rolle nur zur Hälfte überzeugend ausfüllen. Besonders in der Person des Ben wären eben so viele Gegensätzlichkeiten gewesen, wie bei seinem Professor. Zwischen diesen beiden Polen hätte es in dem Film ein interessantes Auf und Ab geben können. So dominiert Kevin Spacey. Man merkt stellenweise, wie sehr er sich bemüht, seine Schauspielerkollegen nicht an die Wand zu spielen.

Zu souverän lenkt Kevin Spacey als Alphatier die Gruppe seiner hoch begabten Studenten, mit denen er im Black Jack die Banken der Casinos leeren will. Die attraktive Studentin Jill, dargestellt von Kate Bosworth, wirkt zeitweise eher als Staffage. Ihre Aktionen sind für den Zuschauer berechenbar. Das Strickmuster der Figur von Ben ist leider schon etwas zu sehr ausgereizt: Der arme und widerspenstige Underdog wächst seinem Lehrmeister über dem Kopf, kommt an das große Geld und die tolle Frau. Er kennt seine alten Freunde nicht mehr und vergisst den hehren Vorsatz, sein gewonnenes Geld für sein erträumtes Studium in Harvard einzusetzen. Zum Schluss steht er wieder so arm da wie zu anfang. Ein Lucky Looser, dem das Geld den Charakter verdirbt. Leider kann Jim Sturgess diesen Typen nicht überzeugend darstellen. Da hilft selbst eine flotte Inszenierung und beeindruckende Aufnahmen von Las Vegas nichts, dem Film mangelt es eben an einem originellen Grundkonzept.

Wirklich einfallsreich ist die Figur, welche Laurence Fishburne spielt. Der alte Casinosicherheitsmann der von vergangenen Zeiten träumt, während die Moderne über ihn gnadenlos hinwegrollt. Bedauerlicherweise kommt dieser Gegenpart zu den Black Jack Betrügern zu kurz. Hier hätte der Regisseur Robert Luketic noch Potenzial gehabt, den Film mehr Elan zu geben.

Der Film 21 ist keine ganz runde Sache. Licht und Schatten liegen in diesem Streifen sehr eng bei einander. Trotzdem ist der Streifen nicht schlechter als der Durchschnitt der aktuellen Filme. Das Beste daran: 21 bringt uns Kevin Spacey (endlich) wieder ins Kino.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

21

© Sony Pictures Releasing

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News

31.03.2008
Der Film "21" von Robert Lucetic, über die M.I.T. Studenten, welche das Glücksspiel Blackjack geknackt haben, hat in den USA am Eröffnungswochenende den ersten Platz der Kinocharts erobert.

Steckbrief
Regie
Robert Luketic

Darsteller
Aaron Yoo, Jacob Pitts, Jim Sturgess, Josh Gad, Kate Bosworth, Kevin Spacey, Laurence Fishburne, Liza Lapira, Sam Golzari, Spencer Garrett

Tags
Blackjack, Casino, Geld, Glücksspiel, Las Vegas
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Einundzwanzig

Budget
35 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
158 Mio. US-Dollar (weltweit)



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