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127 Hours| Kritik 8/10

Kinostart
17.02.2011



Handlung

Aron Ralston (James Franco) ist Bergsteiger und aktuell befindet er sich auf dem Blue John Canyon in Utah. Doch dann wird sein Arm wird bei einer Kletterpartie von einem gelösten Felsbrocken in einer isolierten Felsschlucht eingeklemmt. Aron ist allein und hat niemandem eine Nachricht hinterlassen, wo er im Canyon unterwegs ist. Fünf Tage lang hofft er und versucht alles, um sich zu befreien, bis er schließlich erkennt, dass er all seinen Mut zusammen nehmen muss, da er nur eine Wahl hat...


Filmkritik | 127 Hours

Nachdem der britische Regisseur Danny Boyle im Jahr 2008 Kritiker wie Zuschauer mit seinem herzzerreißenden „Slumdog Millionär“ verzauberte, legt er nun erneut einen abenteuerlichen Spielfilm vor, der das Zeug zum Meisterwerk hat: „127 Hours“.

Der biografische Film erzählt, wie der amerikanische Bergesteiger Aron Ralston bei einer Klettertour im Blue John Canyon in Utah verunglückt, sich seinen rechten Arm in einer Felswand einklemmt und fünf Tage krampfhaft versucht, sich zu befreien, bis er sich schließlich selbst seinen Arm unterhalb des Ellenbogens mit Hilfe eines stumpfen Taschenmessers amputiert und sich dann unterkühlt und beinahe ausgetrocknet hinab seilen und gerettet werden kann. Soviel kann man tatsächlich schon verraten, weil der Verlauf dieser Ereignisse den meisten Kinozuschauern ohnehin bekannt sein dürfte und dieser Film seine Spannung nicht unbedingt aus dem Hergang dieser Geschichte zieht, sonder vor allem aus der fulminanten Weise, wie Boyle sie umsetzt und auf die Leinwand bringt. Was ebenso einen besonderen Reiz dieses atemberaubenden Kinofilms ausmacht ist, dass er auf wahren Ereignissen beruht. Aron Ralston schrieb über dieses Geschehe in seinem Buch „Between a Rock and a Hard Place“, welches Boyle und dem Drehbuchautor Simon Beaufoy als Vorlage diente.

Danny Boyle gelingt es meisterhaft, den Kinobesucher gleich zu Beginn des Films mit gekonnt in Szene gesetzten Actionpassagen in seinen Bann zu ziehen. Dass er sich hierfür der Split-Screen-Technik und rasanter Schnitte bedient, ist ein genialer Einfall, da der Zuschauer zugleich in die abenteuerliche Welt des Bergsteigens eintaucht und von den grandiosen Landschaftsaufnahmen begeistert wird. Denn in den Bildern der Natur und des majestätischen Gebirges liegt eine besondere Ausdruckskraft. Selbst Zuschauer, die dem Sport des extremen Kletterns zuvor noch nichts abgewinnen konnten, verstehen die Faszination, die davon ausgeht, wenn die Kamera den Protagonisten in schwindelerregende Höhen begleitet. Weiterhin besticht „127 Hours“ mit dem geschickten Umgang mit Rückblenden und Visionen, die, nachdem es zum Unglück kam und Arons Arm zwischen den Steinen verklemmt ist, zum einen Erinnerungen des Bergsteigers an seine Familie und andererseits Phantasien über eine mögliche Zukunft zeigen. Dies sind die Momente, in denen die nötige Ruhe einkehrt und die Persönlichkeit des Charakters beleuchtet wird. Freilich immer die tödliche Bedrohung im Sinn. Der Überlebenskampf lässt Aron schließlich zum Äußersten treiben. Auch wenn die eigentliche Amputations-Szene nicht im Detail gezeigt wird, sei gesagt, dass sie auch hartgesottene Cineasten schockiert.

Schließlich noch ein Wort zum Hauptdarsteller: Es ist das Verdienst von James Franco, dass uns die Hauptfigur so nahe geht und sympathisch ist. Er widersteht der Versuchung, seine Figur in dieser Extremsituation zu überspielen. Es ist also vollkommen verdient, dass nicht nur „127 Hours“ als bester Film sondern auch Franco als bester Hauptdarsteller für die diesjährigen Oscars nominiert ist.

„127 Hours“ ist eine absolute Empfehlung!


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

127 Hours

© 20th Century Fox

Kommentare


Pünktchen
28.02.2011, 10:10:39
Ein irrer Film! Ich war total fasziniert, besonders auch durch die sensationelle Kamera, den tollen Schnitt und die Musik. Anfangs ist der Film sehr schnell und das ist ein gelungener Kontrast zu dem statischen Eingesperrtsein später. Die Gefühle von Aron waren sehr gut nachvollziehbar und das ist wohl ein Verdienst von James Franco, der wirklich überragend spielt, einfach fantastisch. Man leidet wirklich mit, auch wenn man von Anfang an weiß wie es weitergeht. Und was die Amputationsszene angeht: Ich mußte zeitweise wegsehen, aber daß das eine blutige Szene sein würde war von vornherein klar und von daher war die Darstellung nur konsequent.
Wer Lust hat auf eine gut erzählte, dichte Geschichte und wunderschöne Landschaftsaufnahmen dem wird dieser Film gefallen.

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