Handlung
Der junge Mann D'Leh (Steven Strait) führt eine Armee von Kriegern durch das prähistorische Ödland, um seine große Liebe Evolet (Camilla Belle) aus den Klauen eines machthungrigen Kriegsherren zu befreien. Doch zuvor müssen sich die Reisenden den Widrigkeiten der Natur stellen. Dabei entdecken sie die Überreste einer ausgestorbenen Zivilisation.
Der Regisseur Roland Emmerich ("Independence Day", "Godzilla") ist bekannt für imposante Spektakel. Sein Kinofilm 10.000 B.C. spielt, wie der Titel 10.000 vor Christus schon andeutet, weit in der Vergangenheit - in der Altsteinzeit. Das original Drehbuch ist bereits 1998 in Zusammenarbeit von Roland Emmerich und Harald Kloser entstanden, aber erst 2007 konnte sich der Regisseur dem Projekt annehmen.
Filmkritik | 10.000 B.C.
Roland Emmerichs Urzeitspektakel scheint eine einzige Vermischung zeitlicher Epochen zu sein. Wie der Filmtitel aussagt, soll das Geschehen 10.000 Jahre vor Christi Geburt spielen. Dies ist die Epoche der Eiszeit und die Menschen lebten in Stämmen, was in Emmerichs Film so noch historisch korrekt ist. Doch die alten Ägypter passen dann leider gar nicht in die Szenerie. Denn jeder lernt schon in der 5. Klasse, dass die Ägypter erst um 3.000 v. Chr. auftauchen.
Jeder Kinobesucher wird bei dem Titel ein historisches Abenteuer erwarten. Das sich Filme nicht immer genau an den geschichtlichen Verlauf halten, ist ja völlig in Ordnung. Aber einen Zeitsprung von über 7.000 Jahren, dass ist dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Dann sollte dieser Film besser als Fantasy-Movie gekennzeichnet sein und nicht als Abenteuer und Drama. Die Schwächen der Story konnten leider auch nicht durch die wirklich gut animierten Urzeittiere, wie Mammuts und Säbelzahntiger, überspielt werden. Wenn dann die Schauspieler allenfalls gutes Mittelmaß sind, hilft auch eine bisweilen sehr gute Vertonung nichts. Hier wurde offensichtlich am Drehbuch gespart und mehr in die Effekte investiert - fast schon ein Markenzeichen des deutschen Regisseurs. Doch Story und Effekte funktionieren nur dann, wenn sie ausgewogen zueinander sind. Die beste Story geht mit den schlechten Effekten unter und umgekehrt, so wie es bei 10.000 B.C. der Fall ist.
Steven Strait (D´Leh) und Camilla Belle (Evolet) bilden ein Pärchen wie Mark Wahlberg und Helena Bonham Carter in dem Remake von "Planet der Affen". Nur spielten die letztgenannten Schauspieler deutlich besser ihre Rollen. Alles in allem kann man sagen: Vorhersehbare, zeitlich völlig konfuse Story mit mittelmäßigen Schauspielern, aber guten Effekten.
Filmkritik von Gastautor